Voraussichtliches Schrumpfen von Arztpraxen auf dem Land

Gesundheitsversorgung –


Die Zahl der Arztpraxen in ländlichen Gebieten wird voraussichtlich weiter abnehmen. Infrastruktur und berufliches Fortkommen für die eigene Familie haben bei der Standortwahl der Mediziner hohe Priorität.

Landhaus

Stereotype Landhausidylle scheint nicht für Arztpraxen zu gelten

Wohnort und Praxis sollten möglichst nah zusammen sein

Relativ schlechte Karten für die Bewohner des ländlichen Bereichs, um in vertretbarer Reichweite einen Hausarzt vorzufinden. Ärzte sind überwiegend daran interessiert, ihre Praxis in Ballungszentren zu führen und die Motivation für den Umzug aufs Land ist ziemlich gering. Viele bereits im Umland tätigen Mediziner werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Bis zum Jahr 2030 rund die Hälfte aller Hausärzte, so der PKV-Verband. Hier sei der ländliche Bereich besonders hart betroffen, da sich nur wenige Mediziner dazu bereit erklären, die laufende Praxis zu übernehmen. Insgesamt fehlten bundesweit ohnehin aktuell rund 10.000 Ärzte.

Der PKV-Verband wollte die Gründe für den allgemeinen Unmut der Mediziner herausfinden und beauftragte das Meinungsforschungsinstitut Civey zu einer Umfrage unter den Ärzten. Diese wurden zu neun Kriterien befragt, bei einer möglichen Mehrfachantwort. Demnach legen die Ärzte den größten Wert auf eine möglichst geringe Distanz zwischen Wohnort und der eigenen Praxis. Mit 35,1 Prozent mache mehr als ein Drittel aller befragten Ärzte den Arbeitsweg zum Hauptkriterium für die Standortentscheidung. Ein weiteres hohes Gewicht legten die Mediziner anteilig mit 19,1 Prozent in die beruflichen Chancen des Partners, gefolgt von den Bildungsmöglichkeiten für die eigenen Kinder (18,6 %). Für 18,3 Prozent spielt das urbane Umfeld eine große Rolle und 16,6 Prozent der befragten Mediziner bevorzugt die Nähe von Uni-Kliniken und Krankenhäusern.

Für den PKV-Verband ist dieses Umfrageergebnis ein Beleg für die falsche Annahme des SPD-Abgeordneten Karl Lauterbach, der den Ärztemangel auf dem Land mit der dort geringen Anzahl von Privatkrankenversicherten begründet. Lauterbach gehe davon aus, dass Ärzte für ihre Praxen die Stadtregion bevorzugten, da hier die höhere Dichte von Privatversicherten vorzufinden sei. Dies verspreche höhere Einnahmen für die Praxis.

Die Zahl der Privatversicherten spiele aber für 83,6 Prozent der Ärzte im Bundesgebiet überhaupt keine Rolle, so der PKV-Verband, und begründet dies mit dem Ergebnis der Auswertungen des PKV-Regionalatlas für Hessen und Saarland. Hier zeige sich, dass die Privatversicherten speziell in ländlichen Regionen zum Einkommen und somit zur Weiterexistenz der Arztpraxen überdurchschnittlich betragen.

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