Kleiner Parkschaden, große Folgen: Fahrerflucht auch bei Mini-Kratzer

Kfz-Versicherung-


Die in der Regel nur geringfügigen Parkschäden können für den Verursacher folgenreiche Konsequenzen haben, sollte der Kratzer oder die Delle als nicht nennenswerte Lappalie abgetan werden. Kleiner oder großer Kratzer, anschließend falsches Verhalten kann sehr schnell zur Fahrerflucht werden.

Autounfall

Parkunfälle enden selten so dramatisch. Wer aber einfach wegfährt kann den größeren Schaden haben

Kleine Parkschäden brauchen große Aufmerksamkeit

Beim Ein- oder Ausparken auf das nächste geparkte Auto gerempelt, „kaum was zu sehen, nicht der Rede wert“. Wer jetzt einfach davon fährt, begibt sich auf hochgefährliches Glatteis, denn der Tatbestand Fahrerflucht greift schon sehr früh. Ist der Parkvorgang einmal mit unerwarteten „Nebengeräuschen“ am Nachbarauto begleitet worden, dann gilt einmal grundsätzlich, den „Tatort“ nicht einfach so zu verlassen.

Die beim Parkvorgang verursachten Schrammen und Kratzer kommen gar nicht so selten vor. Mit 21 Prozent verursachte gut jeder fünfte deutsche Autofahrer bereits einen Parkschaden, so die von CosmosDirekt beauftragte forsa-Studie. Nicht alle Schadenverursacher verhalten sich nach einem Missgeschick auch richtig, fahren einfach davon, oder glauben, mit dem Zettel samt Namen und Telefonnummer unter dem Scheibenwischer des „Opfer-Fahrzeugs“ wäre es getan.

Die Definition „Stoßstangen sind schließlich da, um Stöße abzufangen. Mit Kratzer und Dellen muss gerechnet werden“, gilt hier nicht. Besonders in Deutschland ist dieser vermeintliche „Rammbock“ des „Deutschen liebstes Kind“ viel mehr als eine Zierleiste zu verstehen, die vom Hochglanz nichts einbüßen darf.

Je kleiner der verursachte Schaden, desto eher die Verlockung, den Ort samt verunziertes Nachbarauto ohne weiteres Aufsehen zu verlassen. Knapp die Hälfte (45%) der Parkschaden-Verursacher haben nach eigenen Angaben solange gewartet, bis der Besitzer des beschädigten Fahrzeugs eingetroffen ist. Die Polizei wurde von 30 Prozent der Befragten gerufen und 25 Prozent hinterließen am beschädigten Auto ihre Telefonnummer.

Nach Parkschaden für eine „zumutbare Zeit“ warten

Ob eine deutliche Delle, oder ein vermeintlich kaum nennenswerter Kratzer, der Unfallverursacher sollte an Ort und Stelle auf den Besitzer des beschädigten Fahrzeugs warten, so der Hinweis von Frank Bärnhof, Kfz-Versicherungsexperte bei CosmosDirekt. Der Schadenverursacher ist aber nicht dazu angehalten, bis in alle Ewigkeit in seinem Auto zu campieren. Der Gesetzgeber spricht von einer „zumutbaren Wartezeit“. Die dehnbare Definition beschreibt zum Beispiel eine halbe Stunde auf dem Supermarkt-Parkplatz. Nach Ablauf der „zumutbaren Zeit“ erhält der Schadenverursacher jedoch keinen Freibrief zur folgenlosen Weiterfahrt, sondern sollte in jedem Fall die Polizei verständigen.

Wer einfach wegfährt, der „flüchtet“

Das Entfernen vom Unfallort, ohne die Polizei verständigt zu haben, würde in diesem Fall den Tatbestand der Fahrerflucht erfüllen. Das trifft auch zu, wenn lediglich ein Zettel mit Telefonnummer unter den Scheibenwischer geklemmt wird. Fahrerflucht ist eine Straftat und kann zu Geldstrafen, Entzug des Führerscheins und Punkte in Flensburg führen. Zu allem Überfluss droht auch noch Ärger mit der Kfz-Versicherung. Der Versicherungsschutz einer Kfz-Haftpflicht oder Kaskoversicherung steht nach Feststellung einer Fahrerflucht auf sehr wackeligen Beinen.

Wartet der Verursacher z.B. nach einem Parkschaden auf den Besitzer des beschädigten Fahrzeugs, bzw. wird final die Polizei zur Aufnahme des Unfalls benachrichtigt, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung des Verursachers auf. Solange aber der Schadenverursacher nicht feststeht, bleibt der Betroffene auf den Kosten sitzen, sofern er keine Vollkasko-Police besitzt, so Bärnhof. „Vor einer Regulierung über die Vollkaskoversicherung sollte jedoch geklärt werden, ob dies zu einer Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts führt und sich somit der Beitrag erhöht. Der Versicherer kann prüfen, ob es eventuell für den Betroffenen günstiger ist, die Werkstattkosten selbst zu tragen“, so der Hinweis des Versicherungsexperten.

Bei Kfz-Versicherung auf Rabattschutz achten

Auch ein kleiner Schaden mit geringen Folgekosten könnte für den Versicherungsnehmer eine teure Angelegenheit werden, wenn die Versicherungsgesellschaft nach Schadenregelung die Beiträge anhebt. Steigende Versicherungskosten können aber mit dem sogenannten „Rabattschutz“ vermieden werden und dieser sollte für die Kfz-Haftpflichtversicherung ebenso gelten wie für die Vollkasko-Police.



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