Dienstag, den 20. November 2018

Ist Deutscher Immo-Muffel? Es fehlt schlicht an Geld

Immobilienerwerb


Der Deutsche gilt als ein Immobilien-Muffel. Eine klare Mehrheit der Bundesbewohner wohnt zur Miete. Allerdings fehlt nicht der Wille zum Eigenheim, sondern schlicht der finanzielle Grundstock und die Planungssicherheit.

70 Prozent wünschten sich ein eigenes Heim

Wohnhaus

Eigenheim bleibt für die Meisten ein Traum

Die Bundesbewohner gelten im internationalen Vergleich als eine „Mieter-Kultur“. Nur eine Minderheit verfügt über ein Eigenheim. Von ausgesprochenen Immobilien-Muffeln kann allerdings keine Rede sein. Vielmehr können sich die meisten Mieter die eigenen vier Wände schlicht nicht leisten. Fast 70 Prozent der Bundesbürger im Alter zwischen 18 und 40 Jahren würden gerne ein eigenes Haus besitzen, aber nur 27 Prozent der in dieser Altersgruppe wollte bzw. konnte sich diesen Wunsch erfüllen. Es besteht auch wenig Hoffnung, dass die heute in Miete Lebenden sich jemeils ein Eigenheim leisten können, so eine repräsentative Umfrage des Immobilienunternehmens ZBI-Gruppe und der Fondsgesellschaft Union Investment. Bei 83 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe fehlte es schon alleine am Eigenkapital, um überhaupt an den Erwerb einer Immobilie denken zu können.

Eine Immo-Finanzierung erfordert Planungssicherheit. Daran scheitert es bei rund 44 Prozent der Befragten, denn deren aktuellen Beschäftigungen sind lediglich befristet, wie FAZ berichtete. Der Kauf eines Eigenheims erfordert auch fundiertere Kenntnisse über diese Materie. Über 80 Prozent der Befragten bewerten ihr eigenes Wissen über die Details zum Immo-Erwerb bestenfalls als „befriedigend“.

Je besser die Schulausbildung, desto höher die Aussicht auf ein Eigenheim, so die vielleicht verbreitete Meinung. Die Umfrage trug jedoch zutage, dass nicht das Studium eher zu den eigenen vier Wänden führe, sondern der mittlere Schulabschluss. In der Regel verfügten die Schulabgänger nach dem Einstieg ins Berufsleben über eine Lehre früher über die finanziellen Mittel für den Hauskauf als Studenten. Der Anteil der Eigenheimbesitzer innerhalb Gruppe mit einem hohem Bildungsabschluss beträgt nur knapp 20 Prozent.

Immo-Besitz ist bereits Privileg der Vermögenden

Zusätzlich geht die Schere zwischen Löhne bzw. Gehälter und den Immobilienpreisen weiter auseinander. Zwar erhielten z.B. die Tarifbeschäftigten im zweiten Quartal 2018 im Schnitt 2,2 Prozent mehr Lohn (brutto) als ein Jahr zuvor, aber das Mehr an Gehalt wurde im gleichen Zeitraum von der gestiegenen Inflation teils „überkompensiert“. Der Zenit der ohnehin schon durch die Decke geschossenen Immobilienpreise (und auch Mietpreise) ist noch nicht in Sicht.

Der Anteil der „atypisch“ Beschäftigten stieg auch bis Ende 2017 weiter an. Lt. Destatis hatten zum Jahreswechsel 20,8 Prozent (anteilig 30,5 % Frauen, 12,2 % Männer) der Arbeitnehmer lediglich einen Mini-Job, eine Leiharbeit, Teilzeitbeschäftigung oder eben eine befristete Stelle.

Derweil forderte der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums für die Abschaffung der sog. Mietpreisbremse und die Reduzierung des Sozialen Wohnungsbaus. Die derzeitige Politik führe nicht zum gewünschten Ziel. Unterm Strich geht es allerdings nur um die Gefährdung der erhofften Profite der bereits heutigen Immo-Besitzern.



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Bild: CC0 1.0 Universell

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