Preise für Neumieten explodierten auch im Jahr 2018 weiter


Die Preise für Neumieten kennen nach oben hin keine Grenze. Als wenn Eile geboten wäre, explodierten die Kaltmieten auch im Jahr 2018 munter weiter.

Grundrissplan

Gut 1.000 Euro kalt für eine kleine Wohnung + Terrasse in München

Destatis „sagt“ lediglich 1,6 % höhere Mietpreise im Jahr 2018

Die Mietpreisanstiege gingen im Jahr 2018 munter weiter und die Auswertungen des Analyseunternehmens Empirica lassen Zweifel über die von der Statistikeinrichtung Destatis offiziell angegebenen Preissteigerungen bei der Kaltmiete aufkommen. Im Jahr 2018 stiegen die Kaltmieten auf Jahressicht um 1,6 Prozent, so Destatis. Empirica kommt bei den Preisanstiegen für neu abgeschlossene Mietverträge in den „Top-Städten“ Stuttgart, München, Köln, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und Berlin auf 4,2 Prozent, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Donnerstag) unter Berufung der noch nicht veröffentlichten Studienergebnisse berichtet. Nun lassen sich nicht Bestandsmieten und Neuverträge in einen Topf werfen, aber deutliche Mietpreisanhebungen sind schließlich nicht nur in den „Top-Metropolen“ der Bundesrepublik festzustellen. Mietpreisanstiege um 1,6 Prozent wirken gelinde ausgedrückt schon sehr konservativ.

Binnen 2018 legten die Mietpreise für Eigentumswohnungen in den ausgewählten Städten sogar um 11,4 Prozent zu. Den geringsten Anstieg verzeichnete das Analysehaus in Hamburg mit 1,3 Prozent Zuschlag (Nettokaltmiete). Die „Hauptstädtler“ mussten für einen neu abgeschlossenen Mietvertrag dagegen um 6,4 Prozent mehr Kaltmiet-Kosten einkalkulieren als ein Jahr zuvor.

Kaltmieten zogen auch in kleineren Städten kräftig an

Zwar seien die Mieten in den mittelgroßen Städten noch deutlich „günstiger“ als in den Metropolen, aber derartige Ausreißer wie in Heilbronn mit einem Zuschlag um fast 13 Prozent gebe es durchaus. Im Mittel kostet der Quadratmeter lt. Empirica in Berlin 9,70 Euro und im Vergleich in Halle (Saale) 5,94 Euro.

Top-Teuer-Stadt des Jahres 2018 war wiederholt München. Für neue Mietverträge müssen Mieter dazu bereit sein, im Schnitt 15,91 Euro pro Quadratmeter auf den Tisch zu legen, Kaltmiete versteht sich. Im Jahr 2013 lag der durchschnittliche Mietpreis bei 10,25 Euro pro qm. Damit sind in München die Preise binnen sechs Jahre um gut 50 Prozent angestiegen.

Geringerer Mietpreis als ortsüblich bringt Finanzagentur auf den Plan

Den Besitzern von Wohneinheiten bzw. Vermietern bleibt unterm Strich kaum eine andere Wahl, als die verlangte Kaltmiete dem Ortsüblichen anzupassen. Liegt der verlangte Mietpreis unter dem lokalen Mietspiegel, könnte dies die eifrigen Mitarbeiter der hiesigen Finanzagentur auf den Plan holen. Diese erkennen anhand einer „zu niedrigen Miete“ einen geldwerten Vorteil und würden vom Mieter die Differenz zum ortsüblichen Mietpreis als eine zusätzliche Steuer abkassieren. Somit agiert der Gesetzgeber aktiv für angetriebene Mietpreise, indem er per Gesetz günstiges Wohnen verhindert.




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