Flexstrom-Pleite – Ein Resultat der Strommarkt Liberalisierung?

Flexstrom-Pleite-


Die Pleite des Berliner Stromversorgers FlexSrom könnte als eine Folge der politisch gewollten Strommarkt-Liberalisierung gesehen werden. Während sich die großen Stromversorger in relativ sicheren Gewässern befinden, ist der Strommarkt mit Kundenkontakt umso heftiger umkämpft.

Verlierer werden wahrscheinlich die Prepaid-Kunden sein

Flexstrom Pleite
Flexstrom Prepaid-Kunden könnten das Nachsehen haben

Nachdem die Nachricht der Insolvenz aus dem Berliner Stromversorger FlexStrom für mächtig viel Unruhe und auch eine gewisse Schockstarre bei den Kunden verursachte, fragen sich viele Stromabnehmer, die ihre Stromrechnung bereits im Voraus bezahlten, ob das Geld jemals wieder zurück gezahlt würde, falls die Stromlieferung im fließenden Übergang notfalls vom örtlichen Grundversorger übernommen würde. Wohl kaum.

Wenn ein Unternehmen Insolvenz anmeldet und darüber hinaus auch offen zugibt, dass die Pleite auf Liquiditätsproblemen beruht, dann bleibt für die Kunden nur noch wenig Hoffnung, das vorgestreckte Geld jemals wieder zu sehen.

Mit der Pleite von FlexStrom steht nach dem spektakulären Fall von TelDaFax ein weiterer Stromversorger auf die Liste der Untergegangenen in der stürmischen See des „freien“ Stromwettbewerbs in Deutschland. Die sogenannte Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 1998 hatte zwar tatsächlich für erhebliche Veränderungen in diesem Marktsektor gesorgt, jedoch nicht in der Art, wie es zumindest der Öffentlichkeit als erwünscht vorgestellt wurde. Aus der Sicht der vier großen Stromerzeuger in Deutschland könnte es jedoch „ideal“ gelaufen sein. Ein sog. Oligopol, welches sich die großen Areale der Stromkunden untereinander aufteilt und damit „größere Freiheiten“ besitzt, die Strompreise nach „Umständen“ zu gestalten.

Zusätzlich stehen zwischen dem Stromerzeuger wie u.a. Eon, Vattenfall und RWE, die sog. Netzbetreiber. Diese sind über die Frei- und Erdleitungen quasi zuständig für die Verbindung zwischen dem Stromgenerator und der Steckdose zu Hause. Dazwischen hängen die „Stromhändler“, die in den Märkten einkaufen und die Stromenergie zu entsprechenden Preisen an die Haushalte und Endabnehmer verkaufen.

Während sich die vier großen Stromerzeuger auf ihren relativ ruhigem Sektor ausruhen können, stehen zahlreiche Stromhändler bzw. -verkäufer in gegenseitiger Konkurrenz. Wenn es im Strommarkt irgendwo besonders stürmisch zugeht, dann genau in diesem Sektor. Wer sich im Markt behaupten will, muss sich etwas „Besonderes“ einfallen lassen, um sich gegenüber der Konkurrenz abheben zu können.

FlexStrom bot u.a. den Privatkunden entsprechend günstige Stromtarife an, sofern diese im Voraus bezahlt würden. Ob das Geschäftsmodell tatsächlich anfällig gewesen ist, oder womöglich die „schlechte Zahlungsmoral der Kunden sowie der extreme Winter“ die Verantwortung tragen, mag dahin gestellt sein, für die betroffenen FlexStrom-Kunden wäre es kein Unterschied.

Der Berliner Stromunternehmer hat in seiner Erklärung zur Insolvenz keinen Lieferstopp angekündigt, was noch nicht sehr viel heißen mag. Jedoch brauchen die Kunden nicht zu befürchten, dass der morgendliche Wecker versagt, weil über Nacht der Strom abgeschalten wurde. Im Falle einer Liefereinstellung springt automatisch der lokale Grundversorger ein (z.B. Eon oder die Stadtwerke), um den Grundbedarf Strom weiter zu liefern.

Dennoch wären in einem solchen Fall die FlexStrom-Kunden gezwungen die bittere Pille zu schlucken. Einerseits wird der Grundversorger seine eigene Rechnung stellen wollen und auf der anderen Seite ist ggfs. die FlexStrom-Vorauszahlung bereits geleistet.

Der Insolvenzexperte Gothe-Syren erklärte der Welt Online (Samstag), dass er den Fortgang des Insolvenzverfahrens abwarten würde, sondern sofort die Kündigung abschicken, die Einzugsermächtigung widerrufen und, wenn noch möglich, die letzte Lastschrift zurückholen würde.

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