Liberalisierung Strommarkt wälzte Risiken auf Haushalte ab

Stromversorger –


Haushalte sind den finanziellen Risiken einer Insolvenz ihres Stromversorgers ausgesetzt. Eindeutige Anzeichen als Frühwarnsystems gibt es lt. Verbraucherschützer nicht. Die Liberalisierung des Strommarktes wälzte die Risiken klar auf die Haushalte ab.

Stromkosten

Im Insolvenzfall bleibt Stromkunde meist auf den Forderungen sitzen

Die „zahlreichen Vorteile“ der Strommarktliberalisierung

Mit der Privatisierung des Stromsektors beabsichtigte die Bundesregierung vordergründig die Steigerung des Wettbewerbs unter den verschiedenen Anbietern und somit auch für sinkende Strompreise bei den Kunden. Das Resultat ist heute für jeden einzelnen Haushalt sowie für fast alle Unternehmen mehr als eindeutig. Die aktuellen Strompreise sind nicht nur so hoch wie jemals zuvor, sondern stellen europa- und sogar weltweit die glänzende Krone dar. Mit der Strommarktliberalisierung bürgte die öffentliche Hand den privaten Haushalten dazu noch die Risiken einer möglichen Insolvenz des Stromversorgers auf. Die Tarifgestaltungen der Stromunternehmer sehen meist Vorauszahlungen für Monate oder sogar ein ganzes Jahr vor. Driftet der Stromversorger in die Insolvenz ab, darf der Kunde zusehen, wie er seinen Anspruch aus der Insolvenzmasse erfüllen kann. In der Regel gelingt ihm das nicht.

Mit den prominenten Beispielen wie BEV, Care Energy, Teldafax und Flexstrom sind bereits zahlreiche Stromkunden „rasiert“ worden. Zwar fällt die Stromversorgung in einem Insolvenzfall quasi fließend in den Bereich des örtlichen Grundversorgers, aber dieser verschickt natürlich seine eigenen Rechnungen. Die Vorab-Stromrechnung des insolventen Versorgers ist bereits beglichen.

Für Haushalte ist es relativ schwer, die wirtschaftliche Lage ihres Stromversorgers zu kennen bzw. zumindest abzuschätzen. Diesem Problem haben sich nun die Marktwächter des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv) gewidmet. Sie wollten herausfinden, ob es für den Konsumenten Wege gibt, evtl. vorhandene Anzeichen einer drohenden Insolvenz ihres Stromversorgers zu erkennen.

Das Ergebnis: „Es gibt keine bestimmten Vorgehensweisen von Energielieferanten, anhand derer Verbraucher eine Unternehmenskrise eindeutig ausmachen können“, so Marktwächter-Referent Fabian Tief. Anzeichen für eine wirtschaftliche Schieflage könnten jedoch Häufungen von bestimmten Vorgehensweisen des Versorgers sein. Dazu zählten z.B. verzögerte Auszahlung von Guthaben und Boni, verspätet eintreffende Rechnungen sowie ein schlecht erreichbarer Kundenservice. Auffällig waren bei der Auswertung der Insolvenzfälle auch teils versteckte Preiserhöhungen oder eine Anhebung der Abschlagszahlung, obwohl der bisherige Stromverbrauch gar nicht festgestellt wurde.

Eindeutige Belege für eine finanzielle Schieflage des Stromversorgers seien dies allerdings nicht. Ursachen könnten auch technische Probleme oder einfach eine „besondere Unternehmensphilosophie“ sein.

Unterm Strich bleibt das Risiko beim Kunden. Rutscht der Stromversorger in die Insolvenz ab, darf der Kunde zusehen, wie er als unfreiwilliger Gläubiger zu seinem Geld kommt. In der Regel kommt dies überraschend.

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