Pflegekosten steigen in Zukunft an – Betroffene zahlen mehr

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In der Zukunft werden Pflegebedürftige immer tiefer in die eigene Tasche greifen müssen, um die bereits stark angestiegenen Pflegekosten decken zu können. Der Pflegereport der Barmer GEK belegt den Trend zu den anwachsenden Belastungen in der Pflege eindeutig.

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Steigende Pflegekosten werden die Substanz der Betroffenen stärker angreifen

Steigende Pflegekosten gehen zu Lasten der Betroffenen

„Alles wird teurer“, eine Binsenweisheit und darüber hinaus auch im Bereich von rund 2 Prozent pro Jahr im Euroraum erwünscht. Warum sollte dann die Kosten für die Pflege eine Ausnahme darstellen? Besonders im Gesundheitsbereich sind Preissprünge nach oben, weit jenseits der durchschnittlichen Teuerungsrate keine Seltenheit. Bei den Koalitionsverhandlungen stand u.a. das Thema Pflegekosten im Mittelpunkt. Neben der Pflege-Definition „Demenz“ drehten sich de Verhandlungen auch um verbesserte Bedingungen für die Pflegekräfte. Damit rückt wieder die mögliche Finanzierung in den Vordergrund.

Nicht nur die Anzahl der Pflegefälle wird in der Zukunft dramatisch ansteigen, sondern auch die Kosten für jeden einzelnen Pflegefall. Gleichzeitig verlagert sich der Anteil der zu deckenden Kosten immer mehr auf die betroffenen Personen. Der finanzielle Aufwand erhöht sich für Pflegebedürftige somit überproportional. Eine von der neuen Bundesregierung geplante Anhebung des Pflegeversicherungsbeitrags um 0,5 Prozent wird nur einen Bruchteil der anfallenden Pflegekosten decken können.

Bereits im Jahr 2011 zahlten Pflegebedürftige in der Pflegestufe III über 1.800,- Euro selbst, pro Monat. Auf das Jahr gesehen summierten sich die Pflegekosten bei Männern auf 21.000,- Euro und bei Frauen sogar auf 45.000,- Euro pro Jahr. Diese Zahlen legt der aktuelle Pflegereport der Barmer GEK offen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen hat mit 2,5 Millionen Betroffenen in Deutschland eine neue Höchstmarke erreicht. Bis zum Jahr 2050 erwartet die Barmer GEK rund 4,5 Millionen Pflegebedürftige. Im gesamten Bundesgebiet werden bis 2030 rund 47 Prozent mehr Pflegefälle erwartet. In Zukunft wird voraussichtlich ein Anteil der stationären Pflegebehandlungen in Richtung ambulanter Pflege abwandern. Der Trend war laut Pflegereport 2013 bereits im Jahr 2012 zu erkennen. 23 Prozent der Pflegebedürftigen wurden demnach zu Hause von ambulanten Pflegediensten betreut. Ebenfalls ein neuer Spitzenwert. Gleichzeitig blieb jedoch der Anteil der Pflege im Heim bei rund 29 Prozent stabil.

Mit dem Pflegekostenanstieg wächst auch die Unterschätzung an

Die möglichen Belastungen durch einen Pflegefall in der Familie werden bereits heute weitgehend massiv unterschätzt. Die Kosten für jeden einzelnen Pflegebedürftigen werden mit Sicherheit ansteigen und die Schere zwischen dem „relativ gelassenen Bundesbürger“ und der Realität immer weiter öffnen.

Wer kalkuliert mit rund 45.000,- Euro Pflegekosten pro Jahr und geht davon aus, dass die staatliche Pflegeversicherung rund 3.750,- Euro pro Monat decken wird? 1.800 Euro pro Monat aus eigener Tasche ist die Realität und diese Zahlen besitzen lediglich Gültigkeit für die Gegenwart. Beträgt die zu erwartende Rente mindestens so viel (rund 45% des letzten Netto-Gehalts)? Wie lange reicht das angesparte Geldvermögen aus, wenn jährlich rund 21.600,- Euro für die Pflege verwendet werden muss? Ist überhaupt ein Vermögen vorhanden, oder soll die abgeschlossene private Altersvorsorge einer potenziellen „Zweck-Entfremdung“ ausgesetzt werden? Wenn alles nicht mehr reichen sollte, geht es an die Substanz der nächsten Angehörigen.

Die private Pflegeversicherung hat bereits heute den Stellenwert einer Alters-Rentenvorsorge erreicht. Doch es wird noch einen Zeitraum in Anspruch nehmen, bis sich die Notwendigkeit einer Pflegezusatzversicherung in den Köpfen der Bundesbürger als selbstverständlich gefestigt hat. Wie hoch die Beiträge für gewählte Pflegeleistungen sein können, erfahren Sie hier

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