Solarbranche leidet unter dem Chaos der deutschen Politik

Energiewende-

Atomausstieg und Energiewende sorgen für unnötiges Chaos in der Branche der Solarenergie. Ein bereits stark angeschlagener Wirtschaftszweig erhält durch die Entscheidungen der Bundesregierung weitere empfindliche Dämpfer.

Solarbranche benötigt mehr Transparenz und Nachhaltigkeit
Erneuerbare Energien
Die Harmonie trügt

Das Thema „Erneuerbare Energien“ gehört derzeit zur Tagesordnung innerhalb der deutschen Politik. Ein Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossene Sache und „unumkehrbar“. Der Ausbau der Infrastruktur (u.a. Netzausbau, Stromleitungen) müsse unverändert voran getrieben werden.

Besonders wichtig sei die „Balance“ zwischen Kostenentwicklung und den Mehrbelastungen für Endverbraucher durch Strompreisanhebungen. Eine weitere „Akzeptanz“ der Energiewende soll damit sichergestellt werden.

Kürzungen statt Unterstützung der Erneuerbaren Energien
Die Branche der Photovoltaikanlagen, Hersteller und Anlagen-Errichter, bekommen die neue Politik mehr als deutlich zu verspüren. Obwohl PV-Anlagen uneingeschränkt zur Reihe der erneuerbaren Energien angehören, wurden vom Bundestag zum 01. April 2012 die Solarstrom Vergütungen erheblich gekappt.

Das endgültige Wort über die Höhe der Kürzungen ist nocht nicht gefallen. Der Bundesrat hat den Vermittlungsausschuss angerufen.

Schleierhafte Gründe

Die Logik fehlt vollständig.
Rund ein Jahr nach dem Beschluss zum Atomausstieg wird von der Kanzel gepredigt, das Voranschreiten der Energiewende müsse gesichert werden, gleichzeitig sind die Bremsklötze auf Anschlag ausgefahren.

Eine Kürzung der Vergütungen für Solarstrom scheint genaus hastig und unüberlegt „aus der Hüfte geschossen“ zu sein, wie der „Atomstrom Sofortausstieg“ gleich nach der Katastrophe in Fukushima, Japan.

Die ohnehin schon schwer angeschlagene Solarbranche, kommt nach der Meinung von Wilfried Haas, Geschäftsführer der GEDEA-Ingelheim, „komplett zum Erliegen“.

Vom Solar-Unternehmen GEDEA wurden aufgrund der politischen Entscheidungen sämtliche Projekte gestoppt. Die neuen Voraussetzungen erfordern eine Neukalkutlation der Investoren sowie der Banken. Bisher klare Verhältnisse wandelten sich schlagartig in unkalkulierbare Risiken. Die Konsequenzen für GEDEA können als ein repräsentatives, flächendeckendes Beispiel verwendet werden.

Ein „Rattenschwanz“ mit Überlänge
Die Attraktivität von PV-Anlagen ging beinahe restlos verloren. Hersteller, Vertrieb und Errichter haben mit sehr starken Rückgängen in der Auftragslage zu kämpfen. Die ersten Unternehmen meldeten bereits Insolvenz an, Arbeitnehmer wurden schon gekündigt. Eine Hoffnung für die Branche wird in Privatkunden gelegt, die trotz widriger Bedingungen noch starkes Interesse zeigen.

Politik verursacht Chaos in der Solar-Branche
Offenbar ist die Bundesregierung zum Schluss gekommen, doch etws „unüberlegt“ gehandelt zu haben. Zum 30. Juni 2012 sollen bereits durchgesetzte Entscheidungen zumindest teilweise zurück genommen werden. Lockerungen und bessere Bedingungen sind in Aussicht gestellt.

Sämtliche Unternehmen innerhalb des PV-Sektors fühlen sich zurecht von eine Ecke in die andere getrieben. Nachdem die notwendigen Anpassungen zur neuen Situation vorgenommen wurden, ändert die dt. Politik die Regeln ein weiteres Mal. Ein vernünftiges Planen ist für die Gewerke in der aktuellen Lage vollkommen unmöglich.

Unverständliche Verlagerung der Prioritäten
Solar, bzw. PV-Anlagen werden überwiegend dort errichtet, wo der Strom benötigt wird. Abgesehen von Großprojekten, wie Solar-Parks oder gewerbliche Dach-Großflächen, befinden sich Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach des Einfamilienhauses. Ein „Netzausbau“ beschränkt sich auf den lokalen Bereich.

Der notwendige und sehr teure Netzausbau wird u.a. gerne damit begründet, „die Energie aus Windkraft auf hoher See in’s Land holen zu können“. PV-Anlagen würden derlei Ausmaß des Netzausbaus nicht voraussetzen.

Denn sie wissen nicht was sie tun…
Die eigenen politischen Entscheidungen zum Ausstieg aus der Atomkraft, die „Energiewende“, bereiten offensichtlich erhebliche Probleme in den eigenen vier Wänden. Ohne Durch- und Überblick werden weitere Maßnahmen getroffen, deren Konsequenzen überhaupt nicht durchdacht worden sind.

Werden mögliche Interessen in den Aktienentwicklungen von Eon und RWE außen vor gelassen, so erscheinen die Beweggründe der Bundesregierung als nicht nachvollziehbar.


Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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