GDV: Keine Verzögerungen und Verweigerungen durch die Versicherer

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Die Versicherer sind häufig dem Vorwurf ausgesetzt, Leistungen für Schadenfälle durch Verzögerungstaktiken und Verweigerungen vermeiden zu wollen. Tatsächlich landen zahlreiche Fälle vor Gericht, doch deren Darstellung in der Öffentlichkeit geschieht in der Regel sehr isoliert.

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Gesamtbild: Unbürokratische und schnelle Hilfen statt Verzögerungstaktiken

Wenn rund 138.000 Schadenfälle pro Jahr zwischen dem Kunden und der Versicherungsgesellschaft vor dem Richter ausgefochten werden müssen, dann lässt diese Zahl auf den ersten Blick eine Taktik seitens der Versicherer vermuten. Eine Größe die von den Medien gerne aufgegriffen wird, um den „Verdacht“ eines angewandten Systems anhand von dargebotenen Einzelfällen zu untermauern. So wird auch mal die suggestive Frage gestellt, ob die Versicherer Verzögerungstaktiken anwendeten, um sich vor den Leistungen zu drücken. Ein Report im „heroischen Robin Hood Stil“ zum Schutze der Verbraucher kommt immer gut an. Um das konstruierte Bild aufrecht zu erhalten, dürfen selbstverständlich nicht alle Fakten auf den Tisch gelegt werden.

Zum kompletten Bild der Schadenabwicklung gehörte u.a. der Baustein Gesamtaufkommen aller Schadenfälle, also rund 23 Millionen pro Jahr. 138.000 vor dem Gericht ausgefochtene Schadenabwicklungen entsprechen lediglich einem Anteil von 0,6 Prozent. Eine Zahl die jedem Negativ-Bericht sofort das Fundament unter den Füßen entreißen würde und daher in einem solchen Bericht kaum anzutreffen sein wird.

Nun liegt es auf der Hand, dass der „Vertreter“ der deutschen Versicherer, der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), großes Interesse daran hat, die von den Medien erhobenen Vorwürfe auszuräumen und die vorhandenen Fakten in ein „besseres“ Licht zu stellen. Norbert Rollinger, Vorsitzender des GDV-Hauptausschusses „Schaden- und Unfallversicherung“, bezeichnete die vorgeworfenen Taktiken aus „Verzögerungen“ und „Verweigerungen“ als unzutreffend.

An dem Vorwurf, die Versicherer würden Zahlungen an Kunden verweigern oder verzögern, sei nichts dran, so Rollinger. Die Schadenregulierung sei eine Kernleistung und stehe im Wettbewerb, „da wollen wir glänzen“, so der Vorsitzende. Ein gutes Beispiel für die schnelle und unbürokratische Hilfe gebe die Hochwasserkatastrophe im Süden und im Osten Deutschlands ab. Sämtliche Versicherer seien darin bemüht, die beinahe 200.000 entstandenen Schäden mit einer Schadensumme von 2 Milliarden Euro zügig zu regulieren. Versicherungskunden erhielten u.a. Vorschüsse, die noch schneller ankamen als die Gelder aus den Hochwasser-Fonds vom Staat.

Pro Jahr werden von der deutschen Versicherungswirtschaft rund 23 Millionen Schadenfälle reguliert und täglich 500 Millionen Euro ausgezahlt. Somit ist jeder dritte erwachsene Bürger im privaten oder beruflichen Leben mit einem Schadenfall konfrontiert.

Die Versicherer zeigten sehr hohes Interesse an der Zufriedenheit ihrer Kunden und führten regelmäßige Befragungen durch. Ein Ergebnis mit 90 Prozent zufriedene Kunden ist sehr positiv und „in 28 Prozent der Fälle ist durch einen Kontakt zum Versicherer schon der Schadenfall erledigt und der Kunde erhält in wenigen Tagen sein Geld“, so Rollinger.

Jeder Kunde hat das Recht zur Beschwerde

Jedem Versicherungskunden stehe der Weg offen, sich kostenfrei beim Ombudsmann oder der Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin zu beschweren. In den vergangenen Jahren sei die Anzahl der eingegangenen Beschwerden jedoch rückläufig. Jedem stehe der Rechtsweg offen. „Wir haben aber auch festgestellt, dass nur 0,6 Prozent aller Schadenfälle – also von diesen 23 Millionen – dann vor dem Richter landen. Und auch da muss man sagen, wird überwiegend zugunsten der Versicherer entschieden. Also es kann keine Rede davon sein, dass die Kunden systematisch benachteiligt werden“, erklärte Rollinger.

Der GDV stellt das Gespräch hörbar als ein Podcast zur Verfügung.

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