Saudi Arabien & Iran: Zwei Ölriesen im Konflikt treiben Preise an

Ölpreise-


Wenn mit Saudi Arabien und Iran zwei Ölriesen gegeneinander geraten, bleibt für den Ölpreis nur noch eine Richtung. Die politischen Spannungen zwischen den beiden Ölförderländern sorgten über das Wochenende für einen deutlichen Preisauftrieb.

Altöl

Das Öl als Antriebsfeder für fragwürdige Glaubenskriege im Nahen und Mittleren Osten

Glaubenskriege als Gegengewicht zu Rekord-Fördermengen

Das am Future-Markt gehandelte Öl erhielt aufgrund der sich zuspitzenden Konflikte zwischen den beiden Öl-Riesen Saudi Arabien und Iran einen in letzter Zeit seltenen Auftrieb. Im Vordergrund steht die Glaubensfrage zwischen Sunniten und Schiiten, doch im Hintergrund könnte schlicht der saudische Haushalt eine Rolle spielen.

Das sunnitische Königshaus Saudi Arabiens exekutierte vergangene Woche in einer Massenhinrichtung einen schiitischen Geistlichen und provozierte mit der auch im Westen kritisierten Aktion heftige Proteste in Iran. Die Spannungen entluden sich über das Wochenende in Ausschreitungen gegen die saudische Botschaft in Irans Hauptstadt Teheran. Riad brach darauf hin die diplomatischen Beziehungen ab und verwies die Vertreter Irans außer Landes.

An den Märkten kletterten die Ölpreise am Future-Markt aufgrund der bisherigen Eskalation beider Öl-Förderländer um rund 3,5 Prozent nach oben, wie Bloomberg (Montag) meldete.

Die Zeichen stehen auf in nächster Zeit äußerst motivierten Ölmarkt. Saudi Arabien produzierte im vergangenen Dezember rund 10,25 Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl pro Tag und Iran versorgte die Märkte mit rund 2,7 Millionen Barrel täglich. Nach der endgültigen Niederlegen der Sanktionen wolle Iran die Fördermenge innerhalb einer Woche um 500.000 Barrel täglich in die Höhe treiben, wie Bloomberg den Öl-Minister Bijan Namdar Zanganeh zitierte.

Russland blieb ebenfalls alles andere als zurückhaltend und setzte im Dezember seit dem Ende der Sowjetunion einen neuen Zenit in der Ölproduktion.

Der Kampf um Preise und Vorherrschaft an den internationalen Märkten geht somit nahtlos in das Jahr 2016 über. Von höheren Preisen profitierten eigentlich sämtliche Förderländer, doch ganz besonders Saudi Arabien. Das Königshaus verfügt zwar über enorme Währungsreserven, doch der Ölpreis bei deutlich unter 40 US-Dollar pro Fass befindet sich längst jenseits der Schmerzgrenze. Sollten sich die Konflikte zwischen den chronisch angefeindeten Sunniten und Schiiten für den saudischen Haushalt als zuträglich erweisen, ist durchaus mit einer weiteren Eskalation und somit auch weiteren Preissprüngen zu rechnen.





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