Dienstag, den 20. November 2018

Euro-Krise: Bundesbürger würden an Altersvorsorge einsparen

Euro-Krise Versicherungsbranche


Die Entwicklungen der Euro-Krise deuten darauf hin, dass Bürger der Europäischen Union immer weniger Geld zur freien Verfügung haben werden. Einsparungen und entsprechende Umgestaltung der Prioritäten wären notwendig. Die Versicherungsbranche interessiert sich offensichtlich dafür, wie weit die EU-Bürger, insbesondere die Bundesbürger an Versicherungen Einsparungen vornehmen wollten.

Am wenigsten halten Bundesbürger an privater Altersvorsorge fest

Sparpotenzial

Euro-Krise: Sparpotenzial in Versicherungen
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Offiziell wurde es noch nicht verkündet, „es kommen schlechte Zeiten auf uns zu“, allerdings spüren immer mehr Bundesbürger, dass es aufgrund der andauernden Euro-Krise und den Auswirkungen der deutschen sowie europäischen Politik wohl kaum zum Halten des derzeitigen Lebensstandards, geschweige eine Verbesserung in Aussicht gestellt ist. Für die Mehrheit könnte es bald notwendig sein, den Gürtel etwas enger zu schnallen.

Diese Entwicklung scheint auch in den Kreisen der Versicherungsbranche durchaus in den Bereich des Möglichen gerutscht zu sein, denn das Interesse ist gestiegen, auf welche Versicherungen bzw. Versicherungsleistungen der Verbraucher am ehesten verzichten wollte, falls die finanziellen Verknappungen einen Sparkurs aufdrängten.

Die Zurich Versicherungsgruppe interessierte sich über die Einschätzung der EU-Bürger, wie sie auf die näher rückenden Einflüsse der Euro-Krise reagieren wollten und befragte im Herbst 2012 (zwischen Ende Oktober und Mitte November) insg. 4.076 Bürger aus den europäischen Staaten per Telefon und Internet. Anteilig waren 557 Befragte aus Deutschland, im Alter ab 14 Jahren.

Demnach würden die meisten Menschen bei einem geringeren Einkommen die Ausgaben für Restaurants und Bars reduzieren (rund 60%). Weniger Geld für Kleidung & Mode sowie für Freizeitaktivitäten würde knapp die Hälfte der Befragten ausgeben. 17% der Bundesbürger würden Abschnitte bei den Ausgaben für Versicherungen vornehmen. Im Ländervergleich bewegt sich Deutschland mit dem Einsparwillen bei Versicherungen knapp hinter Russland mit 18%. Die österreichischen Nachbarn würden mit einem Anteil von 16% der Befragten an Versicherungsprodukten Einsparungen vornehmen. Schlusslicht ist mit 3% das südeuropäische Land Portugal.

Unterschiedliche Gewichtungen der Versicherungssparten
Das Thema Versicherungen nimmt ein großes Gebiet ein und unterscheiden sich u.a. grundsätzlich zwischen Risiko- und Altersvorsorge. Aus diesem Grund wurde gefragt, auf welche Versicherungssparten die Bürger in Deutschland bei finanziellen Engpässen verzichten wollten. Das größte Einsparpotenzial wird demnach mit 36% bei der Lebensversicherung bzw. Altersvorsorge gesehen, gleich gefolgt von der Diebstahl- und Feuerversicherung (35%). Noch knapp ein Drittel (32%) der Bundesbürger würde Einsparungen bei der privaten Unfallversicherung vornehmen. Die Autoversicherung steht mit 30% Anteil ebenfalls relativ hoch im Kurs. Offenbar erscheint die Privat-Haftpflichtversicherung als zu wichtig oder als die Versicherung mit nur geringen Einsparmöglichkeiten. Lediglich 6% der Deutschen würden an der Haftpflicht sparen.

Umgekehrt betrachtet wären nur 2% der Bundesbürger dazu bereit, aufgrund eines erhöhten Bedarfs mehr Geld für eine Versicherung auszugeben. Fast zwei Drittel (66%) sehen in der aktuellen Situation keinen Bedarf an den Versicherungen etwas zu ändern.



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