Rohölpreise im Tiefflug: Wirtschaftskrise stärker als Kriege und Konflikte

Rohölmärkte-


Die vorherrschenden geopolitischen Konflikte vermögen den Ölpreis nicht nach oben zu treiben. Trotz Krisen erreichte der Rohölpreis einen am Dienstag neuen Tiefpunkt. Die moderaten bis schlechten Konjunkturaussichten werden die Nachfrage voraussichtlich nach unten drücken und die Rohölmärkte folgen unverdrossen.

Rohölpreise

Wirtschaftseinflüsse üben stärkeren Einfluss auf Ölpreise aus als Krieg und Konflikte

Trotz scheinbarer Gelassenheit: Märkte reagieren noch sensibel

Was ist los am Rohölmarkt? Bekommen die Markt-Teilnehmer und Investoren nicht mit, was in der Welt passiert, oder ist man inzwischen von alten Gewohnheiten abgekommen? Es brodelt an vielen Ecken und Enden in dieser Welt, aber der Rohölpreis „schlendert“ vor sich hin und geht auch ab und zu gerne in die Knie.

Am Dienstag sank der Kurs der Futures (Oktober) für die Nordseesorte Brent-Öl an der Börse IntercontinentalExchange um 0,4 Prozent auf 101,2 Dollar pro Barrel und markierte damit ein neues Tief seit den letzten 14 Monaten. Bereits einen Tag zuvor purzelte der Preis für Brent um 1,9 Prozent nach unten. Seit Ende Juni ging der Preis um 13,5 Dollar pro Barrel (159 Liter) zurück.

„Entgegen der üblichen Praxis sinken die Ölpreise trotz vielzähliger akuter Konflikte in der Welt“, so die Feststellung der Zeitung RBC Daily (Mittwoch).

Den Markt-Teilnehmern ist diese Entwicklung mit Sicherheit nicht entgangen. Den Verbrauchern mit einem Heizöltank im Keller ist der Trend ebenfalls nicht spurlos vorbeigezogen. Die Endverbraucher profitieren von den sehr niedrigen Rohölpreisen. Lediglich der gegenüber dem US-Dollar schwächelnde Euro trübt den Jubel etwas ein.

In Syrien tobt der Bürgerkrieg unverdrossen weiter, im Irak spitzt sich die Lage um IS-Milizen und Kurden dramatisch zu und die Schlagzeilen zur Ukraine-Krise füllen die Zeitungen täglich. Doch der Rohölpreis geht zurück. Russlands Ölsorte Urals erreichte mit 98 Dollar pro Barrel den niedrigsten Wert seit 15 Monaten.

Rohölmärkte sind nicht in Letargie versunken

Der Rohstoffmarkt scheint dennoch nicht vollends abgebrüht und erkaltet zu sein. Am vergangenen Freitag meldeten Journalisten einen russischen Militärkonvoi, der die Grenze zur Ukraine überschritten haben soll. Der Preis für Nordsee-Öl Brent schoss sofort um über 1 Dollar nach oben. Die Beruhigung der Märkte folgte jedoch schnell. Der Grenzübertritt und die vom ukrainischen Präsidenten gemeldete
Zerstörung des Militärkonvois“ stellten sich offenbar als reine „heiße Luft“ heraus. Die Ölpeise erfuhren eine Korrektur nach unten.

Die Unruhen und umkämpften Gebiete im Osten Europas sowie im Nahen Osten interessieren offenbar solange nicht, wie die Ölförderungen nicht gefährdet sind. Solange die Erdölförderung nicht behindert ist, bleibt es bei der tendenziellen Abwärtsbewegung. Die Bank of America erkennt einen allgemeinen Trend des Preisrückganges auf dem Ölmarkt.

Wenn es mit der globalen Wirtschaft abwärts geht, dann sinkt die Nachfrage nach Rohöl entsprechend ab. Derzeit befinden sich die Wirtschaften der ölhungrigsten Industrieländer alles andere als in einer guten Verfassung. Darüber können auch die punktuellen Positivmeldungen über „Mini-Zuwachs“ nicht hinweg täuschen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat es Ende Juli „vorgerechnet“. Demnach wird das weltweite Wirtschaftswachstum noch in diesem Jahr voraussichtlich von 3,7 auf 3,4 Prozent zurück gehen. Ausschlaggebend dafür seien die sinkenden Nachfragen in Russland, China und in den USA.



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