Allianz überrascht mit Zahlen aus Quartal 2 2012

Allianz Q2 2012-

Europas größter Versicherungskonzern, die Allianz, hat sich offensichtlich im zweiten Quartal 2012 gut gegen die Euro-Krise geschlagen. Satte Gewinne über den Erwartungen, aber auch Einbrüche in Produktsparten, die man einem Versichungsunternehmen am ehesten als Steckenpferd zuschreiben würde.

Gewinne der Allianz übersteigen Analysten-Erwartungen

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Allianz Q2 2012

Im Vergleich zu Quartal II 2011 konnte die Allianz den Erlös auf 25,2 Milliarden Euro (plus 2,5%) steigern und erreichte einen operativen Gewinn in Höhe von 2,36 Mrd. Euro. Einziger Wehrmutstropfen innerhalb der Gesamtbilanz bilden die deutlichen Rückgänge in den Risikoversicherungen (-16% bei Schäden & Unfall). Dagegen stehen jedoch kräftige Zuwächse in den Lebens- und Krankenversicherungen sowie in der Vermögensverwaltung.

Michael Diekmann, Chef der Allianz, sieht das Geschäft auf einem stabilen und beständigen Kurs. Für das gesamte Jahr 2012 wolle er einen operativen Gewinn zwischen 7,7 und 8,7 Mrd. Euro erreichen.

Im Vordergrund steht der Umstand, dass trotz der hohen Versicherungsschäden durch Naturgewalten, dennoch ein solch unerwartetes Ergebnis erreicht werden konnte. Besonders die Erdbeben in Norditalien, schwere Unwetterschäden in Deutschland und ein verheerender Tornado in den Vereinigten Staaten, trugen dazu bei, die Katastrophenschäden auf rund 174 Millionen Euro beziffern zu können. Zusätzlich waren die Überschwemmungen in Thailand Anlass, um eine weitere Rückstellung in Höhe von ca. 120 Mio. Euro zu bilden.

Perfektes Timing: Quartalszahlen & Elementarschäden-Versicherung

Nach wie vor hängt über der Allianz das Damokles Schwert durch massive Beteiligungen an „wackeligen“ Staatsanleihen. Die herben Abschreibungsverluste vom vergangenen Jahr, blieben bei der letzten Quartals-Hochrechnung aus. Ein großer Anteil der gehorteten Anleihen stammt aus der „Krisen-Gruppe“ Spanien, Portugal, Irland, Italien und Griechenland.

Wen wundert es, dass Michael Diekmann, ein „brennender Verfechter“ des Euros, nach einem Währungsaustritt die „Welt für Deutschland untergehen“ sieht. Ein Euro-Zusammenbruch würde dem Versicherungskonzern mit einem Schlag die Anleihenwerte berauben.

Interessant ist auch die Hervorhebung der Quartals-Summen bezüglich Naturkatastrophen. Erst vor zwei Tagen erklärte die Allianz in ihren Pressemitteilungen, was Elementarschäden bedeuten und warum der Versicherungsschutz dagegen so wichtig sei. Die Darstellungen sind zwar nachvollziehbar, aber das Timing der Veröffentlichung ist augenscheinig „perfekt“.

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