Diskussionen um Zukunft der Privatkrankenversicherung

Zukunft der PKV-


Kontroverse Diskussionen um eine Abschaffung oder dem Erhalt des zweigliedrigen Modells der Krankenversicherungen begleiten seit Monaten die Branche der Privatversicherer. Gegner und Befürworter einer „Krankenversicherungs-Fusion“ debattieren über die Gründe des aufgebauten Misstrauens und deren Beseitigung. Dennoch hält Widge.de die Abschaffung der PKV für unrealistisch.

„Zu hohe Beiträge lassen an Zukunft der PKV zweifeln“

Privatkrankenversicherer
PKV in der Krise?
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Die seit Monaten andauernden Diskussionen um die in Deutschland zweigleisig gehandhabte Krankenversicherung fanden mit dem 4. Bundeskongress Privatmedizin in Köln einen erneuten Höhepunkt.

Die Lager zwischen den Befürwortern einer Zusammenschließung
der bisher getrennten Privatkrankenversicherung und gesetzliche Krankenversicherung und deren Gegnern führten offenbar eine kontroverse Debatte um die Zukunft der PKV. Nicht zuletzt wurde der Kongress unter das Leitthema „Ein einheitlicher Versicherungsmarkt – das Ende der PKV?“ abgehalten.

Den auslösenden Grund für diese Debatten sieht Ozan Sözeri, Gründer des Verbraucherschutzportals Widge.de, in den „horrenden Beitragserhöhungen“. Angesichts der gestiegenen Prämien könne man zu Recht an der Zukunft der Privatkrankenversicherung zweifeln. Dennoch hält Sözeri die Abschaffung der PKV für unrealistisch. „Eine Auflösung würde von einer Flut an Arbeitslosen und enorm steigenden Sozialausgaben begleitet, die selbst die Politik nicht billigen würde“, so der Verbraucherschützer.

Der Schritt würde einer Enteignung gleichkommen, erklärte der Gründer Widge.de. Letztendlich ginge es um das Geld, welches die Versicherten über Jahre hinweg als ihre Alterungsrückstellungen einzahlten, um die zukünftigen Prämien im hohen Alter gering zu halten. „Diese Rücklagen wären dann genau so weg, wie auch der Anspruch auf eigentlich bezahlte Mehrleistungen“, so Sözeri.

Der PKV mangelt es an unabhängigen Kontrollinstanzen und ausreichender Transparenz
Der Verbraucherschützer sieht die Politik in besonderem Maß in die Pflicht genommen. Notwendig wären staatliche Prüfmechanismen, die die Versicherungskonzerne zu einer seriösen Tarifkalkulation bewegten, so Sözeri. Nur über diesen Weg können die Versicherten geschützt und das „erschütterte Vertrauen“ wieder hergestellt werden.

Für Widge.de hätten einzelne Versicherungsunternehmen das Misstrauen besonders gefördert, indem sich ihre Manager auf kurzfristige Gewinnmaximierungen konzentrierten, statt den Blick auf nachhaltige Kalkulationen zu richten. „Nur wenn auch die letzte Versicherungsgesellschaft endlich die Beitragserhöhungen für ihre Bestandskunden veröffentlicht, kann man von Transparenz im Sinne der Verbraucher sprechen“, so der Sözeri.

Informationen zu WIDGE.deVerbraucherschutzportal

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