Dienstag, den 16. Oktober 2018

Familienschutz: Die wichtigsten Versicherungen für Familien

Familien Versicherung

Für Familien gelten andere Voraussetzungen als für den „eingefleischten“ Single. Steht ein Alleinlebender noch in seiner eigenen Verantwortung, ändert sich die Situation nach Familiengründung erheblich.

Mit der Familie ändern sich die Risiken
Familien Versicherungen

Versicherungsschutz Familien
Bild: Alexandra H. / pixelio.de

Das Umfeld zweier zusammenlebenden kinderlose Paare unterscheidet sich bereits deutlich vom Haushalt eines Singles. Aus dem gemeinschaftlichen Miteinander entstehen meist finanzielle Abhängigkeiten, die im Ernstfall sogar eine Existenzbedrohung darstellen können.

Nach dem ersten Familiennachwuchs erfährt der Umkreis der Risiken eine weitere sprunghafte Vergrößerung. An eine Absicherung der möglichen Folgen aller Gefahrenquellen sollte möglichst frühzeitig gedacht werden.

Welches sind die wichtigsten Versicherungen für die Familie?
Innerhalb der Familie mit Kindern kann jedes einzelne Familienmitglied ein Betroffener sein, der die anderen Mitglieder in eine Notsituation geraten lassen kann. Eltern stehen als Versorger in der finanziellen Veranwortung und Kinder bedürfen einen besonderen Schutz.

Die Versicherungen sollten aus diesem Grund möglichst alle Gefahrenquellen mit einem ausreichenden und langanhaltenden Schutz abfangen können.

Risiko-Lebensversicherung: Gegenseitiger finanzieller Halt

Grundsätzlich dient die Risiko-Lebensversicherung der finanziellen Absicherung der Hinterbliebenen im Todesfall der versicherten Person. In einer „klassischen“ Familie ist der Versicherungsnehmer meist auch das Familienmitglied mit dem einzigen oder dem wesentlichen Einkommen.

Die Situation hat sich inzwischen geändert
Ehepaare mit und ohne Kindern verfügen heute im Gegensatz zu früher meist über ein Doppeleinkommen. Je nach Sichtweise ist ein zweifaches Einkommen entweder durch die Lebensumstände erforderlich, oder der Komfort hat sich auf das Doppeleinkommen bereits eingestellt.

In beiden Fällen würde der Ausfall eines Verdieners durch Todesfall erhebliche Konsequenzen mit sich ziehen. Der Lebenskomfort müsste stark reduziert werden, wenn nicht sogar die Existenz der Familie gefährdert ist. Offene Finanzierungen für das Eigenheim könnten nicht mehr getilgt werden. Haus & Hof stehen auf dem Spiel.

Die Risiko-Lebensversicherung leistet im Todesfall des Versicherungsnehmers mit der vertraglich vereinbarten Todesfallsumme. Ein Ausfall des Haupt- oder Zusatzeinkommens ist überbrückt.

Für einen effektiven Versicherungsschutz empfiehlt u.a. Stiftung Warentest eine Risikoversicherungssumme von min. das 3- bis 5-fache des jährlichen Einkommens (brutto).

Privathaftpflichtversicherung: Basisschutz für die Familie

Bereits Alleinlebende sollten den sehr wichtigen Grundschutz einer Haftpflicht in Anspruch nehmen. Aus diesem Grund ist der finanzielle Basis-Schutz für Familien um so wichtiger.

Die Risiken eines Haftpflichtschadens sind einfach zu groß, um auf den Ersatz durch die Versicherung zu verzichten. Mit der Anzahl der Familienmitglieder steigt auch das Risiko, in Haftung genommen zu werden, proportional an.

Kleinere Schäden könnten im Rahmen einer Selbstbeteiligung noch aus der Familienkasse ersetzt werden. Haftpflichtschäden halten sich allerdings an keine Grenzen. Das gilt auch für den Schadenersatz. Der Verursacher steht in der vollen Verantwortung. Sollten durch ein einfaches Mißgeschick Personenschäden zu beklagen sein, erreichen die finanziellen Verpflichtungen ganz schnell Millionenbeträge.

Eine Haftpflichtversicherung schützt die Familie gegen berechtigte Forderungen zum Schadenersatz. Bereits 5- oder 6-stellige Beträge bereiten den meisten Familien erhebliche Schwierigkeiten. Der Schaden ist vollständig zu ersetzen, ein Leben lang in Raten, wenn es die Situation erfordert.

Der Großteil der deutschen Familien sind bereits im Besitz einer Privathaftpflichtversicherung. Es lohnt sich auf jeden Fall ein Blick auf die vereinbarte Versicherungssumme. Gedeckte Summen unter 3 Mio. Euro gelten bereits als zu gering und „veraltet“. Empfohlen sind min. 3 Mio, besser 5 Mio. Euro.

Privater Unfallschutz: Kinder absichern

Eltern kennen die Risiken für ihre Kinder in jeder Altersstufe meist sehr genau. Solange sich die Schützlinge im Kindergarten, bzw. in der Schule befinden, deckt noch der gesetzl. Unfallschutz die Risiken der Unfallfolgen.

Mit dem Verlassen des Schulbereichs entfällt auch der „Wirkungskreis“ der gesetzlichen Unfallversicherung. Mit dem Eintritt in den Privatbereich entfällt jeglicher Schutz. Die private Unfallversicherung ersetzt neben dem völligen Leistungsausfall der Gesetzlichen bei Freizeitunfällen, auch deren enormen Lücken im gedeckten Schulbereich.

Schwere Unfallfolgen können u.a. eine Invalidität hervorrufen. Die Kosten für ständige Betreuung und medizinische Maßnahmen sprengen meist die Möglichkeiten eines Familieneinkommens. Die Privat Unfallversicherung zahlt eine einmalige Invaliditätssumme, eine lebenslange Rente und kommt auch für erforderliche und kostenintensive Umbaumaßnahmen im Lebensbereich des Unfallopfers auf.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Eltern absichern

Ein Risikobereich das immer wieder verdrängt und meist unterschätzt wird. Der Verlust der Berufsfähigkeit durch Erkrankung. Für rund 25% aller Berufstätigen bedeutet eine Krankheit das vorzeitige Aus. Berufsunfähigkeit bedeutet in der Regel einen dauerhaften Einkommensverlust.

Besonders hart sind Berufstätige betroffen, die nach dem 01.01.1961 geboren sind. Für Geburtenjahrgänge sieht der Gesetzgeber im Fall einer Berufsunfähigkeit nur noch eine kleine Erwerbsminderungsrente vor. Keinesfalls kann damit der bisherige Lebensstandard gehalten werden. Darüber hinaus darf der Arbeitnehmer für die Inanspruchnahme auch keiner „geringfügigen Beschäftigung“ mehr nachkommen können.

Hausfrauen erfüllen einen Fulltime-Job, sind aber von der gesetzlichen Versicherung vollständig ausgeschlossen. Ein Ungleichgewicht, welches dem Gesetzgeber voll bewußt ist, aber für diesen keinerlei Anpassungen bedarf.

Berufsunfähigkeitsversicherungen decken die offensichtliche Versorgungslücke des Gesetzgebers bei vorzeitiger Berufsaufgabe aus gesundheitlichen Gründen. Die Leistungen einer monatlichen Rente sorgen für den finanziellen Ausgleich nach dem einschneidenden Einkommensverlust. Auch Hausfrauen können über eine BU-Versicherung für die finanzielle Absicherung der Familie vorsorgen.

Die gesetzliche Versicherung verzichtet nicht darauf, den Arbeitnehmer zu einer „Ersatz-Beschäftigung“ zu drängen, auch wenn das Einkommen noch so gering ist. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen verzichtet meist auf eine sog. „abstrakte Verweisung“ und beginnt mit den vereinbarten Leistungen nach der Feststellung der Berufsunfähigkeit.





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