Dienstag, den 20. November 2018

Pflegebedürftige – IW warnt vor einem Kollaps

Pflege


Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen im Bundesgebiet wird weiter ansteigen, von derzeit rund 3 Millionen auf 4 Millionen Pflegebedürftige im Jahr 2035. IW Köln warnt vor einer anwachsenden Lücke bei den Plfegekräften. Es drohe ein Kollpas.

Rund eine halbe Millionen Pflegekräfte notwendig

Generation

Bundesweit im Schnitt 3,7% Pflegefälle

Bis zu vier Millionen Menschen könnten bis 2035 zu einem Pflegefall werden, so die Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Bund und Länder seien nun dringend dazu angehalten, auf die stetig werdenden Lücke bei den Fachkräften zu reagieren. Bereits zwischen den Jahren 1999 und 2015 stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 50 Prozent an. Der starke Anstieg betreffe überdurchschnittlich die neuen Bundesländer. So erreichte der Anteil der Pflegebedürftigen im Bezug zur Gesamtbevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern rund 5 Prozent und in Sachsen über 4 Prozent. Im gesamten Bundesgebiet liege der Anteil der Pflegebedürftigen bei 3,7 Prozent.

Die Simulation des IW zeige an, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den folgenden Jahren stark ansteigen werde, bis zu rund 4 Millionen Pflegebedürftige im Jahr 2035. Aus diesem Grund müsse die Zahl der Pflegefachkräfte bundesweit stark erhöht werden. Im Jahr 2035 werden demnach rund eine halbe Million Pflegekräfte benötigt und damit um rund 44 Prozent mehr als derzeit. Schon heute werde dringend nach Pflegern gesucht und die Lage sei angespannter als vor wenigen Jahren. „Die Zahl der Altenpfleger steigt zwar derzeit an, doch langsamer als der Bedarf. Die Lücke wird größer“, so Susanna Kochskämpfer vom IW.

Nun müssen Bund und Länder für eine ausreichende Versorgung die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Es drohe sonst ein Kollaps. Zu den Maßnahmen zählte nicht in erster Linie ein höheres Gehalt für die Pflegekräfte, sondern es ginge um die Weiterbildung, die Optimierung der Abläufe und dazu biete die Digitalisierung eine Chance. Gleichzeitig müsse die Bürokratie konsequent abgebaut werden.



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