Samstag, den 17. November 2018

340 Mio. Hilfsgelder für Landwirte – GDV fordert Umdenken

Landwirtschaft


Bund und Länder stellen den Landwirten rund 340 Millionen Euro an Hilfsgeldern für die Dürreschäden in Aussicht. Der Versicherungsverband fordert ein Umdenken und steuerliche Vorteile für die Vorsorge gegen wetterbedingte Risiken.

Hilfszahlungen an Landwirte seien nicht nachhaltig

Pflanzengift

GDV fordert vorausschauende Vorsorge

Den deutschen Landwirten ist aufgrund der eingetretenen Ernteschäden durch anhaltende Dürre von Bund und Ländern eine Hilfszahlung in Höhe von bis zu 340 Millione Euro in Aussicht gestellt worden. Im Vergleich zum Vorjahr fällt die geerntete Menge an Getreide nach Angaben des Bauernverbandes um rund 22 Prozent, bzw. um 35,6 Millionen Tonnen niedriger aus. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungwirtschaft (GDV) begrüßt die zugesagte Hilfe für Landwirte, fordert allerdings für die kommenden Jahre einen „Paradigmenwechsel“.

Der Versicherungsverband geht davon aus, dass die Schäden künftig klimabedingt tendenziell häufiger auftreten und größere Werte vernichten werden. Kurzfristige Hilfszahlungen an die betroffenen Landwirte seien aber nicht nachhaltig. Die Bauern werden zu „Bittstellern degradiert“. „Den Ex-post-Hilfen muss ein funktionierendes System vorausschauender Vorsorge entgegengesetzt werden, das den Landwirten Planungs- und Rechtssicherheit gibt“, so Rainer Langner, Leiter des Expertennetzwerkes Landwirtschaft im GDV.

Derzeit sei so gut wie kein landwirtschaftlicher Betrieb gegen Dürre versichert, da im Bundesgebiet eine finanzielle Unterstützung, wie z.B. die Befreiung von der Versicherungssteuer fehle. Von der Versicherungssteuer seien die Landwirte fast aller EU-Staaten befreit. „Drei Viertel der Staaten – darunter Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Österreich oder die Niederlande – zahlen ihren Landwirten einen Zuschuss für sogenannte Mehrgefahrenvrsicherungen.“ Diese Versicherungen schließen die Risiken durch Wetter ebenso ein und dazu zähle auch Trockenheit.

Eine solche von Staat und Landwirtschaft mitfinanzierte Risikovorsorge verleihe den Landwirten die Rechtssicherheit für Anspruch auf Entschädigungen nach extremen Wetterlagen. Gleichzeitig würde dadurch der aktuelle Wettbewerbsnachteil im europäischen Binnenmarkt ausgeglichen. Für die Landwirte bedeutete diese Kofinanzierung mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber den Klimawandel-Einflüssen.

Die Witterung neuer Geldquellen aus Steuermitteln

In anderen Worten: Die Hilfszahlungen an die Landwirte aus Steuermitteln gehen an den Versicherungsunternehmen vorbei. Bei der Mitfinanzierung einer Risikovorsorge aus Steuermitteln profitierten auch die Versicherungsunternehmen.



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