Mittwoch, den 14. November 2018

Kein Ende Diesel-Affäre in Sicht – Zwischenzeitlich wird gebastelt

NO2-Belastungen


Bis eine Lösung für die von Umweltschützern ins Visier genommenen Dieselfahrzeuge gefunden ist, wird noch viel Zeit vergehen. Währenddessen wird noch gebastelt und wer für den Schaden aufkommt, steht ohnehin noch nicht fest.

Auspuff

Diesel und NO2 – Am Ende wird der Konsument draufzahlen dürfen

ADAC beteiligt sich an Erprobung von Hardware-Nachrüstungen

Noch immer gibt es keine endgültige Lösung für bereits auf den Straßen fahrenden Dieselautos mit (vermeindlich) zu hohem Schadstoffausstoß. Für die betroffenen Autobesitzer steht noch offen, wer eigentlich für den in Verbindung mit der EU-Gesetzgebung entstandenen Schaden aufkommt. Mit dem 01. November 2018 wurde der Weg einer Musterfeststellungsklage eröffnet. Verbraucherschützer reagierten sofort und reichten Klage gegen den Autokonzern VW ein. Die Entscheidung läßt aber noch auf sich warten.

Zwischendurch wird noch gebastelt und ausprobiert, was gegen die als zu hoch deklarierten Abgaswerte der Euro-5-Diesel helfen könnte. Selbst der ADAC hat Hand angelegt und betroffene Dieselfahrzeuge nachträglich mit Harnstofftanks ausgerüstet. Es erfolgte im Anschluss ein Test. Die Emission von Stickoxiden (NO2) werde dadurch verringert, aber dennoch blieben die Werte über den EU-Vorgaben, wie Deutschlandfunk berichtete.

Stefan Braunschweig, Sprecher des ADAC-Württemberg gibt sich zuversichtlich. Es sei dennoch machbar und die Argumente der Gegner einer Hardware-Nachrüstung können widerlegt werden. Eine Testreihe mit drei Euro-5-Dieselfahrzeuge wurde in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsministerium BW bereits Anfang August gestartet. Diese wurden mit SCR-Katalysatoren und AdBlue-Technologie nachgerüstet. Die Autos waren täglich 700 Kilometer auf den Straßen bei unterschiedlichen Bedinungen unterwegs. Als Teststrecken dienten demnach Autobahnen, Bergstraßen, Stadtverkehr und „Offroad“. Das Resümee nach 10.000 Kilometern: Durch die Hardware-Nachrüstung wurden weniger Stickoxide rausgeblasen. Die Reduzierung dieser Schadstoffe lag im Bereich zwischen 63 und 80 Prozent.

Bei allen drei Testfahrzeugen sei der Wert von 270 Milligramm pro Kilometer unterschritten worden. Doch die EU-Richtlinie gibt einen Grenzwert von 180mg für Euro-5-Diesel und 80mg für Euro-6-Diesel vor. Dennoch bewertet der ADAC die erreichten Marken als einen „riesen Fortschritt“.

Auch hier bleibt die Frage offen, wer für eine ggfs. spätere Nachrüstung der Dieselfahrzeuge aufkommen wird.

Übrigens: Der von der EU vorgegebene Grenzwert für Euro-5-Diesel liegt bei 180mg NO2 pro Kilometer und pro Kubikmeter Luft. Der Rauch einer Zigarette enthält rund 0,5mg NO2. „Nimmt man zur Konzentrationsberechnung ein Atemvolumen beim Rauchen einer Zigarette von zehn Litern an, so inhaliert man 50mg NO2 pro Kubikmeter Luft. Bei einer Packung am Tag wäre das eine Million Mikrogramm“, so Professor Dieter Köhler zur Welt. Köhler ist renommierter Lungenexperte und war zwischen 2002 und 2007 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Er kritisiert vor allem die Messmethoden zur Ermittlung der NO2-Emissionen.



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