MLP Report 2012/13: Geteilte Meinungen zum Gesundheitswesen

MLP Gesundheitsreport 2012/13-


Trotz hoher Zufriedenheit zum deutschen Gesundheitswesen läuft noch längst nicht alles wie gewünscht. Ärzte und Bevölkerung (Patienten) sehen inzwischen größere Probleme in der Sicherung der Versorgungsqualität. Um das Thema Pflegeversicherung kümmert sich die Bundesregierung noch zu kümmerlich.

MLP Gesundheitsreport 2012/13 zeigt geteiltes Bild in Bevölkerung

Gesundheitswesen
Mehr Sorgen um Ärztemangel und Pflege-Unterversorgung
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Zum Gesundheitswesen in Deutschland zeichnet sich zwar eine überwiegende Zufriedenheit ab, werden aber Bürger und Ärzte separat betrachtet, gehen die Meinungen und Forderungen zu Verbesserungen weit auseinander. Der am Mittwoch veröffentlichte MLP Gesundheitsreport 2012/13 zeigt, dass 47 Prozent der Bürger weitere Reformen zum Gesundheitswesen einfordern, aber fast drei Viertel der Ärzte (73 Prozent) offensichtlich etwas zu verbessern hätten.

Patienten und Ärzte blicken auf das deutsche Gesundheitswesen naturgemäß jeweils aus einer unterschiedlichen Richtung. Dennoch finden Bevölkerung und Ärzte zum Thema Versorgungssicherheit einen gemeinsamen Nenner und sehen lt. MLP Gesundheitsreport konkrete Einbußen.

Ärzte erwarten in den nächsten Jahren weiteren Qualitäts-Rückgang
Während mehrheitlich die Krankenhauspatienten die knapp bemessene Zeit der Ärzte bemängeln und das Pflegepersonal als überfordert einschätzen, erwartet rund die Hälfte aller Ärzte innerhalb der kommenden Jahre weitere Qualitätseinbußen im Krankenhaus.

Offenbar müssen Patienten in Hessen und Hamburg zu den Arztbesuchen mit den längsten Wartezeiten rechnen. Die Bevölkerung in beiden Bundesländern klagte zu den Zeitabständen zwischen Terminanfrage und -zusage am meisten. Dementsprechend hat auch die Besorgnis über den Ärztemangel zugenommen.

Sparen wirkt sich auf Versorgungsqualität aus
Mehr als jeder dritte Arzt hat aus Kostengründen bereits auf medizinisch notwendige Behandlungen verzichten müssen, auch wenn dies nur Einzelfälle gewesen waren.

Bevölkerung und Ärzte vertreten weitgehend die gleiche Meinung, dass im deutschen Gesundheitswesen weitere Reformen angesetzt werden müssten.

Geteilte Meinungen zu „Bürgerversicherung“ und Pflege-Bahr

Ein politischer Ansatz zur Reform, die sog. „Bürgerversicherung“, zieht einen tiefen Graben zwischen den Befürwortern und der ablehnenden Bevölkerung. Nur eine knappe Mehrheit würde einer Bürgerversicherung den Zuspruch geben.

Die ab 2013 eingeführte Förderung für Pflegeversicherungen, die „Pflege-Bahr„, zeigt in die richtige Richtung, aber die allgemeinen Aktivitäten der Bundesregierung zur Verbesserung der Pflegesituation, werden von der Mehrheit der Bevölkerung als noch längst nicht ausreichend betrachtet.

Mit 48 Prozent machen sich knapp die Hälfte der Befragten Sorgen um die finanzielle Versorgung im Pflegefall. 39 Prozent zeigten sich dagegen als unbekümmert. Für 69 Prozent der Bevölkerung wird jedoch eine private Pflegevorsorge als wichtig oder sehr wichtig eingeschätzt. Die „Pflege-Bahr“ und der monatliche Zuschuss in Höhe von 5,- Euro ist für 39% der Bürger Anreiz genug, um für den Abschluss einer Privatpflegeversicherung noch mehr Zustimmung zu zeigen.

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