Bundesregierung stellt Stromkonzerne quasi von Verantwortung frei

Atomenergie-


Die großen Stromkonzerne müssen ihren Beitrag für die Bewältigung des anfallenden Atommülls beitragen. Mehr als 23 Milliarden Euro sollen in einen Atomfonds eingezahlt werden. Mit Blick auf die der Endlagern gestellten Anforderungen stellt die Bundesregierung die Stromunternehmen von der Verantwortung frei.

Atomkonzerne kommen mit Schnäppchenpreis davon

Neantertaler
Unsere Geschichte wird später anders bewertet werden

Die vier großen Stromkonzerne RWE, Eon , Vattenfall und EnBW sollen für ihren „erzeugten“ Atommüll und deren Zwischen- und Endlagerung bezahlen. Die Energieriesen einigten sich mit der Bundesregierung und ihrer eingesetzten Expertenkommission auf eine Zahlung von knapp 23,25 Milliarden Euro in einen „staatlichen Atomfonds“ bis zum Jahr 2022.

Gut 23 Milliarden Euro sind ein ordentlicher Betrag, allerdings nur auf den ersten Blick. Mit den erfolgten Einzahlungen in den Atomfonds ist die „Schuldigkeit“ der Energiekonzerne nämlich auch erledigt. Die Vereinbarung mit der Bundesregierung sieht keine weiteren Leistungen mehr vor. Mit dem Deal kauften sich die Stromunternehmen von jeglichen weiteren Kosten für die Zwischen- und Endlagerung sowie die Haftung dafür frei. Die 19-köpfige Regierungskommission war sich für diesen quasi Einmalbetrag einstimmig darin einig. Für alles was noch folgt, muss der Steuerzahler bezahlen. Und das kann für sehr, sehr lange sein.

Im April 2015 erklärte der Kommissionsvorsitzende Michael Müller (SPD) der Frankfurter Rundschau, dass die Kosten für die Endlagerung in den nächsten Jahrzehnten auf bis zu 70 Milliarden Euro steigen können. Solange Atomstrom erzeugt wird, fällt auch der Atommüll an. Der letzte in ein Endlager eingebrachte „Castor-Behälter“ wird zwischen 2075 und 2130 erwartet. Ein „verschlossenes Endlagerbergwerk“ werde es erst „zwischen 2095 und 2170 oder später“ geben.

Gemäß des dem Fall, dass die Pforten des Endlagers 2095 geschlossen werden und sich die Kosten bis dahin auf 70 Milliarden Euro belaufen, wäre der Atomfonds bereits nach rund 26 Jahren aufgebraucht. Danach ist der Steuerzahler als Zahlmeister an der Reihe.

Welcher Zeitraum ist für ein Atommüll Endlager vorgesehen?

Im Synthesebericht des Bundesamtes für Strahlenschutz, Salzgitter, 4. November 2005, (Seite 39) heißt es: „In Anlehnung an Anforderungen des AkEnd (2002) sowie der Sicherheitskriterien (Baltes et al. 2002) wurde von einem notwendigen Isolationszeitraum, d. h. der Zeitraum, für den die Schadstoffe im einschlusswirksamen Gebirgsbereich des Endlagers zurückgehalten werden müssen, in der Größenordnung von 1 Million Jahre ausgegangen.“.

Rund 23 Milliarden Euro für die Endlagerkosten und Risiken in den nächsten 1 Million Jahren. Das macht pro Stromkonzern rund 5.750 Euro pro Jahr, so zumindest die Theorie.

Die ältesten fossilen Funde der vor rund 30.000 Jahren ausgestorbenen Neandertaler lassen sich bis vor ca. 400.000 Jahre zurückverfolgen. Archäologen sind happy, wenn am Malawi-See ein rund 2 Millionen alter Unterkiefer eines Homo rudolfensis gefunden wird. Dieser Part der Erdzeitgeschichte liegt ja schon so lange zurück, alles Urzeitgeschichten. Hätten Bewohner des Erdballs zu dieser Zeit Atomstrom bereits betrieben, wäre deren Atommüll unser heutiges Problem.

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