Donnerstag, den 20. September 2018

Pflegebedürftige – IW warnt vor einem Kollaps

Pflege


Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen im Bundesgebiet wird weiter ansteigen, von derzeit rund 3 Millionen auf 4 Millionen Pflegebedürftige im Jahr 2035. IW Köln warnt vor einer anwachsenden Lücke bei den Plfegekräften. Es drohe ein Kollpas.

Rund eine halbe Millionen Pflegekräfte notwendig

Generation

Bundesweit im Schnitt 3,7% Pflegefälle

Bis zu vier Millionen Menschen könnten bis 2035 zu einem Pflegefall werden, so die Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). Bund und Länder seien nun dringend dazu angehalten, auf die stetig werdenden Lücke bei den Fachkräften zu reagieren. Bereits zwischen den Jahren 1999 und 2015 stieg die Zahl der Pflegebedürftigen um rund 50 Prozent an. Der starke Anstieg betreffe überdurchschnittlich die neuen Bundesländer. So erreichte der Anteil der Pflegebedürftigen im Bezug zur Gesamtbevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern rund 5 Prozent und in Sachsen über 4 Prozent. Im gesamten Bundesgebiet liege der Anteil der Pflegebedürftigen bei 3,7 Prozent.

Die Simulation des IW zeige an, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den folgenden Jahren stark ansteigen werde, bis zu rund 4 Millionen Pflegebedürftige im Jahr 2035. Aus diesem Grund müsse die Zahl der Pflegefachkräfte bundesweit stark erhöht werden. Im Jahr 2035 werden demnach rund eine halbe Million Pflegekräfte benötigt und damit um rund 44 Prozent mehr als derzeit. Schon heute werde dringend nach Pflegern gesucht und die Lage sei angespannter als vor wenigen Jahren. „Die Zahl der Altenpfleger steigt zwar derzeit an, doch langsamer als der Bedarf. Die Lücke wird größer“, so Susanna Kochskämpfer vom IW.

Nun müssen Bund und Länder für eine ausreichende Versorgung die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Es drohe sonst ein Kollaps. Zu den Maßnahmen zählte nicht in erster Linie ein höheres Gehalt für die Pflegekräfte, sondern es ginge um die Weiterbildung, die Optimierung der Abläufe und dazu biete die Digitalisierung eine Chance. Gleichzeitig müsse die Bürokratie konsequent abgebaut werden.




  Relevante Berichte zum Thema - Das könnte Sie interessieren

Anzahl ausgefallener Arbeitsstunden auf „Normal-Maß“
Anzahl ausgefallener Arbeitsstunden auf „Normal-Maß“

Arbeitsmarkt – Die Anzahl der durch Streiks ausgefallenen Arbeitsstunden ist im vergangenen Jahr wieder auf das Niveau der vergangenen zehn Jahre gefallen. Der soziale Frieden... 

Zufriedenheit bei Arbeitnehmern in Mini-Jobs?
Zufriedenheit bei Arbeitnehmern in  Mini-Jobs?

Arbeitsmarkt – Mini-Jobs seien bei den Arbeitnehmern beliebter als allgemein angenommen. IW Köln kommt zur Erkenntnis, dass vor allem Frauen mit ihrer prekären Beschäftigung... 

Inflation Anfang 2017: IW fordert von EZB eine Reaktion
Inflation Anfang 2017: IW fordert von EZB eine Reaktion

Eurokrise – Angesichts der steigenden Inflation zu Beginn 2017 müsse die Europäische Zentralbank nun entgegensteuern. IW Köln fordert eine ersten langsam Anstieg der Zinsen. EZB... 

Agenda 2010: Schulz hat die „Heilige Kuh“ angefasst
Agenda 2010: Schulz hat die „Heilige Kuh“ angefasst

Lobbyismus – Martin Schulz kündigt als SPD-Kanzlerkandidat Korrekturen bei Agenda 2010 an und hat fasste damit die „Heilige Kuh“ der Konzerne, Lobbyisten und... 


  Weitere Artikel aus dem gleichen Themenbereich

Beitragsanhebung Pflegeversicherung 2019 überraschend?
Beitragsanhebung Pflegeversicherung 2019 überraschend?

Pflegebeitragssatz – Der gesetzliche Beitrag für die Pflegeversicherung soll am 01. Januar 2019 um 0,3 Prozentpunkte ansteigen. Die „schwierige Finanzlage“ scheint... 

Beiträge gesetzliche Pflegeversicherung steigen ab 2019 an
Beiträge gesetzliche Pflegeversicherung steigen ab 2019 an

Gesundheitswesen – Die Beiträge der gesetzlichen Pflegeversicherung werden voraussichtlich ab 2019 um mindestens 0,2 Prozentpunkte ansteigen. Mehrkosten durch Reform der... 

Zahl der Pflegefälle stark angestiegen
Zahl der Pflegefälle stark angestiegen

Pflegefälle – Immer mehr Pflegefälle in der Bundesrepublik. Die Zahl der ambulanten und vollstationär versorgten pflegebedürftigen Menschen stieg weiter an. Im Dezember... 

Pflegereform: Neue Einteilung der Pflegestufen ab 2017
Pflegereform: Neue Einteilung der Pflegestufen ab 2017

Pflegeversicherung – Ab dem 01. Januar 2017 gelten für die Pflege nicht mehr die bisherigen drei Pflegestufen (plus Pflegestufe „0“), sondern werden um weitere... 

Ihre Meinung zählt! - Ein paar Zeilen von Ihnen sind uns sehr viel wert.

Wenn Sie zum Thema gerne etwas ergänzen wollen, inhaltliche Fehler entdecken oder völlig anderer Meinung sind: Kurze Sätze sind ebenso willkommen wie "halbe Romane".
Bitte die Netiquette beachten (Regeln)

Hiermit akzeptiere ich die Datenschutzbedingungen

Wir benutzen Cookies für die Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.