Bundesbank – Kriminalität entdeckt bargeldlose Bezahlung

Geld –


Die Deutsche Bundesbank präsentiert mit ihrem Monatsbericht März 2019 wieder ein paar Fakten, die so manchen Verteidiger ausgesuchter Dogmen sauer aufstoßen werden. Demnach hat die Kriminalität die bargeldlose Bezahlung für sich entdeckt und ist auch dabei, dieses Umfeld noch stärker zu nutzen.

Bargeld

Zwei Drittel der Filialkunden bezahlen immer noch mit Bargeld

Bundesbank schreibt auch gerne mal Tacheles

Die Deutsche Bundesbank präsentiert mit ihren regelmäßigen Monatsberichten nicht nur Daten und Fakten rund um ihr Aufgabengebiet, sondern nutzt mit diesen Aufstellungen auch immer wieder die Gelegenheit, über von den Medien wenig behandelte Themen quasi Tacheles zu reden und auch gerne diverse Missverständnisse aus der Welt zu schaffen. So räumte die Bundesbank u.a. mit ihrem Monatsbericht April 2017 mit der Legende auf, dass Banken ihre Kredite aus Mitteln der Einlagen ihrer Kunden auszahlen, sondern Giralgeld mit wenigen Schritten am Computer einfach nur erzeugen und zwar aus dem Nichts.

Mit dem aktuellen Monatsbericht März 2019 fährt die ehemalige Hüterin der D-Mark den Verfechtern der Bargeldabschaffung in den Fuchteln, die vor allem damit argumentieren, dass sich die organisierte Kriminalität gerne dem Bargeld bediene und eine Bargeldabschaffung daher eine wirksame Gegenmaßnahme darstelle.

Bargeldmenge stieg viel deutlicher an als die Wirtschaft

In den vergangenen 10 Jahren stieg die Menge des im Umlauf befindlichen Bargelds im Durchschnitt um jährlich 4,9 Prozent an. Ende 2018 war demnach Bargeld mit einem nominellen Wert von 1.230 Milliarden Euro im Umlauf. Davon gab die Bundesbank rund 690 Milliarden Euro (56 %) heraus. Anteilig stiegen die Bargeld-Emissionen der Bundesbank in den letzten 10 Jahren sogar um 7,7 Prozent jährlich an. Der jährlichen Zuwachsrate des umlaufenden Bargelds hinkte das Wirtschaftswachstum jedoch um Meilen hinterher.

Annähernd drei Viertel (74 %) der im stationären Einzelhandel getätigten Transaktionen wurden in Bar abgewickelt und Bargeld nahm im gesamten Umsatz einen Anteil von 48 Prozent ein. Die Bundesbank geht davon aus, dass sich etwa zwei Drittel des selbst netto herausgegebenen Bargelds im Ausland befindet, wobei rund ein Fünftel zur Hortung im Inland dienen.

Kriminelle entdecken bargeldlose Bezahlung

Die Nachfrage nach Bargeld steigt demnach weiter an, obwohl die Digitalisierung, insbesondere die bargeldlosen Zahlmethoden teils mit Hochdruck vorangetrieben werden. Besonders interessant ist die von der Bundesbank dargelegte Tatsache, dass immer mehr Kriminelle die digitalen Zahlmethoden verwenden und dieser Trend auch bei den allgemeinen Geschäften innerhalb der Schattenwirtschaft zu beobachten ist. Zwar werde Bargeld nach wie vor auch bei illegalen Geschäften sehr geschätzt, aber der Trend zum Digitalen ist nicht mehr zu übersehen. Im Jahr 2017 stieg der im Bundesgebiet von der Polizei erfasste Online-Handel mit Rauschmitteln um 24 Prozent an. Inzwischen nimmt dieser Handel über das Internet einen Anteil von 5 Prozent sämtlicher in diesem Bereich erfassten Straftaten ein.

Die Bundesbank dazu:

Bargeld ermöglicht es, einfach, sicher, schnell und anonym zu bezahlen, und scheint daher auch als Zahlungsmittel für schattenwirtschaftliche Aktivitäten geeignet. In der Schattenwirtschaft spielt aber auch der Tausch von Gütern eine Rolle. Bei einer Verschleierungsmethode von Schwarzarbeit, dem Erstellen von Scheinrechnungen, werden bare und unbare Zahlungswege vermischt. Eine weitere Erscheinungsform der Schattenwirtschaft neben der Schwarzarbeit ist das Verschweigen von Einkünften aus dem Handel von Waren. In diesem Zusammenhang dürften Einkünfte vorwiegend dann bar anfallen, wenn stationäre Ladenkassen oder Rechnungen manipuliert werden, um Steuern zu hinterziehen. Dieser rechtswidrige Warenhandel könnte sich im Zuge der allgemeinen Digitalisierung zunehmend in das Internet verlagern und somit bargeldlos abgewickelt werden.“




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