Trotz höhere Beiträge: Zuzahlung für Arzneimittel steigt an

Arzneimittelkosten-


Kassenpatienten müssen für Arzneimittel immer mehr Eigenleistungen erbringen. Höhere Abzüge vom Brutto-Lohn durch Zusatzbeiträge resultieren in höhere Ausgaben vom übrig gebliebenen Netto-Lohn.

Arzneimittelkosten

Die Arzneimittel ohne Zuzahlungspflicht sind eine aussterbende Spezies

Pharma-Lobby weist die Schuld den Krankenkassen zu

Der Zusatzbeitrag für die Mitglieder der Krankenkassen ist offensichtlich nicht ausreichend, um die stets steigenden Gesundheitskosten ausreichend zu decken. Höhere Abzüge auf dem Lohnzettel resultieren nicht in Entlastungen bei der angewandten Gesundheitsversorgung, sondern in Mehrausgaben für Medikamente und Arzneimittel.

Die Summe der von den gesetzlich Krankenversicherten selbst aufgebrachten Leistungen für die Medikamentenversorgung betrug im Jahr 2015 mehr als 2 Milliarden Euro. Gleichzeitig sind immer mehr zuzahlungsfreie Medikamente aus den Regalen der Apotheken verschwunden. Das Marktforschungsinstitut IMS Health stellte fest, dass Patienten für Medikamente immer mehr aus der eigenen Tasche berappen müssen, wie Bild (Montag) berichtet. Die Eigenleistungen der Patienten stiegen in den vergangenen vier Jahren um beinahe 300 Millionen auf 2.085 Millionen Euro an.

Die Anzahl der Arzneimittel, für die der Patient keine Zuzahlungen aus eigener Tasche leisten muss, hat sich im gleichen Zeitraum annähernd halbiert. Vor vier Jahren standen noch 7116 zuzahlungsfreie Arzneien zur Verfügung. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 3889 Gesundheitsprodukte. Kordula Schulz-Asche, Gesundheitsexpertin der Grünen, kritisierte die Praxis der Krankenkassen. Diese dürfen „nicht zu Lasten der Ärmsten sparen“, so die Gründen-Politikerin zur Bild. Vor allem Menschen mit geringem Einkommen seien von den Zuzahlungen für Medikamente besonders hart betroffen.

Das Problem liege vor allem bei den Krankenkassen, so der Vorwurf des Geschäftsführers des Pharmaverbandes Progenerika Bork Bretthauser. Die Krankenkassen senkten die Festbeträge derart, dass für zuzahlungsfreie Arzneimittel kaum noch Spielraum bliebe. „Die Krankenkassen missachten damit den Willen des Gesetzgebers“, so Bretthauser zum Blatt.

Die Bundesregierung führte den Zusatzbeitrag für gesetzlich Versicherte zu Beginn 2015 ein und rückte den für Kassenpatienten „vorteilhaften“ Wettbewerbsdruck hervor. Die Krankenkassen seien nun dazu gezwungen, wirtschaftlicher zu handeln. Die dadurch erzielten Einsparungen kämen den gesetzlich Versicherten zugute. Fakt ist jedoch, dass zu Beginn 2016 die große Mehrheit der Krankenkassen teils erhebliche Anhebungen bei den Zusatzbeiträgen vornahmen. Die Bundesregierung konkretisierte darüber hinaus nicht die Ansätze für Kosteneinsparungen. Das Absenken der Regelsätze scheint für die Gesetzlichen der bequemere Weg zu sein, als den Filz der Bürokratie wirksam zu entflechten.

Dem Kassenpatienten bleiben nicht viele Auswegsmöglichkeiten

Den Kassenpatienten bleibt im Grunde nichts anderes übrig, als sich nach einer Krankenkasse umzusehen, die entweder erweiterte Leistungen im Bereich Arzneimittelversorgung anbietet, oder (noch) Zurückhaltung bei der Erhebung der Zusatzbeiträge zeigt. Der Wechsel der Krankenkasse ist einfacher als oft angenommen.

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