Studie: Pflegebeitragssätze müssen deutlich ansteigen

Pflegekosten –


Die Pflegebeiträge müssen in Zukunft weiter deutlich ansteigen, damit die steigenden Kosten finanziert werden können. Ein Weg sei auch die zusätzliche Verwendung von Steuergeldern. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Bertelsmann-Stiftung beauftragte Studie.

Pflege in Familie

An Förderung der Pflege in der Familie wird nicht gedacht. Das wäre Anti-Neoliberal

Nach Zuschlag Pflegebeitrag 2019 müssen weitere folgen

Die Beitragssätze für die gesetzliche Pflegeversicherung sind zu Beginn 2019 um 0,5 Prozentpunkte angehoben worden. Für Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber gilt ein Beitragssatz von 3,05 Prozent des Bruttolohns. Der Pflegebeitrag wird hälftig aufgeteilt. Für Arbeitnehmer ohne Kinder gilt ein um 0,25 Punkte höherer Pflegebeitragssatz.

Damit ist das Ende der Fahnenstange aber noch längst nicht erreicht. Eine von der Bertelsmann Stiftung beauftragten Studie kam zu einem nicht überraschenden Ergebnis. Die Pflege-Beitragssätze werden schon in naher Zukunft weiter ansteigen und zwar voraussichtlich binnen der nächsten sechs Jahre. Damit die Kosten gedeckt werden können, sei zwischen den Jahren 2025 und 2045 ein Beitragssatz von mind. 4,25 Prozent notwendig, wie Süddeutsche Zeitung (SZ) (Mittwoch) berichtet. Die Studie wurde vom Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos vorgenommen.

Rund 5 Millionen Pflegebedürftige im Jahr 2045 erwartet

Die Prognos-Forscher gehen demnach davon aus, dass im Jahr 2045 fünf Millionen Menschen im Bundesgebiet pflegebedürftig sein werden. Im Jahr 2017 wurden 3,3 Millionen Menschen in Pflege gezählt. Bei einem aktuellen Durchschnittseinkommen von 3.771 Euro brutto müssten pro Monat mindestens weitere 45 Euro für die Deckung der Kosten abgezogen werden. Da die Anzahl der Kinder sinke und immer mehr Frauen einer Berufstätigkeit nachgingen, bliebe weniger Zeit, um sich für die Eltern zu kümmern. Dazu komme, dass immer weniger Familien mehrere Generationen im Haushalt beherbergen. Bei Fortsetzung dieser Entwicklung, werden im Jahr 2045 ca. 28 Prozent der Pflegefälle im Altenheim untergebracht sein.

Größter Kostentreiber sind Gehälter für Pflegekräfte

Die Gehälter der Pflegekräfte gehörten demnach zu den am meisten Kosten treibenden Faktoren. Als Berechnungsgrundlage nahmen die Prognos-Forscher die voraussichtliche Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Da jedoch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) zusammen mit Gewerkschaften, Kirchen und Pflegeverbänden einen flächendeckenden Tariflohn für Pflegekräfte ausarbeiten, sei die Studie über die Pflegekosten-Entwicklung nicht vollständig.

Eine höhere Bezahlung der Pflegekräfte führe automatisch zu einer höheren Belastung für die Versicherten. Ebenso sei auf langfristige Sicht ein Anstieg der Zulagen für Familien mit einem Pflegefall möglich.

Politik müsse neue Wege gehen – Steuermittel im Visier

Für Stefan Etgeton von der Bertelsmann-Stiftung ist die Versorgung der Pflegebedürftigen auf längere Sicht nicht gesichert, sofern die aktuellen Rahmenbedingungen beibehalten werden. Die Politik sei nun dazu aufgefordert, für die Pflege in der Bundesrepublik über neue Finanzierungsmodelle nachzudenken. Als einen möglichen Weg nannte Etgeton die Verwendung von Steuermitteln.

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