BDI-Chef Grillo verteidigt EEG-Vorteile für die Industrie

Energiewende-


Die durch die Regelungen zur Energiewende verursachten Mehrbelastungen für Haushalte und einen Großteil der mittelständischen Unternehmen wären notwendig. BDI-Chef Grillo verteidigt die Energiepolitik der Bundesregierung und sieht ohne Entgeltentlastungen für die Großindustrie schwerwiegende Wettbewerbsprobleme.

Energiewende

Stehen durch EEG-Umlage mehrere 100.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel?

Nachdem bekannt wurde, dass für nächstes Jahr ein neuer Rekordstand zu den Anträgen für Stromkostenentlastungen der Großunternehmen erreicht wurde, erklärte der Präsident des BDI, Ulrich Grillo, die absolute Notwendigkeit dieser Regelungen zur Energiewende. Er sähe ansonsten eine schleichende Abwanderung der Unternehmen ins Ausland.

Die Antragswelle für eine Stromvergünstigung im Rahmen der EEG-Umlage wird 2013 einen neuen Höchststand erreichen. Knapp 2.370 Unternehmen stellten bis zum Stichtag 01. Juli den Antrag für eine reduzierte Öko-Umlage ab dem Jahr 2014. Im Jahr 2011 wurden lediglich 813 Anträge gestellt.

Der von den Unternehmen entrichtete verminderte Beitrag zur Energiewende muss von den anderen Gewerken und den Privathaushalten ausgeglichen werden. Die Öko-Umlage sorgte alleine zum Jahreswechsel auf 2013 bereits für eine saftige Stromerhöhung mit einem Umlagen-Anteil von 5,3 Cent pro kWh (Kilowattstunde).

Kostenentlastungen für die stromintensive Industrie müssten sein, so BDI-Präsident Ulrich Grillo. Die hohen Energiepreise in Deutschland würden die Unternehmen vor internationale Wettbewerbsprobleme stellen und für eine Abwanderung der Industriebetriebe sorgen, warnte Grillo im Interview mit der Rheinischen Post (Samstag). Hundertausende Arbeitsplätze würden auf dem Spiel stehen.

Sollte die Industrie in Deutschland auf Dauer wettbewerbsfeindliche Energiepreise vorfinden, so würde sie auf mittelfristiger Sicht abwandern müssen. Das würde ein schleichender, stiller und leiser Prozess sein, so Grillo. Der BDI-Chef betonte, dass mehr als 900.000 Menschen allein in der energieintensiven Industrie beschäftigt seien. Würde man hier die Rabatte wegnehmen, so werde damit der Stecker gezogen. Die vollständige EEG-Umlage werde noch von mehr als 99 Prozent aller Industrieunternehmen bezahlt.


Ein fundierter Kenner dieser Unternehmensbranche ist der ehemalige BDI-Vorstand Hans-Olaf Henkel. Er ist offensichtlich nicht „vollständig“ mit der Linie des derzeitigen BDI-Präsidenten einverstanden. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) kritisierte er Grillo scharf. „Ich weiß nicht, was mir mehr auf die Nerven geht: Die Selbstbeweihräucherung der Regierung oder die kritiklose Begleitung der Europolitik durch die Verbandspräsidenten“, so Henkel zur Zeitung.

Strompreisvergleich Schnellrechner Strompreise - Stromanbieter vergleichen

Postleitzahl Haushalt:


Sie kennen die Postleitzahl nicht? - Hier nach dem Ort suchen



Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen
970x250

Schreibe einen Kommentar