Energiewende Windparks: Fehleinschätzung oder blanke Lüge?

Pannen Offshore-Windparks-


Kann sich die Bundesregierung zur Einschätzung der anfallenden Kosten durch die Pannen bei den Anschlüssen der Offshore-Windparks derart täuschen, oder wurde mit Absicht nicht die Wahrheit verkündet? Schwarz-Gelb sprach von 1 Mrd. Euro zulasten der Endverbraucher. Dem steht aber ein Gutachten in Höhe von bis zu 2,7 Mrd. Euro gegenüber.

Eine Fehleinschätzung würde Kompetenzen widerspiegeln

Windparks
Lüge oder Versehen?
Bild: Petra Bork / pixelio.de

Wer Autos bauen lässt, müsste auch sicher stellen, dass die Straßen für deren zweckbestimmte Nutzung vorhanden sind. Sonst ergäbe es schlicht keinen Sinn. Klingt selbstverständlich und ist auch irgendwo logisch. Das scheint jedoch nicht für die Stromenergie zu gelten und schon gar nicht, wenn der Auftraggeber die Bundesregierung ist. Diese lässt per Verordnung ein Produkt herstellen, bevor die Grundvoraussetzungen dafür geschaffen wurden. Die anfallenden teuren „Zwischenlagerkosten“ dürfen die Abnehmer des Produkts bezahlen, die nicht einmal für den Kauf der Ware angefragt hatten.

„Wenn zwei sich streiten, blutet der Dritte“
Nachdem sich immer klarer heraus kristallisierte, dass der Endverbraucher für das unüberlegte Handeln der Bundesregierung mit barem Geld gerade stehen darf, wurde bereits kurz darauf die Höhe der Beträge festgelegt, mit der Privathaushalte für ihre „nicht bestellte Ware“ zu belasten sind.

Das Windparkprojekt stand aufgrund der „nicht geahnten“ hohen Kosten einst vor dem Aus und wurde dennoch wieder zur Fortsetzung aufgegriffen. Am Ende wird der private Stromverbraucher quasi als ungefragter Dritter durch eine überhastete, eigentlich schlampige Umsetzung der Energiewende buchstäblich bestraft. Die für die Offshore-Windparks beauftragten Errichter und Betreiber sind längst fertig, können aber nicht liefern, da die von der Bundesregierung beauftragte „Anschluss-Firma“ nicht rechtzeitig fertig wird.

Die Windpark-Firmen verlangen eine Einnahmen-Ausfallsentschädigung und erhalten diese auch zugesprochen. Dennoch nimmt die schwarz-gelbe Regierung das für die Leitungsanschlüsse verantwortliche Unternehmen (und sich selbst) in den Schutz und nimmt die privaten Stromverbraucher in die finanzielle Verantwortung.

Offshore-Windparks werden richtig teuer kommen
Eine neueste Studie beziffert die möglichen Schadenersatzzahlungen für die Betreiber der Offshore-Windparks auf 2,2 bzw. 2,7 Milliarden Euro bis zum Jahr 2015. Die Berliner Zeitung zitierte aus den Studienergebnissen, die im Auftrag der Grünen im Bundestag erstellt wurden. Erst letzte Woche verabschiedete die Bundesregierung das Gesetz, welches u.a. die Entschädigungszahlungen regelt. Allerdings war von einer Geldsumme in Höhe von 1 Milliarde Euro die Rede.

Das vom Institut ERA erstellte Gutachten geht von zwei Möglichkeiten aus. Mit der ersten Möglichkeit verzögern sich die Anschlussarbeiten von 11 Offshore-Windparks bis 2015 um durchschnittlich 15 Monate und die finanziellen Ausfälle werden zum Großteil ersetzt. Die Kosten werden lt. dem Gesetz für die Endverbraucher bei rund 2,7 Mrd. Euro liegen.

Die zweite Möglichkeit geht lediglich von der reduzierten Anzahl von acht Windparkanlagen aus, die durch die verzögerte Netzanbindung eine Entschädigung erhielten. In diesem Fall könnten für die Stromverbraucher Kosten in Höhe von 2,2 Mrd. Euro zukommen.

In beiden Fällen wäre jedoch die von der Bundesregierung genannte „Annahme“ von 1 Mrd. mehr als deutlich überschritten. Oliver Krischer, Abgeordneter der Grünen, erklärte der Zeitung, „Schwarz-Gelb hat den Stromkunden keinen reinen Wein eingeschenkt.“ Statt die Verantwortung für das selbst geschaffene Desaster zu übernehmen, werden die Kosten auf den Verbraucher abgewälzt.

Strompreisvergleich Schnellrechner Strompreise - Stromanbieter vergleichen

Postleitzahl Haushalt:


Sie kennen die Postleitzahl nicht? - Hier nach dem Ort suchen

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.