Sind Hilferufe nach mehr Ärzten Panikmache? IW Köln sagt indirekt Ja

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Den gefürchteten Mangel an Humanmedizinern wird es die nächsten 12 Jahre nicht geben. IW Köln zeigt in einer Studie auf, dass die oft zitierte Abwanderung und ein resultierender Ärztemangel bis ins Jahr 2025 kaum zutreffen werden.

Ärztemangel

IW Köln hat die abgehenden und kommenden Ärzte gegeneinander aufgerechnet

Deutschlands Ärztedichte befindet sich auf Spitzen-Niveau

Ein Leiden plagt den Tagesablauf, aber ein Arzt ist weit und breit nicht in Sicht. Es „mangelte“ an Humanmedizinern und die Patienten müssten sich auf längere Wartezeiten in den immer weiter entfernten Praxen einstellen. Die große „Abwanderungswelle“ von Medizinern ins Ausland scheint es aber nicht zu geben, geschweige eine deutliche Absenkung der Ärzteanzahl. Ein Mangel der ärztlichen Versorgung könne in lokaler Sicht durchaus entstehen, jedoch aus dem Grund einer bundesweit ungleichmäßigen Verteilung.

Kein Grund zur Panik, die Deutschen bräuchten sich über die ärztliche Versorgung zunächst keine Sorgen zu machen, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Bis ins Jahr 2025 sei von einem flächendeckenden Mangel an Ärzten nichts in Sicht. IW untersuchte die vorliegenden

Demnach werden in den kommenden Jahren rund 6.600 Ärzte pro Jahr aus dem gegenwärtigen Berufsleben ausscheiden. Gleichzeitig stehen jedoch pro Jahr rund 10.000 Absolventen der Humanmedizin parat. Darüber hinaus gebe es noch positive Einflüsse durch die Zuwanderung von Ärzten. In Deutschland sind lt. IW derzeit mindestens 31.000 Ärzte tätig, die ihre Ausbildung im Ausland erhielten. Dazu zählen auch die vielen deutschen Mediziner mit einem Medizinstudium und einer Zulassung außerhalb Deutschlands.

Im internationalen Vergleich bewegt sich Deutschlands Ärztedichte mit 3,84 Ärzten pro 1.000 Einwohner in der obersten Liga. Selbst die USA kommt auf einen Wert von lediglich 2,46 und Japan auf 2,21 Ärzte pro 1.000 Einwohner. Eine höhere Dichte an Humanmedizinern haben Spanien mit 4,1 und Österreich mit 4,83 Ärzten. Bis zum Jahr 2011 erhöhte sich die Zahl der in Deutschland tätigen Ärzte innerhalb 20 Jahre um rund 40 Prozent, bzw. um 92.000 (bei konstanter Bevölkerungszahl).

Engpässe könnten ab 2025 möglich sein

IW Köln geht von möglichen Ärzte-Engpässen erst ab dem Jahr 2025 aus. Die demografische Entwicklung würde zu diesem Zeitpunkt einen jährlichen Ersatz von rund 9.500 Ärzten erfordern. Die höhere Lebenserwartung der Menschen führte zu einem höheren Aufkommen von Krankheitsfällen. Die immer älter werdende Gesellschaft benötigte daher auch immer mehr Mediziner.

Eine Reaktion gegen diese mögliche Entwicklung wäre nach Ansicht des IW durch die Schaffung von höheren Kapazitäten an den Universitäten lösbar. Dazu müssten auch die Zulassungsverfahren für Medizin-Absolventen angepasst werden. Einen sehr positiven Aspekt für Deutschland sieht das Institut in den deutlich erleichterten Bedingungen für die Zuwanderung von Ärzten aus dem Ausland.

Ärzteflucht vollzieht sich eher vom Land zur Stadt

Aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) geht hervor, dass im Jahr 2000 rund 295.000, im Jahr 2005 311.000 und im Jahr 2009 ca. 326.000 Humanmediziner in Deutschland tätig waren. Der Begriff „Ärztemangel“ kann sich daher kaum auf die Gesamtzahl der aktiven Ärzte beziehen, sondern vielmehr auf die abgelegenen dörflichen Gebiete des Landes. Die Ärzteflucht ist vielmehr als eine Abwanderung vom Land in die Stadt zu verstehen.

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