Weltweiter Trend & Entwicklung Konsumentenkredite

Privatkreditmarkt-

Die Schlagzeilen sind derzeit überlastet mit den Themen über Banken, Kredite und Schulden in ganz Europa. Investmentbanken sind „privat“ und die Schulden anderer Länder scheinen für viele Konsumenten noch weit weg zu sein. Dennoch sind die Auswirkungen der Schuldenkrise bereits in den Privathaushalten der Bundesrepublik angekommen und werden sicher für nachhaltige Erinnerungen sorgen.

Das Schuldendilemma ist nicht auf die Europäische Union begrenzt, auch wenn die Medien die mehr als 15 Billionen Dollar Schulden der USA geschickt im Mainstream untergehen lassen. Die Nationen der Welt stehen zu sehr in gegenseitiger Beeinflussung, somit es auch nur einem Land gelänge, der Schulden-Hetze als bloßer Zuschauer unbeteiligt beizuwohnen.

Wie verhält sich zu diesem „Schauspiel“ der Privatkonsument in den verschiedenen Winkeln der Welt, wenn es um die Kreditaufnahme und die folgende Privatverschuldung geht? Das „gültige Modell für systemrelevante Banken“ wird im Konsumentenkreditmarkt niemals Fuss fassen können. Der Staat, geschweige die EU werden zu keinem Zeitpunkt für die Verbindlichkeiten der Privathaushalte gerade stehen (wollen).

Dient das Schuldenverhalten der Regierungen als ein Vorbild, beeinflussen Staatsverschuldungen das Verhalten von privaten Kreditnehmern oder ist der Konsumentenkreditmarkt vom „Big-Business-Banking“ abgekoppelt und es entwickelt sich eine Eigendynamik?

Erwartetes und Unerwartetes zu weltweiten Konsumentenkredite

Konsumentenkredite
Weltweiter Trend zu
Konsumentenkredite 2011

Die Marktanalyse der CA Consumer Finance, die Muttergesellschaft der CreditPlus, zeigt eine durchaus lebhafte Entwicklung des Konsumentenkreditbestands im Jahr 2011. Bis zum Jahreswechsel erreichte der weltweite Kreditbestand rund 5.600 Milliarden Euro und verzeichnete somit einen Anstieg um 4,5%.

Der Durchschnittswert sagt allerdings noch nichts über die einzelnen Regionen aus und beim näheren Hinsehen, sind bereits sehr früh große Unterschiede feststellbar.

Teilweise gegensätzliche Entwicklungen zeigt die Gegenüberstellung der Industrie- und Schwellenländern auf. Während das private Kreditgeschäft in den schnell wachsenden Schwellenländern einen kräftigen Schub erlebte, sind in den Industrieländern für 2011 sogar Rückgänge feststellbar.

Der Löwenanteil fällt auf den nordamerikansichen Kontinent
Nordamerika weist mit insg. 39 Prozent den höchsten Bestand der weltweiten Konsumentenkredite auf. Davon fallen 32 Prozent für die USA und 6 Prozent auf die Privatkreditnehmer in Kanada zurück. Gleich dahinter stehen mit 29 Prozent Weltanteil die Bestände im Nahen Osten und Asien auf der zweiten Position. Europas Konsumenten halten 23 Prozent der Kreditbestände inne. Stellt man die 1,7% Keditanteile aus Afrika gegenüber, stehen noch alle Ergebnisse im „erwartetem Verhältnis“.

Trends zeigen unerwartete Richtungen auf
Die Unterschiede zwischen den Industrienationen und Schwellenländern schrumpfen. Auf der einen Seite steht die Gefahr einer Rezession, auf der anderen Seite erfreuen sich die Länder mit starkem Wirtschaftswachstum. Innerhalb der letzten drei Jahre (ab 2008) ist der Gesamtanteil der weltweit größten Einzelmärkte (Deutschland, USA, Großbritannien, Kanada und Japan) rückläufig und verringerte sich von 76 Prozent auf 60 Prozent (2011).

Unterschiede bei den einzelnen Schwellenländern
Die größten Schübe zu den Konsumentenkreditbeständen erlebten Argentinien (plus 49 Prozent), Brasilien (plus 20 Prozent) und Chile (plus 18 Prozent). Zusammen bilden die drei südamerikanischen Länder einen Zuwachs von plus 21 Prozent der Schwellenländer.

Nah Ost und Asien erreichten einen Zuwachs von insg. 16 Prozent (Japan ausgeschlossen). In einzelne Länder aufgeschlüsselt rannten China mit plus 28 Prozent und Indonesien (plus 25 Prozent) förmlich davon. Beachtlich auch der Kreditanstieg in Afrika. Mit einem Wachstum von plus 13 Prozent steht die Entwicklung des „schwarzen Kontinents“ ebenfalls klar im Gegensatz zu den Industrienationen.

Die Höhe der Schulden pro Kopf geben ein völlig anderes Bild
Der weltweite Durchschnitt ergibt einen Konsumentenkreditbestand in Höhe von 810 Euro pro Person. Ein Wert, der leicht über die extremen Unterschiede in den Weltregionen hinweg täuschen kann.

Mit Abstand die höchste Pro-Kopf-Kreditaufnahme weist Kanada auf. Das Kreditvolumen beträgt pro Privatperson im Schnitt rund 10.000,- Euro. Der Nordamerika-Durchschnitt schafft es immerhin noch auf 4.800,- Euro.

Gesamt Nah Ost und Asien bringen es auf einen durchschnittlichen Wert von 389,- Euro pro Privatkreditnehmer. Singapur weist mit einem Bestand von 6.144,- Euro pro Kopf den höchsten Wert Asiens auf. Japans Privatkreditnehmer halten im Schnitt einen Betrag von 6.026,- Euro.

Danach folgen die Länder der Region Ozeanien (u.a. Australien und Neuseeland) mit einem Pro-Kopf-Bestand von rund 3.000,- Euro. Erst jetzt folgt das durchschnittliche Verbraucherkreditvolumen in Höhe von 2.100,- Euro für alle 27 EU-Mitgliedsländer zusammen genommen.

Auf die Privatkreditnehmer des aufstrebenden Afrikas lastet eine durchschnittliche Schuld in Höhe von 90,- Euro. Obwohl die Höhe des Pro-Kopf-Kredites für Privatpersonen in Japan, bzw. Singapur rund 40 Mal höher ist, als in China, sorgt jedoch die absolute Zahl aller Personen dafür, dass das Reich der Mitte weltweit auf dem sechsten Platz der aufgenommenen Konsumentenkredite landet.

Konsumenten können sich nicht von der Wirtschaft abkoppeln

Das Verhalten der Menschen in den verschiedenen Regionen der Welt spiegelt die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Länder seht gut wieder. Aufstrebende Wirtschaften ziehen die Privatkreditnehmer genauso mit, wie Länder mitten in einer Rezession. Stabile Aussichten motivieren die Konsumenten für eine Kreditaufnahme, die Erfüllung der monatlichen Verpflichtungen scheint sicher gestellt.

Vorgelebte Unsicherheiten der Politik und Wirtschaft hinterlassen ihre Spuren bei den Konsumenten und ihre Bereitschaft, Ratenkredite aufzunehmen. Die zweite Hälfte vom Jahr 2012 ist gerade erst angebrochen und die erste Jahreshälfte sorgte bereits für mehr Martkverwerfungen als das gesamte Vorjahr. Entsprechende Veränderungen werden sich mit Sicherheit in der nächsten Jahresanalyse wiederfinden.

Include Me shortcode: file not found

Bild: Gerd Altmann/AllSilhouettes.com / pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.