Deutsches Phänomen? Strompreise steigen, wenige wollen wechseln

Strompreiserhöhungen-


Zu einem Jahreswechsel kann schon automatisch die Erhöhung der Strompreise mit einkalkuliert werden. Sei es aus Gründen der Strommarktpreise, der allgemein angehobenen Kosten, oder eben, wie im aktuellen Fall, die Verteuerung der Öko-Anteile. Dennoch zeigt sich eine äußerst gering ausgeprägte Wechselbereitschaft zu günstigeren Lieferanten.

Nach Protesten kehrt schnell wieder Ruhe ein

Wechselbereitschaft Stromanbieter
Geringe Wechselbereitschaft
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Der Ansatzgedanke, „Ökostrom ist teurer als konventioneller Strom“, ist in seiner ursprünglichen Form längst nicht mehr gültig. Aufgrund der EEG-Bestimmungen fand quasi eine „Sozialisierung“ in der Strompreisgestaltung statt, bei der alle Privatabnehmer gleichermaßen von Anhebungen zur Öko-Umlage betroffen sind.

Hinsichtlich bekannt ist bereits die Anhebung der Strompreise zum Jahreswechsel um 5,3 Cent (plus MwSt. ergibt rund 6,28 Cent) rein für den „Öko-Anteil“, egal ob der vertraglich gebundene Stromanbieter konventionell erzeugten Strom, ökonomisch erzeugte Stromenergie oder ein Mix davon liefert.

Anfang des Jahres 2012 bezogen bereits (oder erst) rund 10% der Privathaushalte Strom aus rein ökonomischen Quellen. Eine Vielzahl der Privatabnehmer signalisierte auch eine Zustimmung für den Bezug von „grünen Strom“, allerdings nur die Wenigsten wären zu einem Wechsel des Anbieters bereit. Eine etwas paradoxe Situation.

Nach wie vor sehr geringer Wille zum Stromanbieterwechsel
Sogar die „Überwachungs-Instanz“ zum deutschen Strommarkt, die Bundesnetzagentur (BnetzA) rät die Verbraucher zum Anbieterwechsel, um die Stromkosten deutlich zu senken. Dennoch sind trotz aller Strompreisanhebungen nur die wenigsten Kunden dazu motiviert, die Rechnungsbeträge über den einfachen Bezugswechsel deutlich zu senken.

So listet z.B. FlexStrom in Bezug der letzten Statistiken der BnetA die Wechselbereitschaft von Stromkunden auf, die nicht darauf hinweisen, dass es „ein für allemal reichen“ würde.

Demnach haben im Bundesland, bzw. in den Gebieten Westniedersachsen und Vorpommern nur 3% der Privathaushalte den Stromlieferanten gewechselt. Zwar doppelt so viele, aber mit 6% immer noch ein sehr kleiner Anteil der Privatstromkunden wechselte in Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt den Lieferanten. In Brandenburg wiederum nur 5%. Mehr Aktivität zur Wechselquote wurde dagegen in Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg und in Sachsen festgestellt. Dafür fällt die bei allen anderen Gebieten der Wille bis an die Grenze der Passivität zurück.

Robert Mundt, Gründer von FlexStrom, erklärte, „durch einen Wechsel können Stromkunden sehr einfach etwas gegen die hohen Strompreise tun“. Laufenden Strompreiserhöhungen aufgrund Öko-Umlagen könne sich kein Unternehmen entziehen, jedoch fängt der Bezug eines günstigeren Stromanbieters einen Teil der Anhebungen merklich ab.

Ein deutsches Phänomen?

Kritiken, Beschwerden und Proteste gegen jegliche Strompreisverteuerungen sind die Regel. Es wird eine Zeit lang darüber diskutiert, langsam flauen auch die Schlagzeilen der Medien ab und nach einer kurzen Zeit „ist der Schwamm drüber“. Erst bei der nächsten Ankündigung von Preisanhebungen erinnert man sich daran, dass „das letzte Mal“ noch gar nicht so lange her ist.

Dennoch kann die Bereitschaft, den Stromanbieter zu wechseln, beinahe als vernachlässigbar gering eingeschätzt werden. Dabei sind die Schritte für den Stromwechsel in wenigen Minuten erledigt. Es reicht die Information zum Jahresverbrauch im Vorjahr (letzte Rechnung) und die eigene Postleitzahl aus, um zumindest den derzeit günstigsten Anbieter ausfindig zu machen. Sollte man sich entschieden haben, den Lieferanten zu wechseln, kann das gleich als „nächster Aufmarsch“ durchgezogen werden.

Bis auf die üblichen persönlichen Namens- und Adressangaben wäre noch die Zählernummer wichtig, aber die Rechnung liegt eh schon bei der Hand. Dort ist die Zählernummer eingetragen.

Stromlieferanten empfangen ihre Neukunden „mit offenen Armen“ und dank des Wettbewerbs übernehmen sie als Serviceleistung in aller Regel auch die Formalitäten für die erfolgreiche Kündigung beim bisherigen Lieferanten (meist noch der Grundversorger, u.a. E-On, REWE, oder Stadtwerke). Sollte noch eine Kündigungsfrist eingehalten werden müssen, dann wird die Zeit einfach abgewartet und im „fliegenden Tausch“ wechseln der Stromversorger und auch der Briefkopf bei der nächsten fälligen Stromrechnung.

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