Unisex PKV: Leistungen Psychotherapie nach wie vor unter Niveau

Test Unisex-PKV-


Die Preis-Neutralisierung lt. Unisex-Vorgaben bei den PKV-Verträgen zwischen Frauen und Männern fand bereits statt. Die Gesellschaften drehten an der Preisschraube ebenso wie am Leistungsumfang der Krankenvollversicherung sowie den einzelnen Tarifstufen. Offenbar wollte man das mögliche Potenzial aber nicht ausschöpfen.

Leistungen im Segment Psychotherapie nach wie vor stiefmütterlich

PKV Unisex
Umstellung PKV auf Unisex nur halbherzig?

Die Umstellung der bisher geschlechterspezifischen Versicherungspolicen (Bisex) in die geschlechterneutralen Unisex-Tarife zum 21.12.12. hat die Versicherungslandschaft in weiten Bereichen einschneidend verändert. Je nach Versicherungssparte und Geschlecht des Versicherungsnehmers bringen Neuverträge teils erheblich höhere oder eben auch moderat gesenkte Beiträge mit sich. Wer als Verbraucher in erster Linie die monatlichen Beitragszahlungen einer neuen Unisex-Variante im Blickfeld hatte, wird womöglich mit dem zweiten Blick die Unterschiede der angebotenen Leistungen in Betracht gezogen haben. Das gilt besonders für die Privatkrankenversicherung (PKV), deren Leistungsumfang und Kosten in weiten Bereichen steuerbar sind.

Die Rating-Agentur ASSEKURATA hat die Differenzen zwischen den herkömmlichen Bisex- und den neu angebotenen Unisex-Tarifen in der PKV genauer unter die Lupe genommen. Untersucht wurde die gesamte Palette der Vollversicherungstarife von 25 Gesellschaften sowie geläufige Segmente der Leistungsstufen Einsteiger-, Komfort- und Luxus-Schutz. Insgesamt wertete ASSEKURATA 51 Unisex-Tarife aus.

Eines der Hauptargumente die gegenüber einer gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für eine Privatversicherung immer wieder Anwendung findet, ist der höhere Leistungsumfang für den Privatpatienten. Das scheint jedoch nicht für die Bereiche der ambulanten Psychotherapie, Entziehungsmaßnahmen sowie offener Hilfskatalog zu gelten. Die bisher häufig kritisierten Leistungen der PKV, die nicht über den Regelsätzen einer Gesetzlichen hinaus kamen, sollten mit dem Wechsel von den Bi- zu den Unisex-Tarifen aus der Welt geschafft werden.

Umsetzung gesteigerter PKV-Leistungen nicht vollständig
Die Studie der Ratingagentur hatte durchaus Änderungen in diesen Leistungssegmenten festgestellt, jedoch scheint das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft zu sein. Guido Leber, Bereichsleiter der PKV-Analyse, sieht an diesem Punkt „nach wie vor Luft nach oben“. Aus den Untersuchungen ginge hervor, dass sich eine Mehrzahl der analysierten Tarife im Bereich Psychotherapie nach wie vor unter dem Leistungsniveau einer GKV befände.

Dennoch scheinen die nur zögerlichen Leistungsaufstockungen in der Sparte Psychotherapie nicht das allgemeine Bild widerzuspiegeln. Guido Leber betonte, dass in den drei Tarifsegmenten (Einsteiger, Komfort, Luxus) durchaus breitflächige Leistungsanhebungen vorgenommen wurden. Jedoch wurde offenbar am Umfang der Umsetzungen etwas „gegeizt“, denn das auch nur annähernde Heranreichen der zugrunde gelegten Anforderungen scheint nur eine Ausnahmeerscheinung zu sein.

Nach wie vor wären prozentuale Eigenbeteiligungen bei der Psychotherapie ein Standard, so Leber. Einfache Ausführungen und prozentuale Eigenbeteiligungen an den Hilfsmitteln würden sich auch in den Hilfsmittelkatalogen der Einsteigerprodukte wiederfinden.

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