Säumige Privatversicherte: Geplanter PKV Notfall-Tarif schlechte Lösung?

Notfall-Tarif PKV-


Mit der geplanten Einführung eines sogenannten PKV- Nichtzahlertarifs soll dem anwachsenden Schuldenberg säumiger Beitragszahler entgegen gewirkt werden. Zahlreiche PKV-Versicherte sind ihren Versicherten aus Gründen der Zahlungsunfähigkeit bereits mehr als eine halbe Milliarde Euro an Beiträgen schuldig. Die Vorteile eines alternativen Not-Tarifs scheinen jedoch zu kurzfristig angesetzt zu sein.

Notfalltarif lediglich für Notfall-Leistungen bedacht

PKV-Notfalltarif
PKV Nichtzahler-Tarif offenbar nur am Ansatz gut

Rund eine halbe Milliarden Euro beträgt die Beitragslücke, die lt. PKV-Verband bisher von säumigen Privatversicherten hinterlassen wurde. Dennoch handelt es sich nicht um ein neues sondern vielmehr um ein verstärktes Phänomen innerhalb der Privatkrankenversicherung. Der PKV-Verband beziffert die Anzahl der privat Versicherten auf inzwischen 150.000, die nicht mehr in der Lage sind, die monatlichen Beiträge entrichten zu können.

Der Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat sich diesem Problem angenommen und will nun mit der veranlassten Ausarbeitung eines Gesetzentwurfs für Abhilfe schaffen. Demnach soll ein spezieller PKV-Nichtzahlertarif eingeführt und der entsprechende Gesetzentwurf noch vor der im Herbst kommenden Bundestagswahl verabschiedet werden.

Automatischer Übertritt in Nichtzahler-Tarif ab 3 ausgefallenen Monatsbeiträgen
Eine Beitragsbefreiung oder gar der Erlass der bisherigen Beitragsschulden ist nicht vorgesehen. Um die inzwischen auf mehr als 500 Millionen Euro angesammelten Ausständen nicht noch mehr anwachsen zu lassen, soll der Privatversicherte nach dem Ausbleiben des dritten Monatsbeitrags automatisch von seinem bisherigen Tarif in den sog. Nichtzahlertarif umgestellt werden. Mit einem monatlichen Beitrag von rund 100,- Euro sollen jedoch nur Basis-Leistungen enthalten sein, die nur ärztliche Behandlungen bei akuten Schmerzen sowie Erkrankungen zulassen. Darüber hinaus würden Frauen bei Schwangerschaft die Grundversorgung erhalten.

Akute Hilfe aber dennoch zu kurzfristig gedacht
Am Ende wird sich der betroffene Versicherte dennoch mit großen finanziellen Belastungen wiederfinden, wenn neben den Basisleistungen größere Behandlungen oder Therapien anstünden, auch wenn der „Notfalltarif“ zumindest am Anfang als eine gute Lösung erscheinen mag, erklärte Ozan Sözeri, Geschäftsführer des unabhängigen Verbraucherschutzportals WIDGE.de. Ausschlaggebend wäre, dass bereits der schon existierende Basistarif eine gute Lösung sei und deshalb wie der geplante Nichtzahlertarif keine guten Alternativen darstellten. Der PKV-Basistarif würde zu überteuerten Preisen schlechte Leistungen bieten und der geplante Nichtzahler-Tarif nur im äußersten Notfall greifen, so Sözeri.

Für langjährig Versicherte bietet sich bessere Alternative
Kunden sollten sich aus diesem Grund noch vor dem Vertragsabschluss genau informieren und auch die zukünftig sicher eintreffenden Beitragsanhebungen mit einkalkulieren, rät der Verbraucherschützer. Ein großes Einsparpotenzial von bis zu 270,- Euro pro Monat findet sich bereits in einem einfachen Tarifwechsels innerhalb der Versicherungsgesellschaft. Besonders Kunden, die bereits über einen längeren Zeitraum privat versichert sind und unerwartet in eine finanzielle Schieflage geraten, würden durch den internen Wechsel ein identisches Leistungsniveau bei gleichzeitig reduzierten Beiträgen erreichen können, so Sözeri.


PKV Tarifwechsel

Tarifometer24.com – Tarife – News – Meinungen

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