Donnerstag, den 20. September 2018

Tarifgestaltung Stromanbieter benachteiligt kleine Haushalte

Stromtarife


Die Tarifgestaltung der Stromanbieter aus Grundpreis und Arbeitspreis benachteiligt die Haushalte mit geringem Stromverbrauch bzw. kleineren Einkommen.

Grundpreis-Anteile können nicht vermieden werden

Stromzähler

Preisanstiege belasten kleine Haushalte stärker

Die Preisgestaltung der Stromversorger beeinflusst Haushalte mit geringeren Stromverbrauch stärker als Haushalte mit einem größeren „Energiehunger“. In der Relation wirkt sich vor allem der Preis der Grundversorgung wie die Mehrwertsteuer aus. Zahlen müsse alle Haushalte gleich viel, aber der Preis belastet Haushalte mit geringen Einkommen weitaus stärker als Haushalte mit einem hohen Einkommen, so eine Untersuchung des Vergleichportals Verivox.

In der Regel setzen sich die Stromtarife aus den tatsächlich verbrauchten Strom und den festen Grundpreis zusammen. Doch die Entwicklung beider Tarif-Anteile vollzog sich in den vergangenen fünf Jahren sehr unterschiedlich. So stellte Verivox fest, dass der stets fällig werdende Grundpreis in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um rund 25 Prozent angestiegen ist, währen der Arbeitspreis pro Kilowattstunde (kWh) lediglich um 5 Prozent in die Höhe kletterte.

Je weniger Strom ein Haushalt verbraucht, desto nachteiliger wirken sich die Preisanhebungen mit der Grund-Komponente aus, da in der Regel die Niedrigverbraucher auch gleichzeitig die Haushalte mit niedrigem Einkommen sind.

Der Arbeitspreis des lokalen Grundversorgers liegt derzeit bundesweit im Schnitt bei 28,2 Cent pro kWh (bei 1.500 kWh jährlicher Verbrauch), so das Vergleichsportal. Anfang 2013 lag dieser Tarifanteil bei 26,98 Cent pro kWh. Im gleichen Zeitraum stieg der durchschnittliche Grundpreis von ehemals 86,35 Euro pro Jahr auf 108,12 Euro pro Jahr an. Für ein Haushalt mit einer Person werden heute für Strom im Schnitt 531 Euro pro Jahr fällig. Ein Anstieg um 8,2 Prozent gegenüber dem Jahr 2013.

Ein Vier-Personen-Haushalt mit 6.000 kWh Verbrauch pro Jahr muss dagegen nur um 5,6 Prozent höhere Stromkosten stemmen. Private „Großverbraucher“ mit 10.000 kWh werden lediglich um 2,3 Prozent mehr belastet.

Für die Konsumenten bleibt lt. Verivox lediglich der Ausweg über einen Stromversorger, der ingesamt günstigere Tarife anbietet. Die Netzbetreiber verfügten letztendlich über eine regulierte Monopolstellung. Derzeit könne ein Haushalt mit 4.000 kWh jährlichem Verbrauch mit einem erstmaligen Wechsel zum günstigsten Stromtarif im Schnitt 458 Euro sparen.




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