Restschuldversicherung im Visier von Verbraucherschützer

Kreditmärkte-


Die Restschuldversicherung für Kredite ist ins Visier der Verbraucherzentrale Bundesverband geraten. Die Verbraucherschützer kritisieren vor allem die extrem hohen Provisionen für den Abschluss sowie die Praxis des Vertriebes.

Schuldnerquote

Restschuldversicherung – Zu hohe Provisionen und rudimentärer Vertrieb

Provisionen in der Regel die Hälfte der Prämie

Bei den am Kreditmarkt erhältlichen Restschuldversicherungen sei ein dringender Verbesserungsbedarf festzustellen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (VZBV) kritisiert die Praxis zu hoher Provisionen und den Mangel am Versicherungsschutz. Demnach können die Anteile der Provisionen die Versicherungsprämie um mehr als die Hälfte ausmachen. Dies sei ein Fehlanreiz, der entgegen den Interessen der Konsumenten gerichtet sei.

Die Verbraucherschützer kritisieren auch die fehlende Erfordernis einer Mindestqualifikation für die Vermittler der Restschuldversicherungen. Es gebe keine Vorgaben für die Beratungsqualität und gewerberechtliche Zuverlässigkeit. Das Fazit des VZBV: Restschuldversicherungen sind „überteuerte Produkte mit einem lückenhaften Versicherungsschutz, die teilweise in einem zweifelhaften Verkaufskodex vertrieben werden.“

Dabei haben Restschuldversicherungen am Markt nach Einschätzung der Verbraucherschützer eine erhebliche Relevanz. Im Jahr 2017 lag der Bestand derartiger Verträge bei fast 2,5 Millionen. Die durchschnittliche Vrsicherungssumme lag bei annähernd 10.000 Euro.

Das größte Manko an diesen Absicherungen für laufende Kredite seien die extrem hohen Provisionen. Unter Berufung auf die Angaben der Aufsichtsbehörde BaFin betrugen die Provisionen für den Abschluss einer Restschuldversicherung im Schnitt 50 Prozent der Versicherungsprämie. Bei sieben Kreditbanken lagen die Provisionen bei über 50 Prozent.

Der VZBV fordert eine Deckelung sämtlicher „Zuwendungen an Dritte, insbesondere an die Banken“. Die Prämie müsse derart gestaltet sein, dass diese aus den laufenden monatlichen Beiträgen bezogen wird. Die Provisionen müssen begrenzt werden, wie es auch bereits das Bundesfinanzministerium forderte. Die Verbraucherschützer halten 2,5 Prozent der vom Kunden zu zahlenden Versicherungsprämie für angemessen.

Bei Restschuldversicherungen findet kein Wettbewerb statt

Als einen weiteren Mangel bezeichnet der VZBV den fehlenden Wettbewerb in diser Sparte. Kredite und Restschuldversicherungen müssen nicht getrennt angeboten werden. Dieser Versicherungsschutz wird bereits abgeschlossen, wenn der Kreditnehmer einfach nur ein Kästchen im Kreditvertrag ankreuzt. Darüber hinaus werde den Kunden oft suggeriert, er bekäme den gewünschten Kredit nicht ohne den Abschluss einer Restschuldversicherung.

Der Vertrieb deser Zusatzversicherungen sei „äußerst rudimentär reguliert.“ Sämtliche Vertreiber sollten lt. Forderung des VZBV die Restschuldversicherung zum Kredit als eine Ergänzung anbieten. Dazu gehörte auch die notwendige Sachkenntnis für den Vertrieb dieser Versicherung.


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