Brüssel will offenbar EU-Bürgern Kreditkarten schmackhaft machen

Transaktionskosten Kreditkarten-


Der Kreditkarteneinsatz soll in Europa deutlich günstiger werden. Die EU-Kommission will die Transaktionskosten drastisch senken und nach oben begrenzen. Für EU-Bürger würden Einsparungen in Milliardenhöhe zukommen. So lautet zumindest die Einschätzung in Brüssel.

Kreditkarten

Vorne Transaktionsgebühren runter, hinten Kreditkartengebühren hoch

Eine Kompensation durch Kreditkartenanbieter ist zu erwarten

Die erste Hürde des seit Jahren andauernden Streits zwischen Brüssel und den Kreditkarten-Anbieter MasterCard und Visa scheint nun angegangen zu werden.

Für die Verbraucher sollen die Gebühren für Transaktionen bei Bezahl- bzw. Überweisungsvorgängen eine Obergrenze erhalten.

Die EU-Kommission hat sich für die Kostendeckelung einen Betrag vorgestellt, der bei Kreditkarten 0,3 Prozent der bezahlten Summe und bei Debitkarten 0,2 Prozent betragen soll. Gegenüber den noch üblichen Einsatzgebühren für Kreditkarten wäre dieser Schritt für Kreditkarteninhaber in zahlreichen Ländern Europas eine erhebliche finanzielle Entlastung.

Die EU-Kommission schätzt die für Verbraucher eingesparten Kosten auf rund sechs Milliarden Euro jährlich ein.

Der Schuss könnte nach hinten los gehen

Entschieden oder gar beschlossen ist bis jetzt noch gar nichts. Vorerst will die EU-Kommission ihren Gesetzesentwurf den obersten EU-Wettbewerbshütern vorlegen. Nach Freigabe müssten noch das EU-Parlament und der Ministerrat zustimmen. Erst nach diesen erfolgreich hinterlegten Passagen käme es zur Wirksamkeit des angestrebten Gesetzes.

Den Kreditkartenanbietern wie MasterCard und VISA wird die Begrenzung der Transaktionskosten auf einen deutlich niedrigeren Wert nicht gefallen. Der von der Kommission geschätzte eingesparte Betrag stellt gleichzeitig deren Einnahmeverlust dar. Kaum vorstellbar, dass der Milliardenverlust einfach so hingenommen wird. Sollten die heute relativ hohen Transaktionsgebühren in Deutschland der Grund für die allgemeine Zurückhaltung der Bargeld-liebenden Deutschen sein, so würde eine nachträglich deutlich angehobene Kreditkarten-Grundgebühr an der Situation wohl kaum etwas verändern.

Der Bezug zum bargeldlosen Bezahlen ist bei den Bundesbürgern trotz durchaus vorhandener Vorteile „traditionell unterentwickelt“. Gegenüber dem alltäglichen Einsatz von Kreditkarten in den USA, stellt das Verhältnis in Deutschland einen geradezu kümmerlichen Vergleich dar. Ganz nach dem Motto „nur Bares ist Wahres“ zieht der deutsche Verbraucher lieber die Geldscheine aus der Börse und steckt das eingewechselte Kleingeld bevorzugt in die Hosentasche.

Die Besorgnis der EU-Kommission über einen vermeintlich geschröpften EU-Bürger ist „herzerweichend“. Deutlich (vermeintlich) gesunkene Preise für Kreditkarteneinsätze könnte das Stück Plastik für viele EU-Einwohner als eine attraktive Bargeld-Alternative erscheinen lassen, auch in Deutschland. Mit der Aushändigung der Kreditkarte ist stets ein Konto verbunden, über das sämtliche Transaktionen abgewickelt werden. Brüssel will ohnehin das Girokonto als ein „soziales Grundrecht für alle“ durchsetzen. Die gegenwärtigen Pläne, die den EU-Bürger offenbar zur Kreditkarte führen sollen, wären eine nahtlose Verbindung für die stufenweise Rücknahme des Bargelds. Schließlich werden auf Geldscheinen weder Besitzer, dessen persönliche Daten, Einsatz-Ort, Datum, Verwendungszweck und Herkunft vermerkt.

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