Beiträge PKV 2013: Erhöhungen zwischen Unisex und Rechnungszins

PKV Unisex-


Die Privatkrankenversicherer sind sehr zurückhaltend mit verbindlichen Aussagen, in welchem Umfang die Beitragsänderungen nach der Umstellung auf die geschlechterneutralen PKV-Tarife vorgenommen werden. Zu Debatte stehen neben den Unisex-Anpassungen auch neue Kalkulationsgrundlagen mit reduziertem Rechnungszins. Außer Frage steht jedoch, dass ab 2013 die Prämien für Vollversicherte deutlich nach oben tendieren werden.

Männer dürfen nach der Umstellung tiefer in die Tasche greifen

Unisex-PKV
Umstrittene Unisex-Einflüsse
Bild: Barbara Helgason - Fotolia.com

Der Umstellungstermin zu den Unisex-Regelungen für Versicherungspolicen am 21. Dezember 2012 rückt immer näher und entfacht eine erneute Diskussion zu den künftigen Änderungen der Beiträge für die Privatkrankenversicherung (PKV).

Infrage werden besonders die Verteuerungen, bzw. vermeintlichen Vergünstigungen für zukünftige Neukunden gestellt und ob sich grundsätzlich eine Prämienveränderungen bei Bestandskunden einstellen wird. In der Privatkrankenversicherung für Männer scheint die Richtung der Prämienveränderungen nach der Unisex-Umstellung klar nach oben zu zeigen. Bei Frauen soll sich zu den PKV-Beiträgen eine Abwärtstendenz einstellen.

Eine offenbar klare Ansage zu den neuen Tarifen kommt von der Hallesche Krankenversicherung. „Unisex wird sich bei den Frauen plus/minus null auswirken“, so Vorstand Wiltrud Pekarek zur Financial Times (Ftd.de) (Dienstag), und fügte hinzu, dass es bei den Männern zu um 20 Prozent höheren Prämien für die PKV kommen werde.

Der gleiche Krankenversicherer gab auch an, dass bei den Bestandskunden die Prämien in der Vollversicherung 2013 im Schnitt um 6,5 Prozent ansteigen werden.

Der Chef der Hallesche Krankenversicherung, Walter Botermann, erklärte der FTD, dass die von Spiegel Online angekündigten „massiven Beitragserhöhungen“ sehr fragwürdig seien und nicht nachvollzogen werden könnten.

Demnach würden lt. dem Magazin die PKV-Beiträge für Neukunden nach der Unisex-Umstellung um bis zu 41 Prozent angehoben. Dies werde jedoch vom PKV-Verband zurückgewiesen. Der Geschäftsführer Stefan Reker wies darauf hin, dass sich für den größten Teil der Privatkrankenversicherten im Jahr 2013 keine oder nur geringfügige Beitragsanpassungen zukämen. Darüber hinaus würden in diesem Artikel die Prämien für die zukünftigen Unisex-Tarife mit vermeintlichen Beitragserhöhungen im Bestand auf „eine absurde Art und Weise vermischt“, so Reker in der FTD.

Von Beginn an müssten die Krankenversicherer vorsichtig kalkulieren, um Beitragssprünge bei den Versicherten zu einem späteren Zeitpunkt zu vermeiden, erklärte Botermann der FTD und lenkte ein, „wir haben nie behauptet, dass Unisex für irgendwen günstig ist“.

Mehr Beitragspuffer durch niedrig angesetzten Rechnungszins
Die Hallesche Krankenversicherung berücksichtigt bei der Kalkulation der neuen PKV-Tarife einen Rechnungszins von 2,5 Prozent. Damit für das angesparte Kapital zur Alterungsrückstellung eine ausreichende Verfügbarkeit sichergestellt werden kann, werden nach Absinken des Rechnungszinses die Beiträge entsprechend nach oben angepasst. Derzeit liegt der Zinssatz seit Jahren unverändert bei 3,5 Prozent, wird aber aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Situation bereits infrage gestellt. In der Diskussion steht eine Absenkung auf 2,75 Prozent. Die meisten Krankenversicherer werden den Rechnungszins auch absenken, so Botermann zur FTD, denn „wer weiter mit 3,5 Prozent kalkuliert, der verkauft seinen Kunden von Anfang an eine Beitragserhöhung“.

Nach der Umstellung auf Unisex am 21.12.2012 werde die Hallesche mit einem Zinssatz in Höhe von 2,5 Prozent kalkulieren, erklärte Botermann und fügte hinzu, „die 0,25 Prozentpunkte weniger machen zwischen sechs und acht Euro im Monat aus.“ Darüber hinaus ginge er davon aus, dass die Beitragsanhebung in dieser Größenordnung nur wenige Kunden beeinflussen wird. Ein Wettbewerbsnachteil aufgrund von sechs bis acht Euro würde von der Hallesche in Kauf genommen werden.

Noch „zu viel Nebel“ für eine klare Sicht der PKV-Entwicklung

Die Sichtweise ist vordergründig die eines Krankenversicherers, der größtes Interesse darin hat, die Wogen in der Unisex-Diskussion zu glätten. Jedoch von deutlichen Preisanstiegen in der PKV-Vollversicherung gehen auch unabhängige Experten aus, die aufgrund ihrer Tätigkeit tief in der „PKV-Materie“ drinnen stecken.

Darüber hinaus wies auch das auf Privatkrankenversicherungen spezialisierte Verbraucherschutzportal Widge.de darauf hin, dass den Fantasien von
umgelegten Prämienanhebungen“ kaum Grenzen gesetzt sind.


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