Mittwoch, den 14. November 2018

Wirtschaftsweise Schmidt fordert Krankenhausschließungen

Gesundheitswesen


Nach EU-Gesundheitskommissar Andriukaitis kritisiert nun auch der deutsche Wirtschaftsweise Schmidt die Überversorgung im Gesundheitssystem. Der Ökonom fordert die Schließung zahlreicher Krankenhäuser.

Krankenhauskosten

Nach Krankenhausschließungen sollten mehr Fachkräfte eingestellt werden

Mehr spezialisierte Fachkräfte für verbliebene Krankenhäuser

Die Bundesrepublik sei angesichts der ansteigenden Gesundheitskosten und den sich ausweitenden Fachkräftemangel mit Krankenhäusern überversorgt. Der Wirtschaftsweise Christoph M. Schmidt fordert in einem Gastbeitrag für Welt am Sonntag die Schließung von Krankenhäusern. Selbst wenn es für die Anwohner und Beschäftigten vor Ort nicht erkennbar sei, brauche die Bundesrepublik mehr spezialisierte Kapazitäten in den noch verbleibenden Krankenhäusern.

Das Bundesgebiet nehme mit derzeit 800 Krankenhausbetten pro 100.000 Einwohner in Europa die Spitzenposition ein, während in zahlreichen anderen Ländern die Anzahl weniger als halb so groß sei. Dazu komme der europäische Spitzenplatz im Bezug auf die Verweildauer mit mehr als sieben Tagen. „Kein anderes Land in Europa hat so viele Krankenhausbetten je Einwohner, eine längere Krankenhausaufenthaltsdauer und so viele kleine und wenig spezialisierte Krankenhäuser“, so der Ökonom.

Der Wirtschaftsweise fordert die Politik dazu auf, die bisherige Umsetzung der Strukurbereinigung im deutschen Krankenhauswesen entschiedener voranzutreiben. Der extra zu diesem Zweck eingerichtete Strukturfonds müsse von der Bundesregierung entsprechend genutzt werden.

Mit diesen Forderungen tritt Schmidt in die Fußstapfen des EU-Gesundheitskommissars Vytenis Andriukaitis. Ende Oktober kritisierte der EU-Politiker das deutsche Gesundheitssystem aufgrund einer Überversorgung und des Mangels an Kostendisziplin.


Und so ganz nebenbei entsteht in der Nähe von Ramstein für die US-Armee das größte Militärkrankenhaus außerhalb der USA. Natürlich mit Beteiligung deutscher Steuergelder.



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Bild: CC0 1.0 Universell

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