Solarbranche: Billig-Preis Strategie schlägt auf China zurück

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Der „ärgste Feind“ der deutschen Solarmodul-Hersteller, die Billigpreise aus Fernost, scheinen die Rückkehr ins Reich der Mitte angetreten zu haben. Dumpingpreise aus China setzten schon einige deutschen Unternehmen den Todesstoß. Inzwischen muss auch der weltgrößte Hersteller, die chinesische Firma Suntech, „kleinere Brötchen backen“ und die Produktion um ein Viertel reduzieren.

Zu viel Angebot, zu wenig Nachfrage, trotz Billigpreise

Solarbranche
Chinas Hersteller geraten
nun selbst ins Rudern

Offensichtlich sind die Preise für Solaranlagen und Zubehör derart in den Keller gefallen, dass auch Hersteller in China gezwungen sind, die Produktionsgeschwindigkeit stark abzubremsen. Nachdem sich die Solarhersteller Europas bereits „vereinigten“, um mit geforderten EU-Wirtschaftssanktionen und Strafzölle gegen die Dumpingpreise aus Fernost anzukämpfen, erwischt nun auch die Billigproduzenten im großen Reich der Mitte.

Weltgrößter Solarhersteller ist die chinesische Firma Suntech. Lt. Financial Times (FTD) (Dienstagsausgabe) ist der Marktführer dazu gezwungen, im Werk Wuxi bei Shanghai die Produktion um ein Viertel runter zu fahren. Rund 1.500 Mitarbeiter wären von dieser Maßnahme betroffen, wobei einem Großteil eine Alternativbeschäftigung in anderen Werken angeboten worden sei.

Dem Bericht zu Folge war die Nachricht der 25%-igen Produktionsverknappung nicht der erste Hinweis einer stagnierenden Solarbranche in China. Vorher schon gab der chinesische Solarhersteller LDK bekannt, dass zu den bisherigen Verlusten nein zusätzliches Minus eingefahren wurde. Über die Tochtergesellschaft Sunways in Konstanz erwirtschaftete LDK einen Fehlbetrag von 254,3 Millionen Dollar. Noch vor Jahresfrist belief sich das Minus auf rund 88 Millionen Dollar.

LDK sieht als Grund für den Umsatzeinbruch um 53%, der aller Voraussicht im dritten Quartal eine Fortsetzung finden wird, vor allem die gesunkenen Verkaufspreise. Inzwischen zeige LDK Interesse an möglichen Investoren.

Der „Zauberlehrling“ erfährt eine erste Lektion

Der globalisierte Solarmarkt entwickelt sich langsam zu einem Musterbeispiel, wie man es besser nicht machen sollte. Deutsche Solarhersteller gingen inzwischen in die Insolvenz, darunter auch größere wie Q-Cells, Solar Millenium und Sovello in Bitterfeld-Wolfen. Hauptgrund für die äußerst schwierige Situation der deutschen Hersteller sind die äußerst niedrigen Preise aus Fernost.

Nicht zu unterschätzen waren die zeitweise hausgemachten Unsicherheiten durch die Politik der Bundesregierung. Hersteller vermissten schlicht ein sicheres Fundament, auf dem sie bauen konnten. Orientierungspunkte wurden wieder abgeändert noch bevor sich die Solarbranche vollständig angepasst hatte.

Möglich dass sich die chinesischen Solarhersteller etwas „vergaloppiert“ haben. Die äußerst teure und in erster Linie finanziell unrentable Forschung und Entwicklung wurde stets den Industrieländern wie Deutschland überlassen. Das fertige Produkt braucht nur noch „zerlegt und kopiert“ zu werden. Dieser Part ist einfach und billig zu bewerkstelligen. Das Ende der Fahnenstange dürfte erreicht worden sein. Mehr „Dumping“ geht nicht mehr und das bekommen offenbar die Urheber nun selbst zu spüren.

Eine „goldene Regel“ gilt immer, egal zu welchem Preis ein Produkt auch angeboten wird, es muss einen Abnehmer geben. Ohne Käufer bleibt auch ein „Billig-Riese“ wie LDK oder Suntech auf seine Solarplatten sitzen.

Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

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