Samstag, den 17. November 2018

BGH fällt Urteil zu Mängelbeseitigung bei Pauschalreisen

Recht Pauschalreisen


Der Bundesgerichtshof hat sich mit einem aktuellen Urteil für den besseren Schutz von Pauschalreisenden ausgesprochen. Eigeninitiative für die Beseitung von Reisemängeln gehen nicht grundsätzlich auf Kosten der Touristen.

BGH hob Urteil Landesgericht Köln auf

Urlaubsflieger

Kundin buchte in Eigenregie Ersatzflug

Am Dienstag sprach der Bundesgerichtshof (BGH) ein Urteil (Az. X ZR 96/17) über die möglichen anfallenden Kosten bei einer einseitigen Beseitigung von Reisemängeln durch den Touristen. Sollte der Reiseveranstalter den Kunden nicht explizit darauf hingewiesen haben, dass ein Mangel beim Veranstalter anzuzeigen sei, kann der Pauschalreisende den Mangel selbst beseitigen, ohne dadurch finanziellen Schaden erleiden zu müssen.

Eine solche Mängelbeseitigung kann auch ein selbstständig gebuchter Ersatzflug aufgrund einer Verschiebung des ursprünglich vorgesehenen Flugs sein, wie es auch im konkreten Fall behandelt worden ist.

Demnach buchte die Klägerin beim Reiseveranstalter eine Pauschalreise in die Türkei für sich, ihren Ehemann und ihre zwei Kinder zu einem Gesamtpreis von 4.874 Euro. Geplant war der Rückflug von Antalya nach Frankfurt am 07. Oktober 2014 um 20:05 Uhr. Am Flughafen des betreffenden Abreisetermins wurde der Klägerin mitgeteilt, dass der Flug aufgrund technischer Probleme auf 22:40 Uhr verschoben worden ist. Dazu kam noch der alternative Zielort Köln anstatt Frankfurt. Die Fluggesellschaft sah einen Bustransfer nach Frankfurt vor. Die neue Ankunftszeit betrug um 6,5 Stunden später als ursprünglich geplant.

Die Klägerin buchte in Eigeninitiative und ohne vorherige Absprache mit dem Reiseveranstalter bei einer anderen Fluggesellschaft einen Ersatzflug nach Frankfurt für den gleichen Abend. Die entsprechenden Mehrkosten in Höhe von 1.235 Euro wollte die Klägerin beim Reiseveranstalter erstattet bekommen.

In den vorangegangenen Instanz war das Landgericht Köln der Ansicht, dass die Klägerin vor der eigenmächtigen Buchung eines Ersatzfluges zuerst den Reiseveranstalter hätte kontaktieren und eine Frist setzen müssen. Diese Entscheidung hob der BGH nun auf. Der Veranstalter habe auf diese Pflicht korrekt hinweisen müssen und deshalb könne auch nicht auf deren Einhaltung bestanden werden.

Das Urteil des BGH ist noch nicht rechtskräftig, da der Reiseveranstalter in der am Dienstag geführten Verhandlung nicht vertreten war. Die Möglichkeit einer Anfechtung dieser Entscheidung steht noch offen.



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Bild: airberlin

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