Absenkung EEG-Umlage wegen CO2-Steuer ist nur Finte

Energie-Politik –


Die vom Bundeskabinett beschlossene Absenkung der EEG-Umlage als Ausgleich für die kommende Spurengas-Steuer entpuppt sich als eine weitere Finte. Privathaushalte müssen mit massiven Mehrbelastungen rechnen.

EEG-Umlage

Die Privathaushalte dürften sich (zurecht) als geprellt vorkommen

Beschluss bewirkt nur Abmilderung der Mehrbelastungen

Das Bundeskabinett beschloss jüngst die Absenkung der EEG quasi als Ausgleich für den nun zum Auftakt erhöhten Preis für das Spurengas CO2 in der Luft. Ab 2021 soll die Tonne des natürlich vorkommenden Gases mit einem Anteil von 0,038 Prozent in der Luft 25 Euro kosten. Das Bundeswirtschaftsministerium unter Peter Altmaier (CDU) verkündete die „frohe Botschaft“ von entlasteten Haushalten aufgrund der reduzierten EEG-Umlage. Der Umfang der Minderung ist jedoch noch nicht bestimmt und eine Änderung des EEG-Systems stand überhaupt nicht zur Debatte.

Es ist ohnehin ausgeschlossen, dass die Privathaushalte mit der Einführung der Kohlendioxid-Steuer und der vermeintlichen Absenkung der EEG-Umlage eine finanzielle Entlastung erhalten. Benzin erhält einen Aufpreis von 7 Cent pro Liter und Diesel sowie Heizöl 8 Cent. Erdgas erhält einen Aufschlag von 0,5 Cent pro Kilowattstunde.

Privathaushalte werden im kommenden Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit vergebens auf Stromrechnungen mit geminderten Kosten warten. Eher wird das Gegenteil eintreffen. Das System EEG ist auch nach dem „rühmlichen“ Kabinettsbeschluss eine sehr dynamische Größe und alleine der Zweck dieser Umlage soll konkret eine Entlastung der Privathaushalte explizit vermeiden. Sinken die Großhandelspreise für Strom, so wird die Differenz der EEG-Umlage aufgeschlagen, damit die Öko-Strombetreiber ihre fest zugesagte Vergütung erhalten. Ob die Stromanbieter gesunkene Strompreise überhaupt an die Kunden weiterreichen, steht in den Sternen, wobei steigende Preise mit Sicherheit bis zum Endkonsumenten durchgesteckt werden. Die eigentliche Ware, der Strom, taucht in der Stromrechnung anteilig nur zur rund der Hälfte auf. Der „Rest“ besteht aus Umlagen, Abgaben, Gebühren, Entgelten und weiteren „fantastischen“ Kostenfaktoren.

Strompreis-Komponenten und Anteile 2018

Strompreis-BestandteilAnteil
Strompreis Haushalt52,2 %
Netzentgelte, Messung, Abrechnung25,6 %
EEG-Umlage23,6 %
Vertrieb, Erzeugung19,3 %
Stromsteuer7,0 %
Konzessionsabgabe5,7 %
KWK-Umlage1,4 %
§19-Umlage1,4 %
Quelle: BDEW

Im Jahr 2021 droht Kostenexplosion wegen EEG-Umlage

Agora Energiewende berechnete für das Jahr 2021 die voraussichtliche Höhe der EEG-Umlage. Diese werden demnach einen Rekordstand von 8,6 Cent pro Kilowattstunde erreichen, so Süddeutsche Zeitung (Dienstag). Der Anstieg entspräche somit um mehr als 27 Prozent. Aktuell zahlen die Stromkunden 6,76 Cent pro Kilowattstunde. Agora spricht daher nicht von einer Absenkung der Belastungen der Privathaushalte durch vermeintliche Drosselung der EEG-Umlage, sondern von einer lediglich ausgebremsten Mehrbelastung auf 7,1 Cent pro Kilowattstunde.

Die verantwortlichen Politiker werden es immer schwerer haben, den geprellten Konsumenten, Wertschöpfer und Steuerzahler von der Notwendigkeit umgesetzter Normen zu überzeugen. Die Abstände zwischen Finten und deren Aufdeckung werden immer kürzer. So langsam gibt es zwischen den politischen Entscheidungen und dem Erinnerungsvermögen der Betroffenen größere Schnittmengen.

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