Erster Schritt für Schiefergas-Förderung in Deutschland beschlossen

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Mit dem Beschluss der Bundesregierung am 01. April 2015 wurde der erste Schritt für Schiefergas-Förderung in Deutschland unternommen. Hohe Auflagen sollen den Umweltschutz sicherstellen. Für die Industrievertreter gehen die Hürden entschieden zu weit.

Heizgas

Soll mit Fracking ernsthaft die Unabhängigkeit von Erdgas-Importen erreicht werden?

Industrieverband kritisiert die Hürden für Schiefergas-Förderung

Die Bundesregierung unternahm den ersten Schritt zur Einführung der Gasförderung per Fracking in Deutschland. Das Kabinett beschloss am Mittwoch den Gesetzesentwurf des Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium. Die Schiefergas-Förderung soll jedoch erst „zur Probe“ erlaubt sein. Entsprechend hohe Auflagen sollen den „Testbetrieb“ sicherstellen. Die Türen für ein späteres großräumiges Fracking sind aber ebenfalls weit geöffnet worden.

Für Umweltschützer dürfte der Beschluss der Bundesregierung ein Schlag ins Gesicht darstellen, für den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fällt der am 01. April 2015 eingeleitete erste Schritt zur Schiefergas-Förderung in Deutschland entschieden zu kurz aus. Es sei ein „positives Signal, dass die Schiefergas-Gewinnung in Deutschland nicht mehr völlig ausgeschlossen wird. Doch die Auflagen für die Erdgasförderung insgesamt sind vollkommen überzogen“, so der BDI.

Seit Jahrzehnten bewährt sich in Deutschland die konventionelle Erdgasförderung und mit dem am Mittwoch beschlossenen Regelungswerk zum Fracking werde diese Förderindustrie stark beeinträchtigt, so die Kritik des Industrieverbandes. Die Schiefergas-Förderung könnte für Deutschland einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. „Um uns nicht von Importen abhängig zu machen, sind wir weiterhin auf die Nutzung von heimischem Erdgas angewiesen. Langfristig wird dies ohne das Schiefergas nicht gelingen“, so BDI-Hauptgeschäftsführer Markus Kerber. In Deutschland müsse die Bundesregierung nun für Rechtssicherheit sorgen, damit die Erdgas-Unternehmen „endlich wieder am Standort Deutschland investieren“.

Ignoriert BDI die Realität? Import-Abhängigkeit ist längst gegeben

Rund ein Drittel der von der Europäischen Union benötigten Erdgasmenge stammt aus Russland. Der russische Konzern Gazprom meldete eine Liefermenge von 82,88 Milliarden Kubikmeter Erdgas für Europa im ersten Halbjahr 2014. Eine Steigerung um 2,8 Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2013.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) nannte für das Jahr 2014 einen Erdgasverbrauch von 823 Milliarden Kilowattstunden in Deutschland.

Die Stellungnahme des BDI ließe daraus schließen, dass Deutschland „Gefahr läuft“, einst von Erdgas-Importen abhängig zu werden, falls die Nutzung von heimischen Erdgasquellen nicht vorangetrieben werde. In diesem Fall steht „selbstverständlich“ das sehr umstrittene Fracking-Verfahren im Vordergrund. Es stellt sich außerdem die Frage, ob für die Schiefergas-Förderungen die heimische Industrie zum Zuge kommt, oder letztendlich nur Handlanger für die inzwischen Fracking-erprobten Unternehmen aus Übersee sein werden.

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