Preisdiskriminierung gegenüber Touristen – Belgier verklagt Venedig

Venedig Tourismus-


Die Gemeinde Venedig könnte aufgrund ihrer eigenwilligen Preispolitik gegenüber Touristen Probleme mit der EU-Kommission bekommen. Vielen Touristen gefallen die für Besucher extra hohen Preise nicht und ein Belgier reichte nun Klage ein.

Venedig

Betreibt Venedig Mobbing gegen unliebsame Touristen? Ein Belgier fühlt sich über den Tisch gezogen

Venedig will die Einwohner vor dem Massentourismus schützen

Für manche Städte und Gemeinde scheinen die Touristen die „reinste Plage“ zu sein, während andere Regionen händeringend um jeden Besucher betteln, der wenigstens ein wenig für konjunkturellen Aufschwung sorgen könnte. Venedig scheint den vielen Touristen überdrüssig zu sein und versucht das Problem mit der Preisgestaltung zu lösen.

Ein Belgier klagte nun gegen die vermeintliche Preisdiskrimierung zwischen den Venezianer und den Touristen, wie das wirtschaftsblatt.at (Montag) berichtete. Der Belgier beruft sich auf die Artikel 12 und 49 der EU-Verträge, die unter EU-Bürgern eine Preisdiskriminierung verbieten. Die italienische Tageszeitung La Stampa hob hervor, dass Italien bereits im Jahr 2003 wegen Preisunterschieden bei Eintritten in Museen aufgrund der Staatsangehörigkeit verurteilt worden sei.

Der Belgier stellte als Beispiel der Preisunterschiede den Besuch des Palazzo Ducale voran. Eine vierköpfige Touristenfamilie, bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern, müssen demnach 58 Euro bezahlen. Die gleiche Familie aus Venedig müsste dagegen 0,- Euro bezahlen, der Eintritt sei kostenfrei. Eine Fahrt mit dem Vaporetto vom Bahnhof bis zum Marktplatz koste 56,- Euro. Eine venezianische Familie müsse dagegen nur 10,40 Euro hinblättern.

Venedig schützt die eigenen „letzten Einwohner“

Jährlich besuchten bis zu 25 Millionen die Stadt Venedig. Die Preisdiskriminierung ist eine Maßnahme zum Schutze der rund 59.000 Einwohner, „die noch im Disneyland Venedig ausharren“, so Silvio Testa, Gründer des Komitees „No Grand Navi“, eine Organisation, die gegen Kreuzfahrtschiffe in der Lagunenstadt vorgeht. Venedig werde vom Massentourismus wie von einem Tsunami aufgefressen, so Testa.

Die Venezianer werden vom Massentourismus über Gebühr belastet, so der Direktor der Nahverkehrsgesellschaft, Franco Fiorin, der die erhöhten Touristenpreis in Schutz nimmt. Die Einwohner können für die Kosten allein nicht aufkommen.

Gesonderte Preise für Touristen sind jedoch kein Monopol der Venezianer. Die Preisunterschiede sind u.a. im von Touristen viel besuchten Thailand geradezu selbstverständlich. So sind um das fünffach höhere Eintrittspreise für Besucher aus dem Ausland für Museen oder andere Sehenswürdigkeiten die Regel. Allerdings ist das Preisniveau nicht mit dem von Venedig zu vergleichen. Faktor Fünf beschreibt oft nur Preise in Höhe um die 3-5 Euro. Der Belgier hätte in Fernost bei seiner EU-Klage ohnehin nur sehr schlechte Karten in der Hand.



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