Verwirrung um Beitragserhöhungen bei Privater Pflegeversicherung?

Pflegebeitragssatz 2019 –


Offenbar führte der vermeintlich geringe Anstieg des Beitragssatzes für die Soziale Pflegeversicherung um 0,5 Punkte ab 2019 und die enormen Aufschläge um 20 Prozent oder mehr bei den Privaten Pflegeversicherungen für Verwirrung. Unterm Strich kann es aber genau umgekehrt sein.

Abacus

Eine Praxis-Berechnung zeigt ein ganz anderes Ergebnis

Prozent und Prozentpunkte – Alles eine Frage der Perspektive

Wie man mit ein und demselben Umstand die Dramatik zuspitzen kann, indem lediglich eine andere Perspektive anhand unterschiedlicher Zahlen präsentiert wird, zeigt ein aktuelles Beispiel zur Anhebung der Beiträge für die Pflegeversicherung.

Offenbar waren zahlreiche Kunden einer privaten Pflegepflichtversicherung (PPV) über die Anhebung der Beitragssätze um 20 Prozent oder mehr derart schockiert, dass der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) mit einer Klarstellung und einer Beispielberechnung aufwartet.

Das vermeintliche Problem sind die augenscheinlichen Unterschiede

Dem Anstieg um rund 20 Prozent bei der PPV steht die Beitragserhöhung bei der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) um „nur“ 0,5 Prozentpunkte gegenüber. Ein krasser Unterschied, jedoch nur wenn lediglich die nominalen Zahlen betrachtet werden.

Dramatische Zahlen einmal anders betrachtet

Statistikberechnung
0,5 können mehr sein als 20

Eine Anhebung des Pflegebeitragssatzes bei der Privaten um 20 Prozent muss noch lange nicht deutlich mehr an den Geldbeutel gehen als die wenigen 0,5 Prozentpunkte bei der gesetzlichen Pflegeversicherung. Den Beitragssätzen beider Systeme werden lt. PKV unterschiedlich berechnet. Die Beitragshöhe bei der Sozialen Pflegeversicherung steht in Abhängigkeit mit dem persönlichen Abkommen. Der Beitragssatz steigt „lediglich“ um 0,5 Punkte von 2,55 auf 3,05 Prozent an. Für den Durchschnittsverdiener bedeutet dieser „kleine“ Schritt ein Anstieg von derzeit 80 Euro auf 99 Euro pro Monat. Unterm Strich ist dies ein Beitragsanstieg um 24 Prozent. Auf kinderlose Arbeitnehmer kommt ab 2019 eine Erhöhung von derzeit 88 auf 107 Euro zu. Dies entspricht einem Anstieg um 22 Prozent.

In der Privaten Pflegepflichtversicherung sind die Beitragssätze unabhängig vom Einkommen des Versicherten. Ausschlaggebend für die Beitragshöhen sind Gesundheitszustand und Alter des Versicherten. Von allen privat Versicherten, die mindestens fünf Jahre in der PPV versichert sind, zahlt niemand einen höheren Beitrag als der Höchstsatz bei der SPV, so der Verband. Im Jahr 2019 beträgt dieser Höchstsatz rund 138 Euro und ca. 149 Euro für Kinderlose.

Der PKV rechnet anhand eines realen Beispieles vor

Wer als Angestellter zu Beginn seiner Privaten Pflegeversicherung 35 Jahre alt war (heute 59 Jahre), zahlt ab dem 01. Januar 2019 einen Beitrag in Höhe von 54 Euro pro Monat. Der Anstieg gegenüber 2018 liegt bei 17 Euro.

In der gesetzlichen Pflegeversicherung müsste der Angestellte als Kinderloser ab 2019 rund 149 Euro bezahlen. Gegenüber dem Jahr 2018 ein Anstieg um 25 Euro.

Der Anstieg in der Privaten Pflegeversicherung entspricht einem Plus um 46 Prozent, in der Sozialen Pflegeversicherung um 20 Prozent (bzw. um 0,5 Prozentpunkte). Dennoch wird der Privatversicherte mit einem Zuschlag um 17 Euro weniger stärker belastet als der gesetzlich Versicherte mit 25 Euro Aufschlag.

(Die Berechnung setzt allerdings einen „Top-Verdiener“ voraus).

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