Steigende Immobilienpreise könnten plötzlich Richtung wechseln

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Steil ansteigende Immobilienpreise werden irgendwann stagnieren und auch wieder zurückgehen. Grund und Zeitpunkt der Umkehrung sind in der Regel die großen „Unbekannten“. Die Bundesbank weist auf die möglichen Risiken einer plötzlichen Preiskorrektur am Immobilienmarkt hin.

Risiken Immobilienfinanzierung nicht an Niedrigzinsen ermessen

Mietimmobilie
Ewiger Preisanstieg ist ohnehin unmöglich

Die Bundesbank warnte einst vor „Anzeichen einer sich möglicherweise entwickelnden Immobilienpreisblase“ und nun folgt der erhobene Zeigefinger mit dem Hinweis, es könne mit den Preisen auch wieder abwärts gehen. Eine Binsenweisheit ist es, dass Preise und Wirtschaft nicht in alle Ewigkeit hinein wachsen können und irgendwann stagnieren und auch wieder den Rückwärtsgang einlegen.

Für die spekulativen Immobilienmarkt-Teilnehmer ist es ohnehin kein Geheimnis, dass die Hausse von Heute bereits Morgen in einen Bärenmarkt abdriften kann. Im Vorfeld werden so mancherlei Parameter, Signale und Hinweise gesammelt, ausgewertet und für das möglichst perfekt passende Timing herangezogen. Ganz anders sieht jedoch die Investition in eine Immobilie als langfristige Geldanlage bzw. Altervorsorge aus. Den Blick nach vorne in die nächsten Jahrzehnte kann von Niemand seriös beschrieben werden.

Nach wie vor steigen die Immobilienpreise in der Bundesrepublik mit großen Schritten weiter an. Noch sieht die Bundesbank keine direkten Gefahren für die Stabilität der Finanzmärkte. Allerdings warnt die ehemalige Hüterin der D-Mark vor einer „abrupten Preiskorrektur“, wie Spiegel Online (Mittwoch) berichtete.

Immobilienkäufer sollten demnach zusehen, sich für die Anschaffung einer Immobilie nicht in überzogene Schulden zu stürzen. Zu verlockend seien die derzeit niedrigen Zinsen. Die Bewertungen und Preise für Gebäude werden wieder sinken, sobald die Zinsen wieder steigen. Darüber sollten sich die Immobilienkäufer im Klaren sein, so Claudia Buch, Vizepräsidentin der Bundesbank, bei der Präsentation des Finanzstabilitätsberichtes 2016. Werden Immobilienfinanzierungen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen als angemessen bewertet, so könnten sie sich als „nicht nachhaltig herausstellen“, so Buch.

Trotz der am deutschen Immobilienmarkt teils sehr deutlich gestiegenen Preise seien noch keine risikobehafteten Übertreibungen zu beobachten. Nach wie vor vergeben die Kreditinstitute die Darlehen mit Augenmaß. Eine exzessive Kreditvergabe liege nicht vor.

Die günstigen Bedingungen für die Immobilienfinanzierung, steigende Einkommen sowie die hohe Zuwanderung seien die Hauptantriebe für die steigende Nachfrage nach Wohnraum. Eine Überbewertung der Wohnimmobilien sei vor allem in den städtischen Region festgestellt worden. Die Überbewertung habe im Jahr 2015 in diesen Regionen bei 10 bis 20 Prozent gelegen.

Immobilienpreise könnten schlagartig sinken

Wenn sich Banken, Konsumenten und Investoren von den derzeitigen Niedrigzinsen weiterhin treiben lassen, sei für die Finanzstabilität durchaus ein Risiko erkennbar. Akteure an den Finanzmärkten könnten dazu verleitet werden, durch anhaltend niedrige Zinsen höhere Risiken einzugehen. „Diese Suche nach Rendite kann wiederum zu Fehlbewertungen von Vermögenspreisen führen“. Die Immobilienfinanzierung sei ein Beispiel dafür, welche Risiken „einer abrupten Preiskorrektur“ vorliegen.

Wer als Immobilienkäufer auf eine langfristige Zinsbindung im Bereich von 15 oder 20 Jahre setzt und innerhalb dieser Zeit die Schulden zu einem Großteil abträgt, kann einen erheblichen Anteil der Risiken auf die Banken abwälzen.



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