Zuwanderung für Pflegekräfte: Konflikte am Arbeitsplatz

Arbeitsmigration –


Immer mehr Pflegekräfte stammen aus dem Ausland. Die Zuwanderung sorgt nicht nur für ein niedrigeres Lohn-Niveau, sondern auch für handfeste Konflikte am Arbeitsplatz.

Konflikte

Konflikte zwischen Pflegekräften können Pflegebedürftige am wenigsten gebrauchen

Anwerbeaktionen für Pflegekräfte aus den Philippinen

Mangel bei den Pflegekräften und wer einen Pflegeberuf ausübt, erhält in der Regel einen unangemessen niedrigen Lohn. So ist es auch keine Überraschung, wenn Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäuser immer mehr Pflegepersonal mit einem Abschluss im Ausland einstellen. Diese dürften sich in der Regel mit einem niedrigeren Lohn zufriedengeben und dabei gleichzeitig, wenn auch ungewollt, den entsprechenden Druck auf die einheimischen Pflegekräfte ausüben. Zwischen den Jahren 2012 und 2017 stieg die Zahl der Fachkräfte für Gesundheits- und Krankenpflege, die jährlich aus dem Ausland ins Bundesgebiet kommen, von 1.500 auf 8.800 an. Fast das Sechsfache, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Der größte Teil der zugewanderten Pflegekräfte stamme aus ost- und südeuropäischen Ländern außerhalb der EU oder von den Philippinen.

Der Schwerpunkt der Studie lag jedoch nicht in der Höhe der Löhne bzw. Gehälter, sondern vielmehr in den Unterschieden zwischen den Ausbildungen und den gewohnten Arbeitseinteilungen. Dies resultiere sehr oft in Differenzen und Missverständnissen im Arbeitsalltag. Dies sei ein Potenzial für größere Konflikte während der ohnehin schon verschärften Arbeitsbedingungen. Nach wie vor kommen die meisten Pflegekräfte aus der europäischen Nachbarschaft, darunter Kroatien, Polen, Rumänien und Ungarn. Zu den wichtigsten Drittstaaten zählten Albanien, Bosnien-Herzegowina und Serbien. Zwischen der Bundesrepublik und Philippinen bestehe ein Abwerbeabkommen. Die Neueinstellungen resultierten daher aus gezielten Anwerbeaktionen über die auf den Philippinen tätigen Agenturen.

Deutsch als Arbeitssprache: „Hierachisierungsmittel“

Die an den Arbeitsplätzen auftretenden Probleme haben es allerdings in sich. Gemäß der Untersuchung sind zahlreiche Konflikte kultureller Natur. Nicht selten spitzten sich Konflikte zwischen „Einheimischen“ und „Ausländern“ stark zu. Befragte zugewanderte Pflegekräfte hätten das Gefühl „unter Wert“ arbeiten zu müssen und würden oft von Informationen ausgeschlossen. Die deutsche Sprache während der Arbeit werde als „Hierarchisierungsmittel“ eingesetzt. Betroffene fühlten sich oft in die Außenseiterposition gedrängt.

Lohndrückerei wohl auch im Pflegebereich ein Thema

Angesichts der jüngst von der Bundesagentur für Arbeit (BA) angegebenen Zahlen zu den teils horrend unterschiedlichen Entlohnungen für die gleiche Arbeit zwischen migrierten und einheimischen Arbeitnehmern, dürfte das Thema „Billig-Fachkraft“ auch im Pflegesektor ein hohes Gewicht haben.




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