Vernichtet Bürgerversicherung massenhaft Arbeitsplätze?

Folgen Bürgerversicherung-


Die vorgeschlagene Bürgerversicherung zur Vereinheitlichung der Krankenversicherung für alle Versicherten würde einen „Kahlschlag“ in der Arbeitswelt verursachen. Die von der Hans-Böckler-Stiftung ermittelten Untersuchungsergebnisse wurden jedenfalls so interpretiert, obwohl die Analysen offenbar noch gar nicht abgeschlossen sind.

Rund 100.000 Arbeitsplätze im „Stehgreif“ gefährdet

Bürgerversicherung
Erst abgeschlossene Analysen abwarten

Die Einführung der von SPD, Grünen und LINKEN geforderten sog. „gesetzlichen Bürgerversicherung“ würde lt. einer Analyse rund 100.000 Arbeitsplätze vernichten, wie faz.net am Montag berichtete.

Demnach würden in der privaten Versicherungsbranche bereits innerhalb des ersten Jahres nach der Einführung der Bürgerversicherung rund 50.000 verlorene Stellen zu beklagen sein. Diese Zahlen gingen aus den Untersuchungen hervor, die die Gewerkschaft Verdi der Hans-Böckler-Stiftung in Auftrag gab.

Die sofortige Einstellung neuer PKV-Verträge würde innerhalb eines Jahres zum unmittelbaren Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen führen. Darüber hinaus ginge bei „einigen Zehntausend selbständige Versicherungsvermittler“ die Erwerbsgrundlage verloren, heißt es in den Untersuchungsergebnissen.

Eine Bürgerversicherung würde die Privatkrankenversicherung (PKV) zum Auslaufmodell machen, so Robert Paquet, Autor der Studie. Aus diesem Grund wären auch die weiteren 35.000 Arbeitsplätze gefährdet, die an der PKV-Vollversicherung hängten. Die Bürgerversicherung stellte die Arbeitsplätze von rund 60.000 Arbeitnehmern in Frage, so Paquet.

Die Motivation für die Einführung einer Bürgerversicherung liegt darin begründet, dass sich SPD, Grünen und LINKE für die Abschaffung einer „Zwei-Klassen-Medizin“ aussprechen und die gleichen Leistungen für alle Versicherten einfordern. Als Grundlage für die monatlichen Beiträge soll die Höhe des Einkommens angesetzt werden.

Das „Schreckens-Szenario“ einer Bürgerversicherung hat nur einen Haken
Schon bald nach der Präsentation des „fertig gestellten“ aber bisher noch nicht veröffentlichten Berichts meldete sich die Hans-Böckler-Stiftung zu Wort und hakte ein. Demnach wäre die Darstellung, einer durch die Hans-Böckler-Stiftung geförderte und abgeschlossene Untersuchung schlicht falsch.

Bisher wären noch gar keine belastbaren Ergebnisse verfügbar, da es sich um ein noch laufendes Projekt handelte, so die Stiftung. Es läge nur ein Entwurf für die Expertise vor. Dieser Entwurf würde an den Autor (ein externer Experte) zurück gegeben worden sein, da die von der Stiftung geforderte wissenschaftliche Aufarbeitung und deren Standards noch nicht erreicht wurden, so die Erklärung.

Das Thema wäre hochkomplex und die erforderlichen Daten wären nur schwer zugänglich. Jedoch werde die Hans-Böckler-Stiftung „wie bei jedem anderen Forschungsprojekt auch“, die Ergebnisse veröffentlichen, nach dem Abschluss der Untersuchungen.

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