Dienstag, den 20. November 2018

Immer mehr PKV-Kunden rutschen in Notlagen-Tarif ab

Privatkrankenversicherungen


Die Zahl der Privatversicherten in einem Standard- oder Basistarif stieg in den vergangenen Jahren weiter an. Zusätzlich rutschten immer mehr Kunden einer Privatkrankenversicherung (PKV) in den sog. Notlagen-Tarif ab.

Mehr als 106.000 Kunden im Notlagen-Tarif

Arzneimittelkosten

Für immer mehr wird PKV zu teuer

Wenn Privatkrankenversicherte in die finanzielle Notlage geraten, können die in der Regel steigenden Versicherungsbeiträge im vereinbarten Tarif oft nicht mehr gestemmt werden. Einen Ausweg bietet u.a. der Notlagentarif einer Privatkrankenversicherung. Der günstige Einstieg in die Privatkrankenversicherung soll mit einem PKV-Basistarif gelingen. Die Beiträge für diese „abgespeckte“ Variante sind deutlich geringer als bei den PKV-Tarifen mit Standard- oder Komfort-Leistungen. Doch Privatversicherte können nicht mit Gesundheitsleistungen rechnen, die über den Leistungsumfang einer gesetzlichen Krankenversicherung hinausragen. Das gilt insbesondere für den PKV-Notlagentarif aufgrund offen stehender Beiträge. Hier stehen dem Patienten in der Regel nur Leistungen in akuten Fällen zu.

Im Bundesgebiet steigt die Anzahl der Privatversicherten im Notlagen- bzs. Basistarif immer weiter an. Im Jahr 2013 rutschten noch rund 93.600 Privatversicherte in den Notlagentarif ab. Bis Ende 2017 stieg deren Zahl auf rund 106.200 Versicherte an, so die Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken, so das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Einen Anstieg gab es auch bei der Anzahl der Privatversicherten in einem Standard- oder Basistarif. Während für Standard-Tarife noch einigermaßen solide Leistungen gelten, stehen dem Patienten im Basis-Tarif oft weniger Leistungen zur Verfügung als dem Kassenpatienten. Die Zahl der Basis-Versicherten stieg nach Angaben des Ministeriums in den Jahren 2009 bis 2013 um 17.900 auf 31.400 Kunden an. Im Standardtarif waren demnach bis Ende 2017 rund 50.200 Kunden (38.400 im Jahr 2009).



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