Unisex Privatkrankenversicherung für Männer deutlich teurer

Privatkrankenversicherung Unisex-


Die Unisex-Umstellung wird den Gang zur Privatkrankenversicherung besonders für Männer erschweren. Die Aufnahmekriterien bleiben in diesem Zusammenhang zwar unberührt, aber die Beiträge werden für das männliche Geschlecht deutlich ansteigen. Frauen können vom Unisex-Reglement in der PKV als Neueinsteiger profitieren, ihre Prämien werden nach unten korrigiert.

Innerhalb PKV noch vor Unisex-Umstellung Tarif wechseln

Unisex PKV
Unisex-PKV für Männer teurer
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

In weniger als drei Monaten wird es „kein Zurück“ mehr geben. Der Unisex-Termin steht längst zum 21.12.2012 fest. Die verbindliche Regelung, für Männer und Frauen geschlechterneutrale Versicherungstarife anzubieten, wird lediglich durch die „Rückabwicklungs-Angebote“ diverser Versicherer bis ca. Mitte 2013 überbrückt.

Das gilt aber nur für Verträge die noch vor dem Umstellungstermin abgeschlossen wurden (Überblick Unisex-Themen).

Alle Verträge die nach 21. Dezember unter Dach und Fach gebracht werden, sind den Unisex-Konditionen gebunden. Vor- und Nachteile zu den neuen Beiträgen ergeben sich je nach Versicherungssparte und dem Geschlecht des Versicherungsnehmers. Auf der einen Seite werden die Prämien deutlich sinken, aber gleichzeitig beim anderen Geschlecht noch viel deutlicher ansteigen.

Die „goldene Mitte“ bei der Neugestaltung der Unisex-Verträge wird offensichtlich verfehlt werden. Die Preisanstiege fallen weit höher aus, als die zu erwartenden Prämiensenkungen.

Noch vor Unisex Termin reagieren ist bei der PKV Trumpf

Bei der Privat Krankenversicherung sieht die Ausgangs- und Endlage klar aus. Für Männer werden die Prämien zur Privatkrankenversicherung merklich ansteigen, während Frauen nach der Umstellung weniger Beiträge für die Unisex-PKV aufbringen müssen. Bei einer geschlechterneutralen Tarifgestaltung haben Kriterien wie höhere Lebenserwartungen oder Schwangerschaften keinen Platz mehr.

Wer als Mann mit dem Gedanken spielt, noch fristgemäß in diesem Jahr in die PKV zu wechseln, sollte es unbedingt noch vor der Unisex-Umstellung erledigen. Dazu rät auch der PKV-Spezialist und gleichzeitiger Mitgründer von WIDGE.de, Ozan Sözeri. Er weist darauf hin, dass die alten Regelungen nur dann gelten können, wenn vor dem 21.12.12 der Wechsel in die Private vollzogen wird.

Zwar gelten nach den derzeitigen Regelungen die Unisex-Spezifikationen nur für Neukunden, aber Sözeri zeigt sich dennoch skeptisch, „wie lange hat diese Aussage Gültigkeit?“.

Sollten PKV-Tarife von Bestandskunden einst geschlechterneutral umfirmiert werden, müssten sich die Männer in der Privatkrankenversicherung auf bedeutend höhere Prämien einstellen.

Interner Tarifwechsel für größeren finanziellen Puffer
Aus diesem Grund rät der Gründer von WIDGE.de den Männern zu einem gesellschaftsinternen Tarifwechsel, noch vor der Umstellung lt. Unisex-Regelungen. „Bis zu 40 Prozent Einsparungen sind möglich“, so Sözeri. Sollten die Beiträge durch eine nachträgliche Anpassung deutlich angehoben werden, stünden die Versicherten in einer wesentlich besseren Ausgangssituation.

Ein Wechsel in der Gesellschaft in einen modernen Tarif bedeutet in aller Regel geringere Kosten bei gleichzeitigem Erhalt des Leistungsspektrums. Altersrücklagen können dabei verlustfrei angerechnet werden.

Direkt zu den PKV-Spezialistenwidge.de      Weitere Infos zu WIDGE.dewidge PKV

5 Gedanken zu „Unisex Privatkrankenversicherung für Männer deutlich teurer

  • 15. Oktober 2012 um 11:03
    Permalink

    Bis schlussendlich die Beitragssätze ersichtlich sind, wird es bestimmt noch dauern. Umso besser, wenn die eigene Versicherungsgesellschaft eine Umstellung anbietet, dass im Falle einer Besserstellung ein Altvertrag auf ein Unisex-Vertrag umgeschrieben wird.

  • 14. Oktober 2012 um 13:06
    Permalink

    Vielen Dank für die wertvollen Hinweise.
    Möge man es so hinstellen, dass die „widrigen Marktverhältnisse“, die eine Korrektur des Rechnungszins erfordern, als eine „willkommene Gelegenheit“ genutzt werden, um die vermeintlich vergünstigten Unisex-Tarife für Frauen zu kompensieren. Im Fall der Altersrücklagen brauchen die Gesellschaften keine Gratwanderung zwischen „erzwungener Tarifgestaltung“ und „dargestellter Grundkapital-Stärke“ einzugehen, zu der offenbar die Lebensversicherer für die Altersvorsorge genötigt sind.

  • 12. Oktober 2012 um 17:44
    Permalink

    Hallo Herr Dürr,

    Die privaten Krankenversicherer haben kein Interesse, die Beiträge für Frauen in den Unisextarifen günstiger als in den derzeit noch gültigen geschlechtsabhängig kalkulierten PKV-Tarifen zu gestalten. Damit soll verhindert werden, das Frauen aus den derzeitigen Bestandstarifen der PKV-Versicherer in die neuen Unisextarife wechseln. Dies würde zu einer unkalkulierbaren Entmischung der Frauentarife bei den privaten Krankenversicherungen führen. Somit werden die Unisextarife der privaten Krankenversicherer von vorneherein so kalkuliert, dass diese für Frauen nicht günstiger sein werden. Als Begründung für die hohen Beiträge der Unisextarife wird eine bereits einkalkulierte Absenkung des Rechnungszinses, sowie ein Risikozuschlag aufgrund mangelnder Erfahrungswerte bei der Kalkulation dieser Tarife angeführt. So kann man es eben auch darstellen.

  • 9. Oktober 2012 um 12:33
    Permalink

    Von welchem Standpunkt kann abgeleitet werden, dass Unisex-PKV auch für Frauen teurer werden? Wäre sehr interessant zu wissen, da dies dann doch im Widerspruch anderer Aussagen, gemäß „Mittelweg“, stünde. Damit würde die Private wohl eine Sonderstellung einnehmen?

  • 8. Oktober 2012 um 11:18
    Permalink

    In Bezug auf die private Krankenversicherung halten sich die PKV Versicherer mit der Bekanntgabe der Beiträge zu den PKV-Unisextarifen noch zurück. Diese werden wohl erst kurz vor Einführung der neuen PKV-Unisextarife bekannt gegeben. Jedoch ist so gut wie sicher, dass die PKV-Beiträge sowohl für Männer als auch für Frauen teurer werden. Langjährig privat Krankenversicherte sollten sich auf gar keinen Fall zu einem PKV Tarifwechsel in die neuen Unisextarife überreden lassen. Durch eine Ergänzung im entsprechenden Paragraphen im Versicherungsvertragsgesetz zum Tarifwechselrecht(204VVG), wird bei einem Wechsel in einen der neuen PKV-Unisextarife eine Rückkehr in die jetzt noch gültigen, geschlechtunabhängig kalkulierten PKV-Tarife nicht mehr möglich sein.

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.