Folgt nach Strom Ökoumlage Anhebung der Netzentgelte?

Netzentgelt Strom-


Vielen Haushalten sitzt der Schrecken durch die starke Anhebung der Öko-Anteile zum Haushaltsstrom ab 2013 noch im Nacken. Doch bevor sich der Verbraucher „mental“ mit erneut erhöhten Stromrechnungen anfreunden konnte, steht bereits die nächste Verteuerung vor der Tür. Die Netzbetreiber fordern ab nächstes Jahr mehr Geld für die Durchleitung des Stroms. Am Ende werden Preisanhebungen mit bis zu 27% für Durchleitungsentgelte noch addiert werden.

Regional starke Unterschiede zu Entgeltanhebungen

Strompreisanhebungen
Wie weit kann man gehen?
Bild: R. Streibel / pixelio.de

Offenbar wurde zur Anhebung der Öko-Umlage für Stromenergie auf 5,3 Cent pro kWh ab 2013 eine „Kleinigkeit“ übergangen. Es gibt zwischen dem Stromerzeuger „da draußen“ und der „Kaffeemaschine zuhause“ eine elektrische Leitung, die für die Übertragung der Stromenergie bis zur Steckdose sorgt. Die Errichter und Betreiber dieser vorwiegend als Hochspannungs- und Überlandleitungen geführten Verbindung wollen verständlicherweise für ihre Leistungen wie Errichtung und Instandhaltung Geld sehen.

Die Rechnungen der Netzbetreiber bezahlen die Energieversorger und in Form eines Netzentgelts. Die Energieversorger sind dazu verpflichtet, Netzentgelte pro „überlieferte“ Kilowattstunde zu bezahlen. Es besteht jedoch keine „Pflicht“, diese Kosten alleine tragen zu müssen. Aus diesem Grund werden die Netzentgelte in der Regel anteilig zu 100% auf die Endkunden abgewälzt.

In Deutschland gibt es keine einheitliche Größe zum Netzentgelt. Die rund 900 Netzbetreiber im ganzen Bundesgebiet legen den Preis jeweils regional fest.

Fühlen sich Netzbetreiber vom „Öko-System benachteiligt“?
Es scheint als ob sich die Netzbetreiber vom gerade erst in Fahrt gekommenen Preis-Schub nach oben vergessen fühlen, denn die ersten Rufe zu Anhebungen der Netzentgelte sind inzwischen laut und deutlich vernommen worden. Die Höhe der zusätzlichen Belastung ist noch nicht festgelegt, aber es wird aller Voraussicht nach zu einem Aufschlag kommen und dieser wird lt. dem Stromanbieter FlexStrom bei bis zu 27% liegen.

Die geringste Ausprägung von Bescheidenheit zeigte offenbar die Netzgesellschaft der Gemeinde Nüdlingen in Unterfranken (Bayern), nördlich von Würzburg. Lt. den Prognosen wird die Anhebung der Strom- Durchleitungsentgelte um die 27% betragen. Ab Januar werden die Kunden bei Dresden einen voraussichtlichen Aufschlag von 24% verkraften müssen, sofern sie an der Leitung der DREWAG „hängen“.

Die Bundesnetzagentur (BnetzA) will in den folgenden Wochen genaue Zahlen für das kommende Jahr veröffentlichen.

Stromanbieter „fangen den Ärger ein“
Den Stromversorgern selbst bringt die Anhebung der Strom-Durchleitungsentgelte außer verdrossener Kunden nichts ein. Sie fungieren letztendlich als „die verwaltende Schleuse“ zwischen Netzbetreiber und Endkunden. So verwundert es auch nicht, dass z.B. der unabhängige Stromanbieter FlexStrom nicht gerade zustimmende Worte für die geplanten Entgeltanhebungen übrig hat. „Nach unserer Auffassung verlangen die Netzbetreiber schon jetzt viel zu viel Geld für die Durchleitung“, erklärte FlexStrom Gründer Robert Mundt in knappen aber klaren Worten.

Der Anreiz für Wettbewerb fehlt
Die Netzbetreiber zeigen keine ausgeprägte Motivation, ihre Entgelt-Vorstellungen in einem für Verbraucher akzeptablen Bereich zu gestalten. Es fehlt schlicht der Druck des Wettbewerbs. Obwohl die Strompreise zusehends nach oben klettern und die Kritiken stets folgen, kommt keine große Bewegung in die Wechselbereitschaft der Privathaushalte. Nach wie vor nimmt die große Mehrzahl der Endverbraucher die Strompreisanstiege „mürrisch“ hin oder bezieht nach wie vor den Haushaltsstrom vom hiesigen Grundversorger.

Das Potenzial der Einsparmöglichkeiten durch den Lieferantenwechsel wird kaum ausgeschöpft. Ein „fliegender Wechsel“ des Energielieferanten ist für den Stromkunden lediglich eine „Papier-Angelegenheit“ im geringen Umfang. Weder ein Vertreter der Stromfirmen, noch ein Elektriker muss irgendeinen Eingriff in die häusliche Installation vornehmen.

Auch wenn die Marktreaktionen durch die in der Regel 1-jährigen Vertragslaufzeiten etwas „behäbig“ sind, würden allerdings die teuren Netzbetreiber relativ schnell anhand der Kundenreaktionen bemerken, dass die letzte Anhebung dann doch etwas über die „Strenge geschlagen“ haben könnte.

In der augenblicklichen Situation wird von den Betreibern in der Preisgestaltung der Netzentgelte nach oben hin noch viel Spielraum erkannt, besonders wenn das (vorgeschobene?) Argument „Öko“ eine wunderbare Steilvorlage serviert.

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