Schuldnerberatung: Raus aus den Schulden

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Tatsächlich sind Schulden heutzutage keine Seltenheit. Ob es sich um Mietschulden oder das Abzahlen von Krediten handelt – nahezu jeder zehnte Deutsche ist überschuldet. Der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine Scheidung können solche finanziellen Engpässe zusätzlich verschärfen. Tipps zur Schuldnerberatung und wann diese sinnvoll ist, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Häufig sind Personen ihre Schulden sehr unangenehm, sodass sie sich nicht trauen, Hilfe aufzusuchen, oder sie glauben, allein aus der Notlage herauszufinden. Tatsächlich ist das jedoch sehr schwierig sowie ein langwieriger Prozess. Darum sollten Betroffene, so schnell es geht, handeln.

Wann ist eine Schuldnerberatung sinnvoll?

In der Regel ist eine Schuldnerberatung immer dann zu empfehlen, wenn bereits die ersten Fixkosten nicht mehr mit den eigenen monatlichen Einnahmen zu bewältigen sind. Denn je länger man wartet, desto höher wächst der Schuldenberg. Ohne professionelle Beratung haben es die Betroffenen sehr schwer, diesen abzubauen.

Eine Schuldnerberatung sollte so früh wie möglich aufgesucht werden.

Wer kann mich beraten?

Schuldenberg
Mögliche Auswege aus den Schulden

Bei der Schuldnerberatung wird in vielerlei Hinsicht Unterstützung angeboten, um dem Betroffenen aus seiner Notlage zu helfen, nämlich in rechtlicher, finanzieller sowie auch psychosozialer Art und Weise. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wer die Beratung durchführt.

So gibt es zunächst die staatliche sowie die staatlich geförderte Hilfe, zum Beispiel die Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen der Länder und Kommunen. Auch gemeinnützige Träger und Wohlfahrtsverbände, wie die Caritas, oder Anwälte führen solche Schuldnerberatungen durch. Bei einer drohenden Lohnpfändung wird schließlich die örtliche Arbeitsagentur zuständig.

Was kostet eine Schuldnerberatung?

In der Regel ist sowohl die staatlich geförderte Schuldnerberatung als auch die durch gemeinnützige Träger kostenlos.
Meist auf ein bestimmtes Rechtsgebiet spezialisiert, bieten auch Anwälte eine Schuldnerberatung an, die jedoch nicht gratis ist. In einigen Kanzleien wird aber zumindest eine kostenfreie Erstberatung angeboten, bei der die ersten wichtigsten Fragen geklärt werden können. Dort werden dann auch die Kosten für eine weitere Vertretung besprochen.

Wer sich an eine Schuldnerberatung wenden möchte, sollte jedoch gleichzeitig Vorsicht walten lassen: Auch hierbei gibt es Betrüger. Seriöse Beratungsstellen informieren vorab genau, wie sich das Honorar zusammensetzt und wann die Zahlungen fällig werden.

Es gibt dennoch eine Möglichkeit, wie die Kosten für eine anwaltliche Beratung größtenteils umgangen werden können. So kann ein Beratungsschein für den Zweck „Einigungsversuch gemäß § 305 InsO“ vom örtlichen Amtsgericht vorgelegt werden. Somit belaufen sich die Kosten lediglich auf eine Gebühr von 15 Euro, die Aufwendungen für die anwaltliche Schuldnerberatung und das gesamte Entschuldungsverfahrens müssen nicht mehr beglichen werden.

Was passiert bei der Schuldnerberatung?

Tatsächlich kann der Begriff der Beratung irreführend sein, denn der Verschuldete hört nicht nur den Ratschlägen seines Gegenübers zu, er muss auch aktiv handeln. Dafür muss eine Vertrauensbasis zwischen Berater und Hilfesuchendem bestehen, damit jeder einzelne Aspekt, der zu den Schulden geführt hat, offengelegt wird.

Zunächst muss sich der Berater einen Überblick über die Schulden verschaffen und prüfen, ob diese rechtlich einwandfrei sind. Anschließend wird das Vermögen des Verschuldeten genau betrachtet, das heißt, welche Einnahmen und Rücklagen vorhanden sind. Anschließend müssen die Ausgaben darauf untersucht werden, ob und an welcher Stelle es möglich ist zu sparen, sodass ein entsprechender Haushaltsplan erstellt werden kann. Dieser muss vom Betroffenen beherzigt sowie aktiv umgesetzt werden, damit er neue Schulden vermeiden und die alten nach und nach abbauen kann.

In der Regel wird bei der Schuldnerberatung als Erstes eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern angestrebt, bei der ein Schuldenabbau ohne Anmeldung der Privatinsolvenz erfolgen kann. Häufig wird dazu die Beratungsstelle bevollmächtigt, die Verhandlungen mit den Gläubigern zu führen. Es ist aber genauso möglich, als Schuldner selbst zu verhandeln, während der Berater nur unterstützend tätig wird.

Beachten Sie: Die Schuldnerberatung findet in der Regel in den Geschäftsräumen der Beratungsstelle statt. Hausbesuche sind unüblich.

Weitere wichtige Hinweise, die Sie bei der Inanspruchnahme einer Schuldnerberatung unbedingt berücksichtigen sollten, können Sie auf dem kostenlosen Ratgeberportal https://www.schuldnerberatung.de/ nachlesen.


Bild: CC0 1.0 Universell

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