Angst vor Währungsreform: Für private Kreditnehmer kein Grund dafür

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Sparer und Anleger haben jeden Grund sich vor einer Währungsreform zu fürchten. Die Historie belegt das eindeutig. Doch offenbar hat sich weniger deutlich herumgesprochen, dass private Kreditnehmer aus den Währungsumtauschen jeweils als die Gewinner hervorgegangen sind. Private Verbindlichkeiten wurden bevorzugt behandelt und teilweise sogar vollständig ausgelöscht.

Währungsreformen

Währungsreformen waren des Sparers Leid und des Kreditnehmers Freude

Währungsreformen stellten Kreditnehmer auf die Sonnenseite

Die bereits älteren Mitbürger in Deutschland können ein „Lied davon singen“, welche Konsequenzen eine Währungsreform mit sich bringen kann. Im vergangenen Jahrhundert erlebte Deutschland zwei „große“ Währungsreformen, jeweils aus zwei völlig unterschiedlichen Gründen. Doch beide Reformen hatten jeweils gemeinsam den Bürger als Verlierer und den Staat als Gewinner hervorgehen lassen. Die Euro-Krise gab bereits mehrfach den Anlass, den Blick zumindest virtuell von der Gemeinschaftswährung abzuwenden und die Wiedereinführung einer nationalen Währung ins Visier zu nehmen. Die D-Mark II wurde bereits namentlich vorgeschlagen.

Kaum vorstellbar, dass eine hypothetische Rückholung der D-Mark ohne wiederholte Verluste für die Sparer vonstatten gehen würde. Doch das so gut wie sichere Minus auf der Habenseite durch eine „sehr ungünstige“ Auslegung des Wechselkurses beantwortet nicht die Frage, wie sich ein Umtausch auf offene Verbindlichkeiten auswirken würde. Einen Kredit in Euro abgeschlossen und während der Laufzeit auf „D-Mark II“ umgemünzt lässt offensichtlich den meisten Bürgern Deutschlands „Schlimmes erahnen“. Sollte die Gemeinschaftswährung implodieren, entstünde für Darlehen ein äußerst gefährlicher Zustands. Davon gehen zumindest die meisten Verbraucher aus, wie eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag von Creditolo zu Tage führte.

Demnach glauben 38 Prozent der Befragten, dass ein Währungszusammenbruch die Löhne und Gehälter kappte, aber die laufenden Kredite auf dem bisherigen Stand beließe. Die Belastungen durch das Darlehen würden ansteigen. Einen deutlichen Hinweis auf die große Unsicherheit zum Thema Währungsreform und Konsequenzen geben die 26 Prozent der Befragten, die überhaupt keine klaren Vorstellungen über einen möglichen Ablauf zum Währungsaustausch haben.

15 Prozent der befragten Teilnehmer gehen davon aus, dass eine Währungsreform die Verbindlichkeiten und Guthaben zu jeweils gleichen Anteilen reduzieren würde. Dass ein Kollaps der Währung gar keine Auswirkungen auf ein laufendes Darlehen haben würde, vermuten 16 Prozent der Befragten. 11 Prozent glauben an eine geschichtliche Wiederholung bei der Abverlangung einer Zwangshypothek vom Staat.

Der Optimismus für ein „gutes Ende“ ist sehr verhalten. Lediglich 6 Prozent rechneten mit einer Unterstützung durch den Staat. Die Schulden könnten u.a. von der Kreditanstalt für Wiederaufbau durch Umbuchung abgefangen werden. Weitere 6 Prozent gehen bei einer Währungsreform sogar von einer kompletten Annullierung von Krediten mit Beträgen über 50.000,- Euro aus.

„Historisch belegt“ – Kreditnehmer waren 3 Mal Reform-Gewinner

Die zwei Währungsreformen in den Jahren 1923 und 1948 stellten jeweils die Kreditnehmer auf die Sonnenseite, während die Sparer und Anleger die Kälte des Schattens zu spüren bekamen. Creditolo schlüsselte die jeweiligen Verhältnisse beider Währungsreformen auf. Das Umtauschverhältnis zwischen der Mark und der neuen Reichsmark im Jahr 1923 wurde auf 10 Billionen zu 1 festgelegt. Dabei wurde das Guthaben der Sparer fast zu 100 Prozent ausgelöscht und die Kreditnehmer wurden gleichzeitig zu fast 100 Prozent entlastet. Zwischen den Jahren 1924 und 1943 mussten Hauseigentümer eine „Hauszinssteuer“ abgeben, um den durch die massive Geldentwertung entstandenen Vorteil auszugleichen. Konsumentenkredite, soweit man diese so bezeichnen konnte, haben sich förmlich „in Luft aufgelöst“.

Die nächste Währungsreform im Jahr 1948 spielte sich mit „handlicheren Zahlen“ ab. Das Umtauschverhältnis zwischen Reichsmark und der neuen D-Mark lautete 10 zu 1. Einkünfte aus Gehälter, Pensionen, Renten, Pachten und Mieten wurden dagegen in einem Verhältnis von 1 zu 1 gehändelt. Unterm Strich gingen die Kreditnehmer durch diese Währungsreform wiederholt als die Entlasteten hervor. Dafür hatten die Immobilienbesitzer wieder das Nachsehen, die neben den gewerblichen Kreditnehmern für einen Lastenausgleich herhalten mussten. Private Darlehen standen wiederholt auf der Sonnenseite.

Rund 20 Millionen Bundesbürger erlebten ihre letzte Währungsreform vor rund 23 Jahren als in der ehem. DDR die D-Mark eingeführt wurde. Das Umtauschverhältnis lautete 2 zur 1 für Darlehen. Der Bereich Einkommen wurde jedoch im Verhältnis 1 zu 1 behandelt. Wiederholt gingen die Kreditnehmer als die „Gewinner“ einer Währungsreform hervor.

Ein Neuanfang verträgt keine Altlasten. Aus diesem Grund kam es in der Vergangenheit nie zu einer realen Aufwertung von Krediten. Die Wirtschaft brauchte nach dem „Reset“ neuen Schwung. Deshalb wurden „Altlasten“ bei der Umstellung begünstigt oder gar komplett aus der Welt geschafft.

Das Kreditportal Creditolo sieht daher keinen Grund, angesichts der Euro-Krise und Angst vor einer möglichen Währungsreform, auf notwendige Investitionen zu verzichten. Die Zinsen für private Kredite seien derzeit auf einem Tiefstand, der historisch erst mit dem Ende des zweiten Weltkrieges wieder zu finden sei.



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Ein Gedanke zu „Angst vor Währungsreform: Für private Kreditnehmer kein Grund dafür

  • Es werden zahlreiche Währungsreformen außer acht gelassen für eine realistische Einschätzung des Themas.

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