Ölpreis-Push bereits verflogen – Saudi Arabien könnte nachlegen

Ölmarkt-


Der vermeintliche von Saudi Arabien ausgelöste Ölpreis-Push verflog innerhalb weniger Stunden. Am Montag legten die Preise der Rohölsorten wieder den Rückwärtsgang ein.

Ölpreise

Provokationen und Eskalationen. Saudi Arabien zeigt sich um Ölpreis sehr „bekümmert“

Nur der Anfang weiterer Eskalationsstufen im Kampf ums Öl?

Die Auseinandersetzungen zwischen Saudi Arabien und den Iran riefen inzwischen Moskau und Peking auf den Plan. Russland und China bemühen sich als Vermittler der Beschwichtigung. Die Lage drohe sonst zu eskalieren. Der Rohölmarkt scheint nach dem Aufrütteln über das vergangene Wochenende wieder zu seinem gewohnten Gang zurückgefunden zu haben.

Der Verdacht liegt nahe, dass Riad den chronischen Konflikt zwischen den muslimischen Glaubensrichtungen der Sunniten und Schiiten einheizt, um den stark unterkühlten Ölmarkt wieder auf Vordermann zu bringen. Der Preis von Menschenleben ist in der Angelegenheit Öl (und Gas) seit jeher „recht und billig“ und deshalb ließ sich der Kampf um die Vorherrschaft in diesem Marktsegment immer wieder gut mit Religionen verbinden.

Saudi Arabien geriet mit dem Ölpreisverfall in die ungewohnte Lage eines Haushaltsdefizits. Die zu niedrigen Preise zwangen Riad das Gedankenspiel von Einsparmaßnahmen auf und die verhältnismäßig hohen Reserven (rund 650 Mrd. US-Dollar) reichen nicht ewig. Die Preise für Öl müssen steigen und eine verschärfte Konfrontation mit dem Iran käme gerade recht.

Die Rechnung des saudischen Königshauses scheint aber nicht aufzugehen. Nach dem Preisanstieg bei Rohöl um gut 3 Prozent folgte zum Wochenauftakt auch schon wieder der Rückgang. Am Montag rutschten die Preise für US-Öl WTI und Nordsee-Öl Brent um 0,06 Dollar bzw. um 0,26 Dollar pro Fass (159 Liter) ab.

Den Bestrebungen Saudi Arabiens stehen nach wie vor die überquellenden Öl-Lager gegenüber. Die Öl-Förderländer der Opec sowie Russland scheinen einen gegenseitigen Produktions-Wettbewerb eingegangen zu sein und so ganz nebenbei vergaß man die eher schleppende Weltkonjunktur. Die These von der angetriebenen Wirtschaft dank billiger Ölpreise ging bisher noch nicht auf.

Es ist zu befürchten, dass die mit der Hinrichtung eines hohen schiitischen Geistlichen vorgenommene Provokation Riads nur der Anfang einer ganzen Kette von Eskalations-Bestrebungen sind.





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